Heu-Hasen und Ostereier schmücken Waltersdorf

Mit einer Wanderung durch ihr schönes Dorf eröffnen Waltersdorfer ihren Abschnitt des Osterpfades Thüringen-Sachsen. Großes Interesse galt der Ausstellung auf dem Spinnboden sowie der Geflügel- und Kaninchenschau im Museums- & Ferienhof.

Ines Münzner zeigt das "Schneehuhn" und das berühmte "Prachthuhn" (rechts). Foto: Bernd Kemter

Ines Münzner zeigt das "Schneehuhn" und das berühmte "Prachthuhn" (rechts). Foto: Bernd Kemter

Foto: zgt

Waltersdorf. Freude auf Ostern ist in Waltersdorf unübersehbar: Davon zeugen schon im Ort verteilte 25 Heu-Hasen und etwa 500 Ostereier, allesamt selbst angefertigt bzw. gestaltet vom Frauenverein "Maxi" sowie den Mädchen und Jungen des Kindergartens "Gänseblümchen".

Weitere Heu-Hasen kommen privat von Einwohnern hinzu. Hinter den Fenstern des Kulturhauses zeigen sich dem begeisterten Betrachter Ostereier, gemalt, bestickt oder mit Klöppeleien überzogen. Hierzu hatten insbesondere die Seniorinnen Hand angelegt. Dass eine prächtige Osterkrone nicht fehlen darf, liegt auf der Hand.

Da nimmt es nicht wunder, dass sich der schöne Ort am Osterpfad Thüringen-Sachsen beteiligt, der auch durch Berga, Wolfersdorf, Greiz und in Sachsen durch Niederalbertsdorf und Neumark führt. Ganz oben am Dorfeingang trafen sich hierzu Sonnabendfrüh der Frauenverein, weitere Waltersdorfer und natürlich quirlige Kinder. Sodann wanderte man zur Osterkrone, zu den Heuhasen, auf das Plateau am Kulturhaus, auf dem lustige Figuren – Hasen im Kinderwagen und Schubkarre schiebend – aufgebaut waren.

Das zweite Mal beteiligt sich der Frauenverein am Osterpfad. Doch auch übers Jahr hinweg sind seine 15 Mitglieder aktiv, wie Vorsitzende Heike Geithel im OTZ-Gespräch informierte. Weithin bekannt ist zum Beispiel der Weihnachtsmarkt mit knapp vierzig Händlern. "Aber wir betreuen auch unsere Senioren, veranstalten für sie Nachmittage. An jedem Freitag gibt es Vorträge zu speziellen Themen, aber auch Basteln, Wanderungen und Sport werden angeboten", so Geithel.

Bereichert wurde der vorösterliche Nachmittag von Aktionen auf dem Museums- & Ferienhof. Wie sich zeigte, hatte das vorjährige Waltersdorfer "Prachthuhn", bestehend aus Heu und mit Perlenketten behängt, "Nachwuchs" bekommen. So konnten die Besucher solche spaßigen "Neuzüchtungen" aus Heu bewundern, wie das Sumpfhuhn, das hinterthüringer Birkhuhn, das Schneehuhn und – man höre und staune – sogar ein Suppenhuhn, das im Topf herangezogen worden war. Aber es gackerten natürlich auch richtige Hühner auf dem Hof, Tauben gurrten und Kaninchen mümmelten. Diese Kleintierausstellung besorgten der Kaninchenzüchterverein Berga und der Geflügelzuchtverein Wolfersdorf.

Reges Interesse fand die Osterausstellung auf dem Spinnboden unter dem verheißungsvollen Mörike-Motto "Frühling lässt sein blaues Band ...". Hier konnten sich die Besucher mit Keramiken aus der Werkstatt von Ludwig Laser, mit Papierschöpfungen und Collagen von Marita Kühn-Leihbecher, Klöppelarbeiten von Petra Haustein sowie Patchwork von Ursula Täger und Osterdekorationen von Ines Münzner vertraut machen. Organisator dieser Schau, die noch bis 15. April zu sehen ist, ist der Verein Landliebe Waltersdorf e. V.

"Wir wollen Klasse zeigen und nicht Masse", bekundete Vereinschefin Ines Münzner vom Ferien- & Museumshof. Münzner legt Wert auf Naturmaterialien, und ebenso wichtig ist ihr, in alle Vorhaben die historische Substanz dieses Hofes einzubeziehen. "All dies sind Dinge, die uns sehr viel Freude bereiten." Ganz in diesem Sinne bietet sie auch Kurse an, wie Kalligraphie, Spinnen und Filzen. Dr. Frank Reinhold gibt Mundartliches zum Besten. Zur österlichen Ausstellung standen ihr die Weidaerin Angelika Herrmann, die Frühlingsblumen pflanzte, und die Zeulenrodaerin Beate Fester zur Seite. Selbige sorgte für antike Sachen zum Dekorieren. Die Osterausstellung ist bis 15. April täglich, 11 bis 18 Uhr, geöffnet.

Geschmückt wurde am Unteren Schloss in Greiz ein Osterbrunnen, und zwar der Röhrenbrunnen auf dem Kirchplatz beim zweiten Greizer Osterbrunnenfest. Knapp 2000 Textil-Ostereier und damit 1000 mehr als 2011 hatten die Frauen der Arbeiterwohlfahrt um Bärbel Tröber im vergangenen Jahr dafür umhäkelt, umstrickt und mit Stoffen bezogen. Das sei nach eigenen Recherchen einmalig, sagte Silke Stark, Organisatorin des Festes. Zudem haben die Frauen erstmalig auch das Rathaus verziert. Umrahmt wurde die Veranstaltung, die trotz Regen und starker Windböen einige Zuschauer anlockte, von einer Modenschau und einer Vorstellung der Kinder des Greizer Kindergartens "Freundschaft".

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