Historischer Landmarkt in Mertendorf

Zum Jubiläumsfest in Mertendorf am Sonnabend passte alles zusammen: Das nicht zu heiße Septemberwetter, hunderte Besucher, gute Laune und hervorragende Gastgeber.

Rittersleute und Burgfräuleins lagerten am Sonnabend auf dem Dorfplatz von Mertendorf bei Eisenberg. Die Bürger der Gemeinde feierten gemeinsam mit vielen Gästen und Besuchern die 760. Ersterwähnung ihres Ortes mit einer Festwoche. Foto: Dieter Urban

Rittersleute und Burgfräuleins lagerten am Sonnabend auf dem Dorfplatz von Mertendorf bei Eisenberg. Die Bürger der Gemeinde feierten gemeinsam mit vielen Gästen und Besuchern die 760. Ersterwähnung ihres Ortes mit einer Festwoche. Foto: Dieter Urban

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Mertendorf. Rings um die kleine Dorfkirche und das Festzelt, mitten in der Gemeinde, hatten sich etliche Handwerker und Produzenten regionaler Produkte eingefunden, um den historischen Landmarkt mit vielen Überraschungen zu gestalten. Rittersleute und Böllerschüsse eröffneten den Reigen zur 760 Jahr Feier Mertendorfs. Die Ritter kamen aus Schkölen, die Böllerschützen aus Bürgel und Wetzdorf-Rockau.

Im Festzelt hatten die fleißigen Backfrauen des Örtchens mehr als 30 selbstgebackene Kuchen angeschnitten und Tortenstücke vorbereitet. Mutzbraten und Bratwürste ergänzten den Speiseplan.

Die meisten Bewohner Mertendorfs hatten zum Jubiläumsfest die Tore ihrer Höfe weit geöffnet. Gäste konnten sich in den Höfen umschauen. Vor den Häusern und Vorgärten waren historische Gerätschaften zu sehen, die sonst in Schuppen und auf Tennen lagern. Figuren – aus Stroh oder Heu geformt – ergänzten die Szenerie des Festtages. Am Eingang des Hofes von Familie Gruber stand Torsten, der in der Uniform von Feuerwehrleuten aus DDR-Zeiten gekleidet war. Am Tor des schmucken Gehöfts hingen Fotos längst vergangener Tage. "Die Bilder zeigen das Haus zu der Zeit, als die ersten Fotos aufgenommen wurden. Im Jahr 1905 wurde das Gehöft umgebaut. Die Einfahrt für Gespanne und Ackergeräte wurde überbaut. Das Haus mit seiner Backsteinfassade ist jetzt seit sieben Generationen im Familienbesitz", erklärte Torsten Gruber. Neben ihm ein lebensgroßes Bild eines seiner Vorfahren: "Das ist Walter Gruber in der Uniform eines Husaren. Der diente in der preußischen Armee im Husaren-Regiment von Ferdinand von Schill, dem Freikorpsführer, der in den Kriegen von 1806/07 und 1809 bekannt wurde. Ich finde, das ist schon was, wenn man solche Vorfahren hat."

Mertendorf wurde 1252 erstmals erwähnt. In den vergangenen Jahrhunderten hat sich die Grundstruktur des so genannten Runddorfes erhalten. Eine Perle im Ort ist das Kirchlein, deren genaues Gründungsdatum nicht bekannt ist.

Der derzeit älteste Mertendorfer ist Gerhard Steinmark. Er wurde hier geboren und ist seit 60 Jahren mit Gerda verheiratet. Sie kam 1946 aus Schlesien ins Dorf. Beide lernten sich hier kennen und heirateten kurz darauf. "Ich freue mich, dass ich diesen schönen Tag genießen konnte. Man feiert ja nur einmal 760 Jahre Ortsgründung und nur einmal seinen 60. Hochzeitstag", sagte Gerda Steinmark.

Im Festzelt waren die Plätze an den Tischen so gut wie komplett besetzt, als das Jagdhorn-Trio "Horrido" aus Dothen vor der Bühne seinen musikalischen Beitrag zum Fest vorstellte. Weiter hinten dröhnte die Kettensäge des Holzkünstlers Christian Schmidt aus Rauschwitz, der daran war, eine Eule aus einem Stamm zu sägen, die er den Mertendorfern später übergab.

Bis in den späten Nachmittag herrschte munterer Trubel auf dem Platz und am Abend wurde dann zum Tanz mit der Gruppe "Phoenix" aus Stadtroda eingeladen. Das für viele in Erinnerung bleibende Fest fand dann am gestrigen Sonntag mit Frühschoppen und dem Blas-, Tanz- und Unterhaltungsorchester Keramische Werke Hermsdorf einen fröhlichen Abschluss.

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