Jenaer Bürger wehren sich gegen Handy-Mast im Ziegenhainer Tal

Seit vier Jahren plant Vodafone den Bau eines Mobilfunkmastes im Ziegenhainer Tal. Nach jahrelangem Ringen, entschied Vodafone das Gerichtsverfahren für sich. Nun formieren sich die Anlieger erneut.

Bernhard Meusel vor seinem Grundstück in Jena. Hier soll der Funkmast gebaut werden.
Foto: Martin Lechtape

Foto: zgt

Jena. Am 4. Oktober 2011 bekam Bernhard Meusel Post. In dem Brief informierte der Mobilfunkbetreiber Vodafone den ­67-jährigen Rentner, dass vor seiner Gartenlaube ein 30 Meter hoher Sendemast gebaut werden soll.

Meusel reagierte empört und schloss sich mit den Anwohnern der Saarbrückerstraße zu einer Bürgerinitiative zusammen. Sie sammelten 400 Unterschriften, um gegen den Bau des Betonmastes zu protestieren. Gleichzeitig zog die Stadt Jena vor das Verwaltungsgericht in Gera und vertrat die Interessen der betroffenen Bürger. Nachdem die Richter zunächst für die Anlieger entschieden, änderten sie ihre Meinung und verkündeten am 2. Februar 2015, dass Vodafone den Mast bauen darf.

"Wir werden noch einmal alles tun, damit unsere Garten­anlage nicht zerstört wird", sagt Meusel. Vergangenen Mittwoch versammelte sich die Bürgerinitiative erneut und startete eine zweite Unterschriftenaktion. Auch rechtlich wird Meusel gegen den Bau vorgehen und vor dem Oberverwaltungsgericht gegen das Urteil aus Gera klagen. "Unsere Chancen stehen 50 zu 50, dass die Richter in Weimar uns Recht geben werden.", sagt Meusel. Für die Anlieger oberhalb der Saarbrückerstraße, ist die Sache klar: "Mit dem Mast im Vorgarten, können wir nicht mehr vernünftig leben", erklärt Gabriele Weise, Grundstücksbesitzerin im Ziegenhainer Tal. Die Strahlenbelastung durch den Betonmast sei zwar im Rahmen des rechtlich erlaubten, trotzdem schade sie der Gesundheit der Anwohner.

Vodafone versteht den Unmut der Anlieger nicht. "Der Mast wurde so niedrig wie möglich geplant", sagt ein Vodafone-Sprecher auf Nachfrage. Der Breitbandausbau sei für die Wirtschaft in Jena außerdem von großem Interesse. Ein anderer Standort käme nicht infrage.

Das Unternehmen kündigte an bis spätestens September 2015 mit dem Bau des Mobilfunkmastes beginnen zu wollen.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.