Jenaer Stadion-Bau verzögert sich weiter

Jena  Über die Vergabe des Umbaus des Ernst-Abbe-Sportfeldes wird erst der neue Stadtrat entscheiden, wenn es gut läuft, noch 2019. Der wahrscheinliche Abstieg des FC Carl Zeiss Jena bedeutet nicht das Aus für das Projekt.

Die Entscheidung ob und wann das Ernst-Abbe-Sportfeld ein reines Fußballstadion wird, verzögert sich weiter. Archiv-

Die Entscheidung ob und wann das Ernst-Abbe-Sportfeld ein reines Fußballstadion wird, verzögert sich weiter. Archiv-

Foto: Tino Zippel

Zum wiederholten Mal korrigiert die Stadt Jena den Zeitplan für den Umbau des Ernst-Abbe-Sportfeldes in ein reines Fußballstadion. Im Frühjahr 2019 sollte die Vergabe­entscheidung fallen. Doch nun nennt Martin Berger, Stadion­beauftragter der Stadtverwaltung, als frühesten Termin für die Vergabeentscheidung „nach der Sommerpause“. Damit ist klar, dass erst der neu gewählte Stadtrat mit möglicherweise anderen politischen Mehrheiten über das Projekt befinden muss.

Als Grund für die Verzögerung nennt Berger, dass Sorgfalt vor Schnelligkeit gehe. „Wir bauen für viele Jahrzehnte. Wir legen sehr viel Wert darauf, die Risiken für die Stadt zu minimieren und wollen deshalb alle relevanten Fragen geklärt haben“, sagt Berger. Nach seinen Worten befindet sich das Vergabeverfahren derzeit in der zweiten von drei Phasen, in denen Schritt für Schritt in Gesprächen mit den Bietern die Angebote konkretisiert werden.

Der wahrscheinliche Abstieg des FC Carl Zeiss Jena von der dritten Liga in die Regionalliga führt nach Bergers Worten nicht zu einem Planungsstopp. „Wir rechnen das Projekt über 25 Jahre und haben in unseren Planungshorizont einbezogen, dass der FC Carl Zeiss in verschiedenen Ligen spielen wird“, sagt Berger. So laute die Planungs­annahme, dass der Klub zehn Jahre in der vierten Liga spielt, zwölf bis 13 Jahre in der dritten Liga und zwei bis drei Jahre in der zweiten Bundesliga. „Ein Abstieg wirft diese Berechnung nicht aus der Bahn“, sagt Berger.

Erste Ideen für Stadionumbau 2009 vorlegt

Die Hoffnung, die nächste Saison in der Regionalliga, in der vom Verband niedrigere Kapazitäten als in der dritten Liga gefordert sind, für den Bau zu nutzen, geht aber nicht auf. Berger rechnet nun nicht mehr mit einem Baubeginn in diesem Jahr. Frühestens 2020 rollen die Bagger. Anderthalb bis zwei Jahre dauert der Umbau des Stadions. „Der Vorteil gegenüber einem Stadion auf der grünen Wiese ist, dass die Tribünen Schritt für Schritt fertiggestellt und gleich genutzt werden können.“

Wegen der Verzögerungen plant der Stadioneigner Kommunale Immobilien Jena, die inzwischen reparaturbedürftige Laufbahn noch einmal zu flicken. Der Streit mit dem Land, das sich künftig an den Betriebskosten für die neue Leichtathletikanlage beteiligen soll, ist noch nicht aus der Welt. „Wir haben von der Landesregierung einen Brief bekommen, dass wir ihr vertrauen sollen“, sagt Berger. Deshalb warte man nun zunächst ab.

Erste Ideen für einen Stadionumbau hat der FC Carl Zeiss Jena 2009 vorlegt. Nach verschiedenen Ideen hat die Stadt Jena europaweit den Bau und Betrieb der Arena ausgeschrieben. Nach OTZ-Informationen haben sich zwei Konsortien beworben, die derzeit im Rennen sind.

Meine Meinung: Stadionbau trotz Abstieg nötig

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