Käsebrote, Spielzeug und Zigaretten: Wie in Saalfeld den Flüchtlingen geholfen wird

Saalfeld  Die Nachricht vom Flüchtlings-Sonderzug war kaum bekannt, da hatten sich Dutzende Freiwillige auf nach Saalfeld gemacht. Sie wollen die etwa 500 Menschen, die aus Ungarn anreisen, willkommen heißen - mit Broten, Spielzeug und Zigaretten.

Helfer packen in Saalfeld Beutel und Kartons für rund 500 Asylsuchende, die am Abend mit einem Zug aus München in Saalfeld erwartet werden. Foto: Hendrik Schmidt

Helfer packen in Saalfeld Beutel und Kartons für rund 500 Asylsuchende, die am Abend mit einem Zug aus München in Saalfeld erwartet werden. Foto: Hendrik Schmidt

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Kisten voller Süßigkeiten, Berge von Joghurtbechern und zig Tüten mit Äpfeln stehen bereit. „Wir brauchen noch Damenbinden“, ruft Katharina König. „Und Zigaretten!“ Die seien für Raucher wichtig in Stresssituationen wie diesen, erklärt die Linken-Abgeordnete. Nebenan werden im Akkord Brote mit Margarine geschmiert und mit Käse und Salat belegt. 500 Flüchtlinge gilt es zu versorgen, die in wenigen Stunden auf dem Bahnhof der Thüringer Kreisstadt ankommen sollen. Sie kommen aus Ungarn und sollen nun auf die Länder Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt verteilt werden.

Rund 560 Flüchtlinge in Saalfeld angekommen
Rund 560 Flüchtlinge in Saalfeld angekommen

„Wir wollen den Menschen ein herzliches Willkommen bereiten“, sagt Thüringens Sozialministerin Heike Werner (Linke), die sich unter die Helfer in Königs Büro gemischt hat. „Nach all den schlimmen Erfahrungen, die sie auf ihrer Flucht und in den vergangenen Tagen in Ungarn gemacht haben, ist das bitter nötig.“

Saalfeld soll ein anderes Bild als Heidenau geben

Von Saalfeld soll ein anderes Bild des Ostens ausgehen, als das, das in den vergangenen Wochen aus dem sächsischen Heidenau überregional für Schlagzeilen sorgte. Dort hatte ein brauner Mob vor einer Flüchtlingsunterkunft seinem Hass auf Fremde Luft gemacht.

„Humanitäre Hilfe ist selbstverständlich und gute Versorgung wird sichergestellt“, erklärte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Er wollte die Flüchtlinge am Abend persönlich in Saalfeld in Empfang zu nehmen. In der Stadt mit 25 000 Einwohnern sollten die Menschen nach ihrer strapaziösen Reise zunächst vom Deutschen Roten Kreuz versorgt und dann von der Bundespolizei registriert werden. Noch für den Abend war die Weiterreise in die Unterkünfte in Hermsdorf (Thüringen), Halberstadt (Sachsen-Anhalt) und Dresden (Sachsen) geplant.

Anders als in Königs Büro, wo ständig neue Kisten mit Lebensmitteln herangeschleppt und in Verpflegungstüten sortiert werden, war auf dem Saalfelder Bahnhof am Nachmittag noch alles ruhig. Zwar waren schon die ersten Polizeibusse vorgefahren, in der Halle selbst außer ein paar wartenden Journalisten und Fotografen aber nur wenige Reisende zu sehen, die ihre Rollkoffer durch die Halle zogen.

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