Kospoda ist die Ausnahme von der Regel

Kospoda  Die Gemeinde ist erfolgreich mit ihrer Selbstständigkeit, man kann sich viel leisten und verschönert sich ständig.

Bürgermeisterin Elsa Fischer und 2. Beigeordneter Thorsten Freund machen mit bei der Dorferneuerung und sehen das als wichtigstes Projekt für 2019 an. Noch werden Ideen gesammelt für Verschönerungsmaßnahmen.

Bürgermeisterin Elsa Fischer und 2. Beigeordneter Thorsten Freund machen mit bei der Dorferneuerung und sehen das als wichtigstes Projekt für 2019 an. Noch werden Ideen gesammelt für Verschönerungsmaßnahmen.

Foto: Marcus Pfeiffer

„Unser wichtigstes Projekt im kommenden Jahr ist die Dorferneuerung im Ortsteil Burgwitz“, sagt Elsa Fischer, Bürgermeisterin der Gemeinde Kospoda. Und: „Wir können die Verschönerungen mit oder ohne Fördermittel durchziehen“, ergänzt sie selbstbewusst.

Momentan werden in Präsentationen Ideen der Bürger ­gesammelt, was aufgehübscht werden soll. Die Ergebnisse eines vor Kurzem stattgefundenen Seminars unter der Ägide des Ingenieurbüros Mip weist unter anderem aus: fehlender Baugrund, Feuerwehrhäuser, Angebote für Jugendliche und fehlende Dorfmitten. „Alles können wir nicht umsetzen, anderes ist nicht mit dem Programm vereinbar“, kommentiert sie.

Bis Mai 2019 müssen sich die Bürger geeinigt haben, damit das planende und betreuende Unternehmen aus Gera ein fertiges Konzept einreichen kann. Favorisiert werden die Dorfplätze in Burgwitz, die gemeinsam mit dem Zweckverband Wasser Abwasser Orla (ZVO) gestaltet werden sollen.

„Wenn Erde ausgehoben wird, ist es natürlich sinnvoll, neue Versorgungsleitungen zu legen. Doch der ZVO hat noch keine Pläne dazu“, so Fischer. Ab 2020, wenn die Ausschreibungen zu den Bauarbeiten über die Bühne gegangen sind, könnten die ersten Bagger rollen, gibt die Bürgermeisterin vorsichtig eine Marschroute vor.

Die zugesicherten Fördermittel sind willkommen, obgleich die 400-Seelen-Gemeinde finanziell gut aufgestellt ist. Sie hat Rücklagen und eine nicht näher bezifferte, „symbolische Pro-Kopf-Verschuldung“, wie der 2. Beigeordnete Thorsten Freund weiß. Auch der Haushalt für 2019 sei so gut wie aufgestellt, die Kommunalaufsicht bräuchte den Finanzplan nur noch genehmigen.

Was in Kospoda scheinbar mühelos möglich ist, davon können viele Gemeinden im Saale-Orla-Kreis nur träumen. Die Steuereinnahmen sprudeln förmlich, denn einige ortsansässige Unternehmen erwirtschaften gutes Geld fürs Gemeindesäckel. „Wenn die Rahmenbedingungen weiterhin stimmen, die Kreisumlagen nicht weiter in die Höhe steigen, können wir bis zu sechs Jahre hinaus planen“, meint Fischer.

In diesem Jahr konnte unter anderem am Pfarrhaus eine Oberflächensanierung der Straße vollendet werden, die zum Teil noch unbefestigt war. „Für die Maßnahme gaben wir etwa 26.500 Euro aus. “

Bis zum Ende des Jahres will der Gemeinderat für den Platz an der Ortstraße 6/7 noch zirka 9500 Euro investieren. Plante man im Haushaltsjahr 2018 zusätzlich noch 100.000 Euro für den Gehwegbau vom Forsthausweg bis Ortsausgang Burgwitz ein, so verschoben die Ratsmitglieder die Baumaßnahmen ins kommende Jahr. „Wir beschlossen in der jüngsten Gemeinderatssitzung, das Neustädter Unternehmen Schwall und Mayer zu beauftragen, um den Weg 2019 für 140.000 Euro zu bauen“, so Thorsten Freund.

Seit Anfang der 1990er ist Kospoda selbstständig, die Einwohner wünschten sich, dass sich der Ort an keine der Verwaltungsgemeinschaften (VG) anschließt, sondern dass Neustadt eine sogenannte erfüllende Gemeinde ist. Das heißt, dass die Aufgaben der Kämmerei, Kasse, Einwohnermelde- und Standesamt von den Mitarbeitern der Orlastadt per Vertrag miterledigt werden.

Mit diesem Konstrukt fährt Kospoda mit den beiden Ortsteilen Meilitz und Burgwitz augenscheinlich seit Jahrzehnten ganz gut. Während sich reihenweise aus den angrenzenden VGs die Gemeinden nach Neustadt orientieren und eingemeindet werden wollen, nimmt man bestenfalls schulterzuckend in dem 400-Seelen-Dorf Notiz davon. „Es interessiert uns nicht wirklich“, so Elsa Fischer.

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