Kreissparkasse Saale-Orla verabschiedet Helmut Schmidt in den Ruhestand

Schleiz  Gründungs-Vorstandsvorsitzender wird mit einem Festakt in der Schleizer Wisentahalle verabschiedet

Helmut Schmidt beim Festakt in der Wisentahalle.

Helmut Schmidt beim Festakt in der Wisentahalle.

Foto: Marius Koity

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Die Kreissparkasse Saale-Orla hat ihren Gründungs-Vorstandsvorsitzenden Helmut Schmidt in der Wisentahalle in Schleiz in den Ruhestand verabschiedet. Am mehrstündigen Festakt haben am Mittwoch weit über 200 Wegbegleiter und Mitstreiter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und Kultur nebst zahlreichen Mitarbeitern sowie Vorständen thüringischer Sparkassen und Verantwortungsträgern des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen teilgenommen. Unter den prominentesten Gästen waren Thüringens Finanzministerin Heike Taubert (SPD), die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) als Präsidentin des Thüringischen Landkreistages und Frank Roßner (SPD), Präsident des Thüringer Landesverwaltungsamtes.

Eingeladen hatte Thomas Fügmann (CDU), Landrat des Saale-Orla-Kreises, als Verwaltungsratsvorsitzender der Kreissparkasse. Den Reigen mehrerer Reden eröffnend, zeichnete er Schmidts Weg in der Region nach – vom Start im Vorstand der Kreissparkasse Pößneck am 1. April 1994 und von der zum 1. Januar 1995 in seiner Regie erfolgten Fusion dreier völlig unterschiedlich aufgestellten Kreditin­stitute zur Kreissparkasse Saale-Orla bis in die Gegenwart mit erfolgreichen Projekten wie dem Arbeitskreis Schule-Wirtschaft und dem Netzwerk Courage gegen Drogen. Nicht zuletzt würdigte Fügmann den 2012 ins Leben gerufenen Wettbewerb Mein Verein des Monats, eine gemeinsame Initiative von OTZ und Sparkasse. Schmidt sei „einer der wenigen Wessis, die hier überzeugt haben“, resümierte der Landrat, an die fränkische Herkunft des scheidenden Sparkassenchefs erinnernd, der allerdings in ­Bodelwitz heimisch wurde und hier mit seiner Frau Brigitte den Lebensabend verbringen will.

Marina Heller, Vorstandsvorsitzende der Rhön-Rennsteig-Sparkasse, überreichte Schmidt namens der thüringischen Sparkassenfamilie einen großen Plüsch-Eisbär mit Spendenschecks, hatte der Geehrte doch statt eventuell zugedachter Geschenke um Spenden für die Kinderhilfestiftung Jena gebeten. Schmidt reichte den Teddy sofort an den Stiftungsvereinsvorsitzenden Felix Zintl weiter. Dieser überraschte später mit dem Hinweis, dass Schmidt seit 2004 Spenden in Höhe von 280.000 Euro zur medizinischen und sozialen ­Betreuung kranker ­Kinder und Jugend­licher generiert habe.

„Wir bedauern Ihr Ausscheiden sehr“, sagte Gerhard Grandke, Geschäftsführender Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen. Er bescheinigte Schmidt, ein „gelebtes Beispiel der Sparkassenidee“ gewesen zu sein.

Außergewöhnlich herzlich verabschiedete sich die Belegschaft. So hatten Dirk Heinrich, Schmidts langjähriger Stellvertreter, und Iris Lukes, langjährige Personalratsvorsitzende, dem scheidenden Chef in einer gemeinsamen Rede versichert: „Du warst und bist für uns ein Vorbild!“ Für Schmidt habe nicht nur der Dienst gezählt, vielmehr habe er sich auch für die Menschen interessiert, mit denen er die Arbeit geteilt habe. Weil B wie Bänker, Brigitte, Bodelwitz Schmidts Glücksbuchstabe sei, gaben ihm die Mitarbeiter einen Baum, eine Bank, ein Buch mit auf den weiteren Lebensweg. Das Sparkassenmusical-Team sorgte für unvergessliche Momente, insbesondere mit einer auf Schmidt gemünzten Fassung des Hits „Ohne Dich“ der Münchener Freiheit, gesungen von Hendrik Püschel.

„Ich habe nur versucht, meine Pflicht zu tun“, sagte Schmidt in seiner letzten Rede als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saale-Orla. Von seinen mehr als 30 Ehrenämtern wolle er zwölf weiter bekleiden. Er wolle auch „neue Dinge“ anfangen – darunter fällt wohl seine Kandidatur für den Kreistag Saale-Orla. Schmidt unterhielt seine Gäste mit Anekdoten aus seinem Berufs- und Privatleben – und entschuldigte sich für den Fall, dass er jemanden verletzt habe. Seiner Sekretärin Susan Linke sowie Iris Lukes, die als Arbeitnehmervertreterin oft berechtigte Kritik vorgebracht habe, und seiner Frau Brigitte, die sein „Fels in der Brandung“ gewesen sei, dankte er mit großen Blumensträußen. Seine letzte öffentliche Amtshandlung war, dem Jugendsinfonieorchester Da capo der Musikschule Saale-Orla Pößneck eine 1000-Euro-Spende zu überreichen. Die Nachwuchsinstrumentalisten mit ihrer Gesangssolistin Klara Gutschmidt hatten mehrere Melodien zu Gehör gebracht und Schmidt in Anlehnung an die Musik zum letzten Kampf von Boxlegende Henry Maske ein persönliches „Time To Say Goodbye“ gewidmet. „Sie waren unser Henry Maske!“, richtete Orchesterleiter Daniel Vlad im Hochgefühl des Moments an Helmut Schmidt. Am Ende war ihm stehender Beifall vergönnt.

Helmut Schmidt, 61, zieht sich aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Berufs­leben zurück. Neuer Vorstandsvorsitzender ist ab 1. April Dirk Heinrich, sein Stellvertreter wird Stefan Götz sein (OTZ vom 28. November 2018). „Helmut Schmidt hinterlässt uns ein in jeder Hinsicht gut bestelltes Feld“, sagte Heinrich gegenüber OTZ.

Die Kosten des Festaktes trägt die Kreissparkasse Saale-Orla und orientieren sich an dem, was für eine Lebensleistung wie jene Helmut Schmidts an-gemessen ist, teilte das Kreditinstitut mit. Ausdrücklicher Wille des Geehrten war es, bei dieser Gelegenheit noch ein-mal Spenden für die Kinderhilfestiftung Jena zu sammeln.

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