Langenwetzendorferin bringt Farbe in das Leben anderer Menschen

Mensch des Jahres 2014 im OTZ-Verbreitungsgebiet von Zeulenroda-Triebes gesucht

Katja Schulz aus Langenwetzendorf ist eine Anwärterin auf den "Mensch des Jahres" 2014 im OTZ-Verbreitungsgebiet von Zeulenroda-Triebes. Foto: Maike Scholz

Katja Schulz aus Langenwetzendorf ist eine Anwärterin auf den "Mensch des Jahres" 2014 im OTZ-Verbreitungsgebiet von Zeulenroda-Triebes. Foto: Maike Scholz

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Zeulenroda-Triebes/Langenwetzendorf. Sie ist 31 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern, kommt aus Langenwetzendorf und sie steckt voller Energie: Katja Schulz ist Mitglied im Zeulenrodaer Verein "Viel Farbe im Grau".

Als die Vereinsvorsitzende Stefanie Röcktäschel vom Aufruf der OTZ und der Suche nach dem "Mensch des Jahres" 2014 las, stand für sie fest: Katja Schulz müsse es werden. "Ich habe alle anderen Vereinsmitglieder gefragt und überall fiel die Antwort auf Katja", schmunzelt Rocktäschel.

Insgesamt 19 Vorschläge für einen Mensch des Jahres waren in der OTZ-Redaktion in Zeulenroda-Triebes eingegangen. Redaktionsleiterin Sylvia Eigenrauch und Preisstifter Gottfried Floß, Geschäftsführer von Laremo Langenwetzendorf, haben sich die Wahl nicht einfach gemacht und zehn Anwärter für den Mensch des Jahres herausgesucht.

Schulz selber ist über die Nominierung überrascht aber auch sehr erfreut. Wie sie zum Verein gekommen ist? "Ich hatte damals einen Aufruf gelesen, dass Hobbynäher gesucht werden", erzählt sie und sagt ganz bescheiden: "Ich dachte nicht, dass ich das auch noch schaffen würde. Viele haben gesagt, dass ich doch mitmachen solle. Also hatte ich angefangen, ein paar Tücher zu nähen". Zweifel hatte sie, weil sie gleichzeitig Inhaberin des Pflegedienstes Munzert in Langenwetzendorf ist. "Eigentlich bin ich mit meinem Job ausgelastet", meint sie und habe sich dann doch überlegt, so viel Zeit wie eben möglich in die Vereinsarbeit zu investieren. Aus einer Investition von Zeit wurde eine Integration in viele Arbeiten, die Schulz nicht mehr missen möchte und die aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken seien.

Wichtelmonster, Meditäschchen und Wunscherfüllung: "Der Verein Viel Farbe im Grau bringt tatsächlich Farbe in das Leben von Menschen. Man kann jemanden zum Lächeln bringen", beschreibt die Langenwetzendorferin, warum sie so gerne im Verein mitarbeitet. "Wir haben Ideen und setzen diese dann um. Dabei ist es immer ein Wir und genau das ist das Schöne, dass es heute noch so ein Wir-Gefühl gibt."

Für den Zeulenrodaer Verein ist Schulz unverzichtbar geworden. "Ob auf dem Markt stehen, Monster waschen oder Ideen erarbeiten und umsetzen: Man kann ihr einfach jede Aufgabe antragen", lobt Rocktäschel. Obwohl Schulz dem Vereinsvorstand nicht auf dem Papier angehöre, ist ihre Meinung immer gefragt. Sie gehört dazu. "Ich kann auch so schlecht Nein sagen", lächelt die Mutter. Durch ihre eigenen Kinder ist sie erst so richtig kreativ geworden.

"Ich habe ein kleines Nähzimmer. Das hat mir mein Mann eingerichtet, von dem ich einfach jegliche Unterstützung erfahre", freut sich die Langenwetzendorferin. Dieses Zimmer ist für sie wie ein Ruhepol. "Ich kann dann abschalten, kreativ werden und einfach ausprobieren. Natürlich muss man sich aber auch konzentrieren, denn Stoffe sind teuer. Doch mir kribbelt es einfach in den Fingern", erzählt die 31-Jährige.

Doch nicht nur die Ideenentwicklung macht ihr Spaß. Es ist der Kontakt zu Menschen, den Schulz so schätzt. Immer wieder würden Wünsche an den Verein herangetragen und gemeinsam würde man daran arbeiten, diese auch zu erfüllen.

Immer wieder ist sie auch in den Institutionen unterwegs. Der direkte Kontakt ist wichtig: Im Krankenhaus beispielsweise war sie auf die Idee gekommen, die Meditäschchen für kranke Kinder herzustellen. Es sind Taschen, in denen Medikamente aufbewahrt werden können - ganz bunt und jedes ein Unikat.

Für den Verein ist auch sie ein Unikat. Immer hilfsbereit. Immer da.

Ab und zu stößt man aber auch an Grenzen: "Es sind Menschen, die uns um Hilfe bitten. Wir haben einen ganz anderen Stellenwert und agieren nicht wie Ärzte. Man ist auch ein kleiner Psychologe. Innerhalb weniger Tage weiß man vieles über eine Familie", erzählt Schulz. Doch genau das lässt sie weiter im Verein arbeiten: Das Gefühl, Menschen zu helfen und glücklich zu machen.

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