Louisa Müller fotografiert Meerjungfrauen in Geras Weißer Elster

Gera  Nah dran: Louisa Müller aus Gera findet in der Fantasy-Fotografie ihre Passion. Hartnäckigkeit und Perfektionismus helfen ihr, sich immer mehr zu profilieren und sich einen Namen zu machen.

Meerjungfrau in der Elster aufgenommen von Fantasy-Fotografin Louisa Müller aus Gera Langenberg Foto: Louisa Müller

Meerjungfrau in der Elster aufgenommen von Fantasy-Fotografin Louisa Müller aus Gera Langenberg Foto: Louisa Müller

Foto: zgt

Die Küche ist das Atelier. Dort schminkt Louisa Müller ihre Models fantasievoll und kleidet sie an, bevor die 20-Jährige mit ihnen nach draußen geht. Sie sucht die passende Umgebung für das perfekte Bild. Das kann der Garten der Villa Jahr sein, das Schloss Osterstein, der Langenberger Wald oder die Weiße Elster.

Die Meerjungfrau der Geraer Fotografin Louisa Müller

Im Juni vergangenen Jahres setzte Louisa Müller in der Nähe des Stadions im Buga-Park eine Meerjungfrau in die Elster. Die Beine des Models steckten in einer Schwanzflosse. Den Kopfschmuck aus Muscheln hat die Fotografin selbst gemacht. „Kleine Kinder haben gestaunt und geglaubt, sie wäre echt“, erinnert sich die gelernte gestaltungstechnische Assistentin. Ein schöneres Lob gibt es für Louisa nicht, wenn die Betrachter in die Welt der Fantasie eintauchen.

„Seit fünf, sechs Jahren habe ich die Fotografie für mich entdeckt“, erzählt die 20-Jährige. Seit der 7. Klasse macht sie immer wieder die Schulpraktika in einem Geraer Fotostudio. Das Mädchen saugt alles wie ein Schwamm auf. Es möchte wissen, wie eine Kamera funktioniert, interessiert sich für Porträtfotografie drinnen und draußen, beschäftigt sich mit Bildbearbeitungsprogrammen.

Die Familie und der weiße Schäferhund Aenne sind vorerst beliebte Motive. Hochzeitsbilder kommen hinzu. „Die waren nicht schlecht. Aber mit 15 Jahren traut man sich nicht, Erwachsene zu dirigieren“, sagt sie rückblickend. Über das Internet und auf YouTube sowie auf Fotografie-Foren holt sie sich weiteres Wissen. Um einen Workshop zu besuchen, reicht das Taschengeld nicht. Louisa Müller entdeckt Arbeiten von Laura Helena. Sie fotografiert im Fantasy-Stil. „Auch die Sachen von Rekii, der gleichzeitig Make up Artist ist und seine Models in Szene setzt, gefallen mir.

Außerdem lese ich gern Fantasy-Geschichten“, erzählt die 20-Jährige. Letztes Jahr besucht sie die Leipziger Buchmesse und die Manga Comic-Convention. Die stark geschminkten Leute in ihren Kostürmen ziehen Müller magisch. Sie fotografiert, knüpft Kontakte. Ihre Bilder sprechen an, überzeugen.

„Auch dieses Jahr war ich wieder dort. Zur Dreamhack, einer Game-Messe, war ich engagiert.“ Menschen so ästhetisch stylen, dass sie sich nicht mehr wiedererkennen, reizt die junge Frau. Dafür braucht sie zwei bis drei Stunden. „In meinen Bildern, die auch durch Details leben, verschwinden die Hintergründe. Blickfang ist der Mensch.“ Nach dem Fotografieren geht es an die Bildbearbeitung. Über Internet und Facebook sucht Louisa Müller ihre Models. Firmen sponsern inzwischen Schminke und Accessoires, von Schneidern aus der Region gibt es Kostüme. „Das war oft ein Klinkenputzen. Man muss dranbleiben. Ich bin hartnäckig und Perfektionist.“ Nichts will sie dem Zufall überlassen. Also fertigt sie manches selbst. Langsam stellen sich Erfolge ein. Seit September 2015 hat sie sich als Kleinunternehmerin angemeldet.

Mehr Informationen zu Fantasy-Fotografin Louisa Müller aus Gera lesen sie hier.

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