Maibaumsetzen im Saaleholzland: Wie die Orte das Traditionsfest feierten

Saale-Holzland  Maibäume stehen wieder auf den Dorfplätzen: In Reichenbach, Stadtroda, Mertendorf, Crossen und Ruttersdorf wurde gefeiert. Zu Pfingsten hat das Maibaumsetzen erneut Hochkonjunktur.

Zum Maibaumsetzen in Crossen muss der an den Baum gebundene Setzmeister freigekauft werden.

Zum Maibaumsetzen in Crossen muss der an den Baum gebundene Setzmeister freigekauft werden.

Foto: Angelika Munteanu

Auch wenn sich der Mai dem Ende neigt: Traditionell ist am Wochenende nach dem Männertag in verschiedenen Orten des Saale-Holzlandes das Maibaumsetzen gefeiert worden. Und diese Feste haben noch längst kein Ende: Zu Pfingsten wird das Maibaumsetzen – auch so will es die Tradition – in weiteren Gemeinden fortgesetzt. Und allerorts auf ganz besondere Weise. 50 Euro waren Thomas Geithe die drei Holzstapel Wert. „Das Geld kommt am Ende dem Verein zu Gute. Da kann man sich auch mal überbieten“, sagte der 57-Jährige. Er hatte am Sonnabend bei der Holzversteigerung nach dem Maibaumsetzen in Reichenbach mitgemacht. Geithe lieferte sich um die drei Holzstapel ein Bieter-Duell mit Fritz Petermann.

Alte Maibäume wurden versteigert

Die Versteigerung der Holzstapel ist für die Maibaumsetzer eine wichtige Einnahmequelle. „Die Gemeinde unterstützt uns. Die Auktion ist ein Spaß“, sagte Rene Ebert, auch Bursche bei den Reichenbachern. Als Richtmeister Thomas Leidig die 21 Holz-Pakete höchstmöglich verkaufte, stand der neue Maibaum. Der misst 32 Meter. „Es gab keine Probleme. Thomas hatte alles im Griff“, sagte Ebert.

Für das kleine Mertendorf mit seinen etwa 175 Bewohnern ist der 25 Meter hohe Maibaum, den die Burschen mit Unterstützung der Pfingstgesellschaft Friedrichstanneck am Samstag aufgestellt haben, eine stolze Leistung. Setzhilfe gab es durch einen neuen Maibock. „Der alte war nicht mehr schön“, sagte Setzmeister Stefan Treffer. „Den neuen haben Torsten Gruber und seine Frau entworfen. Horst Jugl hat die Holzarbeiten ausgeführt.“ Binnen zwei Stunden war der Maibaum gesetzt. Zu Pfingsten geht es weiter: Dann werden die Mertendorfer Burschen die Maibaumsetzer in Friedrichstanneck tatkräftig unterstützen. Gleich zwei Maibäume zieren den Kirchplatz in Crossen. Zehn Kinder hatten ihren Kindermaibaum mit der stolzen Höhe von 14,5 Metern errichtet. Nicht ganz problemlos hatten die Maibaumsetzer ihren großen Baum mit 28 Metern Höhe aus dem Bäckerloch zum Kirchplatz bekommen. Das Aufstellen schafften die 35 Burschen problemlos unter der Regie des neuen Setzmeisters Marek Kumanski. „Ich hab‘ das Amt abgegeben. Nach mehr als 20 Jahren und mit fast 60 muss mal Schluss sein“, sagte Alt-Setzmeister Hans-Peter Rudolph. Als der Crossener Baum gegen 18 Uhr stand, zog Marta, die jüngste Tochter von Marek Kumanski, mit dem Hut herum, um Geld zu sammeln. Das sollte wenigstens für eine Runde für die Burschen reichen, die ihren Setzmeister an den Maibaum gebunden hatten und ihn nach Crossener Tradition auslösen ließen.

Dass die Länge des Maibaumes in Stadtroda wegen diverser Stromleitungen auf 23 Meter begrenzt ist, stört die rodschen Maibaumsetzer nicht. „Wir haben 54 Vereinsmitglieder, 32 davon stehen am Baum. Da ist ein längerer Baum gar nicht möglich“ sagt Vorstandsmitglied Frank Häcker beim gemeinsamen Frühstück im Wald. Die Krone wurde im Wald gegen eine neue ersetzt. Mit bunten Bändern wurden die Kronen des großen und des Kindermaibaumes auf dem Alten Markt geschmückt. Seit einigen Jahren setzen die Stadtrodaer auf zwei Richtmeister. Jens Häcker und Klaus Patzer zeigten sich optimistisch, auch das 65.Maibaumsetzen erfolgreich über die Bühne zu bekommen. „Wir wollen mit dem Maibaumsetzen keine Rekorde brechen. Es soll einfach die Tradition des Maibaumsetzens gepflegt werden“, sagte Richtmeister Volker Baumann während des Maibaumsetzens am Sonnabend in Ruttersdorf. Inzwischen ist es spruchreif, dass er nach 15 Jahren Richtmeistererfahrung im kommenden Jahr das Amt an Dennis Ahldorf übergibt. Die 84 Mitglieder des Feuerwehrvereins sorgten für ein gelungenes Fest. Kaffee und Kuchenpakete gingen weg wie warme Semmeln. Zeitgleich spielten die Schalmeien aus Großlöbichau, unterstützten so die Burschen am Baum. Diese kamen angesichts des 30 Meter langen Baumes mächtig ins Schwitzen. „Unser Ziel ist es, gegen 16 Uhr den Baum oben zu haben“, sagt der ehemalige Vereinsvorsitzende Dieter Jungmann „Sobald der Baum steht, marschieren wir mit den Schalmeien in die Festhalle ein. Danach übergibt der Richtmeister die Baumwache in professionelle Hände, und wir können mit den Gästen feiern.“

Zu den Kommentaren