Mehr als 10.000 Gäste: Thüringer Dia Festival in Bad Blankenburg zu Ende

Ein Hauch von Welt. Mehr als 10.000 Besucher haben die unterschiedlichsten Touren rund um den Globus an den drei Tagen in die Säle der Stadthalle Bad Blankenburg gezogen.

Heinz Stücke, der seit über 50 Jahren die Welt beradelt, zeigt in einer Fotoausstellung seine Erlebnisse und brachte sein Fahrrad mit und verschiedene Dinge seiner Ausrüstung.
Foto: Roberto Burian

Heinz Stücke, der seit über 50 Jahren die Welt beradelt, zeigt in einer Fotoausstellung seine Erlebnisse und brachte sein Fahrrad mit und verschiedene Dinge seiner Ausrüstung. Foto: Roberto Burian

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Bad Blankenburg. "Bad Blankenburg ist bunt" - und damit meinte Rolf Kutschke das, was sich in der Stadthalle am Wochenende bewegte: Viele verschiedene Nationalitäten nämlich, mit vielen unterschiedlichen Hautfarben und ein breites Spektrum fremder Kulturen. Der gebürtige Thüringer und heutige Berliner war mit Frau Erika und den Kindern eigentlich zu einer Familienfeier in die Fröbelstadt gekommen, hätte aber gar nicht anders gekonnt, als vorher noch beim Dia Festival vorbeizuschauen. Auf dem Weg in die Fröbelstadt hätten sie die Plakate am Straßenrand gesehen, verraten die Haupt­städter.

Créme de la Créme der Weltenbummler

Am Wochenende gab es endlich die langersehnte 17. Auflage des Dia Festivals, die dritte in der Bad Blankenburger Stadthalle. Der Veranstaltung geht der Ruf des Besonderen voraus. Und längst hat es sich herumgesprochen: Da gibt es in Saalfeld zwei richtige Abenteurer - Brümmer und Glöckner, Freunde nennen sie Axel und Peter -, die jedes Jahr im Winter die Créme de la Créme der Weltenbummler zusammen trommeln. Durch ihre Filme aus aller Herren Länder und mit ihren informativen Kommentaren bringen sie im Veranstaltungshaus einmal mehr die halbe Welt auf die Leinwand. Zu Titeln wie "Sardinien - Trauminsel im Mittelmeer", "Thailand - Königreich des Lächelns", "Indien - Tempel, Götter, Legenden" oder "Paradies Erde - unterwegs zu den Schönheiten der Welt" drängen Endvierziger - jene Studenten, die einst ihre großen Reiseabenteuer planten. Denen, die doch zu Hause blieben, erfüllen Brümmer, Glöckner und Co. jetzt im Nachhinein ihre nicht ausgelebten Träume.

Über geplatzte Fahrradreifen, einen sturen Grenzbeamten, eine giftige Schlange wird erzählt. Zwischendurch baut einer der Globetrotter Exkurse über geografische Besonderheiten oder politische Konflikte in der Dritten Welt ein.

Im Sommer reisen, im Winter davon erzählen. Die Jüngeren fragen nach, weil sie eventuell mit dem Gedanken spielen, ihren Beruf aufzugeben, um ein Leben zu führen wie der, der vorn steht im Halbdunkel neben der Leinwand und der ein Best-of seiner immer beeindruckender gewordenen Reisefotos präsentiert. Der Rudolstädter Claus Emmerich hat sich mit seiner Frau Wilma für den Vortrag von Jürgen Dommer und Helga Negele mit dem Titel "Augenblicke einer Weltreise - im VW-Bulli ans andere Ende der Welt" entschieden und ist begeistert. "Großes Kino", beschreibt er das Ganze und lässt wissen, dass er und die Familie den Weg der Veranstalter von Beginn an mitverfolgt haben.

Angefangen mit den beiden Saalfeldern hatte es zur Wendezeit, Anfang 1990. Zwei junge Leute wollten aus der damals noch real existierenden DDR mit dem Fahrrad in die Welt hinaus. Heute, Tausende von Kilometern und Hunderte Vorträge später, sind sie längst Familienväter, aber immer noch abenteuerlustig. Ihr Publikum hat sich seit damals kaum verändert. Nur ­gealtert ist es, wie die beiden Abenteurer auch. Mit ihren Reportagen nehmen sie die Zuschauer immer noch mit auf eine Reise um den Globus sowie in den bunten Kosmos der faszinierendsten Lebewesen.

Natürlich wird auch Bewährtes beibehalten. Dazu gehören Wintercamping, Workshops, die legendäre Aftershow-Party im Festzelt bei der didiplay die Stimmung anheizt oder das Eisbaden am Sonntagmorgen. Die Party in diesem Jahr war die geilste von allen bisherigen", grinst Axel Brümmer. Klar, was so ein richtiger Abenteurer ist, der versteht es auch zu feiern.

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