Neue Fassade als nachträgliches Geschenk zum 125. der Meuselbacher Kuppe

Nachträgliches Geschenk zum 125.: Die Meuselbacher Kuppe hat nun an Gaststätte und Saal eine neue Fassade. Die moderne Wärmedämmung verspricht enorme Einsparungen bei den Heizkosten. Die Chronik berichtet von Bau einer Schutzhütte 1887 auf dem Kuppenberg.

Die Meuselbacher Kuppe im schönsten Winter. Foto: Michael Graf

Die Meuselbacher Kuppe im schönsten Winter. Foto: Michael Graf

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Meuselbach-Schwarzmühle. Sozusagen als nachträgliches Geschenk zum 125. Geburtstag, den sie im Mai gefeiert hatte, bekam die Meuselbacher Kuppe an Gaststätte und Saal eine neue Fassade. Knapp 46 600 Euro habe diese Baumaßnahme gekostet, erfuhr unsere Zeitung jetzt von Klaus Möller, Bürgermeister der Gemeinde Meuselbach-Schwarzmühle (BI).

Das waren seinen Angaben nach rund 1100 Euro mehr als veranschlagt. Die höhere Summe habe sich ergeben, weil die Elektroinstallation so veraltet war, dass sie vollständig erneuert werden musste, sagt das Gemeindeoberhaupt. Möller weist zugleich darauf hin, dass dank Eigenleistungen des Bauhofs fast 2500 Euro eingespart werden konnten. Übrigens seien ausschließlich einheimische Firmen zum Einsatz gekommen. Komplett erneuert worden sei die Stulpschalung an Saal und Gaststätte. Laut Möllers Auskunft waren die Fassade gedämmt, neue Fenster und Türen mit Sicherheitsglas eingebaut und außerdem das zu schmal gewesene Vorhaus auf zwei Meter verbreitert worden. "Aufgrund der neuen Dämmung sind es nun drinnen auch im Winter 16 bis 17 Grad. Früher hatten wir bei großer Kälte draußen zwei bis drei", berichtet der Bürgermeister und erwartet eine enorme Heizkosteneinsparung.

Den Handwerkern bescheinigt er sehr schnelle und gute Arbeit. Nicht unerwähnt lässt Klaus Möller, dass drei Anträge auf Zuschüsse über die Tourismusförderung abgelehnt wurden. Somit habe die Gemeinde das Projekt ausschließlich mit eigenen Mitteln finanziert.

Thomas Rother, seit 2009 Kuppenwirt, freut sich natürlich über das neue Antlitz des beliebten Ausflugsziels. Die mit tatkräftiger Unterstützung des Meuselbacher Heimatvereins arrangierte Geburtstagsfeier im Mai habe mit 400 bis 500 Besuchern rekordverdächtigen Zuspruch gebracht, lässt er wissen. An den beiden Weihnachtsfeiertagen und zur Silvesterparty sei die Meuselbacher Kuppe ausgebucht, teilt Rother mit.

Aus der Meuselbacher Chronik geht hervor, dass der Thüringerwald-Verein 1887, also vor 125 Jahren, eine Schutzhütte auf dem Kuppenberg errichtet hatte. 1911 erfolgte dann der Umbau zu einem Turm, der im Laufe der Zeit aber verfiel und 1934 vollständig neu aufgebaut wurde. Seitdem wird der Turm als Berggaststätte bewirtschaftet.

Während des Zweiten Weltkriegs hatte die Wehrmacht hier einen "Flugmeldedienst" eingerichtet. Eine amerikanische Granate riss im April 1945 ein großes Loch in den Turm, der dann 1949 nach neuerlichem Aufbau wieder eingeweiht werden konnte. 1954 erhielt er einen Anbau an der Nordseite. Viele Urlauber strömten zu DDR-Zeiten auf die Meuselbacher Kuppe.

1992 musste die Gaststätte geschlossen werden, weil eine Wasserleitung hoch zum Berg und eine moderne Kläranlage fehlten. Mit einem Kostenaufwand von 300 000 D-Mark, davon 180 000 Mark Fördermittel des Landes, wurde Abhilfe geschaffen, und nach Renovierung und Modernisierung nahm die Kuppengaststätte, wie man sie heute kennt, im August 1993 ihren Betrieb wieder auf.

Die Kuppe sei etwas Besonderes und wert, dass man ihre Schönheit bewahrt, ist in der 2004 zur 650-Jahr-Feier Meuselbachs erschienen Festschrift zu lesen. Mit der "Verschönerungskur" 2012 steht die Gemeinde zu ihrem Wort.

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