Neuer Verein setzt sich für Schloss Crossen ein

Vor ein paar Monaten hat der Verein "Freunde und Förderer des Schlosses Crossen" seine Arbeit aufgenommen. Hauptziel ist es, Investoren für das teils marode Gebäude zu finden.

Blick auf Schloss Crossen vom Schlossberg aus. Seit 1991 stehen die Gebäude mit ins­gesamt rund 4800¿Quadratmetern Nutzfläche leer. Foto: Susann Grunert

Blick auf Schloss Crossen vom Schlossberg aus. Seit 1991 stehen die Gebäude mit ins­gesamt rund 4800¿Quadratmetern Nutzfläche leer. Foto: Susann Grunert

Foto: zgt

Crossen. Hoch über der Elstergemeinde, weithin sichtbar, thront das Schloss von Crossen. Doch was aus der Ferne majestätisch aussieht, beginnt bei näherem Hinschauen ordentlich zu bröckeln. Seit 1991 stehen die Gebäude leer - und verfallen.

Das wollen die "Freunde und Förderer des Schlosses Crossen" nicht so ohne Weiteres geschehen lassen. Seit ein paar Monaten steht der Verein im Vereinsregister, zählt derzeit 16"Mit­glieder. "Unser Ziel ist es, die Historie und die Tradition des Schlosses fortzuführen", sagt Wolfgang Maruschky, Vorsitzender des Vereins. Dabei wolle man aber nicht als Geldgeber, sondern vielmehr als Mittler und Katalysator für mögliche Investoren agieren. "Wir wollen sie dabei unterstützen, hier sesshaft zu werden."

Orientiert werden soll darauf, im Schloss wieder eine Bildungseinrichtung samt Internat unterzubringen. 1953 wurde im Schloss das Institut für Lehrerfortbildung gegründet, das bis 1991 existierte. Mit den derzei­tigen Eigentümern herrsche Einigkeit: "Die wollen so schnell wie möglich verkaufen", so Maruschky. Die Bedingungen seien klar und akzeptabel, zwei Interessenten habe es auch schon gegeben, die dann aber doch wieder abgesprungen waren.

Im Rahmen seiner Möglichkeiten will der Verein das Schloss der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen. Führungen und Veranstaltungen im Schloss oder über das Schloss und seine Geschichte seien denkbar. Vorhandene Dokumente sollen gesammelt und aufbereitet werden, gerne auch mit Hilfe von Zeitzeugen. Auch eine Internetpräsenz ist derzeit im Aufbau.

Das Schloss wurde 955 erstmalig erwähnt. Nach 1700 wurde es zum Barockschloss umgebaut, zu dieser Zeit wurde auch der Festsaal errichtet. Der Vorhof zum Schloss wird von zwei Kavalierhäuschen, einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude zur damaligen Unterbringung der Bediensteten, Garagen und einem Internatsgebäude aus den 60er Jahren eingefasst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus erst Umsiedlerauffanglager, bevor das Institut für Lehrerfortbildung hier einzog.

Der Turm und ein Teil der ­Dächer wurden nach Angaben der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Ende der 90er Jahre saniert. Sanierungsbedarf besteht im Erd- und im ersten Obergeschoss. Außerdem müssten alle Ver- und Entsorgungssysteme erneuert werden. Das Schloss verfügt aber über eine Gasheizung, die den gesamten Komplex mit Wärme und Warm­wasser versorgen kann. Die Kavalierhäuschen und die Wirtschaftsgebäude haben ebenfalls dringenden Modernisierungsbedarf. Hingegen könnten die Internatsräume sofort genutzt werden, da sie laut LEG in einem baulich und statisch ­gutem Zustand sind.

"Wir suchen natürlich nach weiteren Mitgliedern", sagt Wolfgang Maruschky. Die müssten auch keine großen Geldsummen als "Mitgift" mitbringen. "Wir suchen Leute, die Interesse am Schloss haben und die etwas bewegen möchten", so der Vereinsvorsitzende. Das Crossener Schloss dürfe nicht aus dem öffentlichen Blickfeld verschwinden, denn es gehöre zum Elstertal und zu Ostthüringen. "Außerdem könnte ein Neuanfang im Schloss zum Motor für die gesamte Region werden", ist Maruschky überzeugt.

Wer Kontakt sucht, kann sich an den "Freunde & Förderer e.V.", Nöben 3, in Crossen wenden, Tel.: (0172) 367"77"80.

@ Mehr Infos zum Verein auch im Internet unter: www.schloss-crossen.de

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