Neuhaus hat nun ein Rennsteighaus

Gestern eingeweihte Servicestation bietet die Möglichkeit, eine Ruhepause einzulegen, Duschen und Toiletten zu nutzen, Sportgeräte unterzustellen und zu reparieren oder auch E-Bike-Akkus aufzuladen.

Das Rennsteighaus am Igelshieber Sportplatz in Neuhaus wurde gestern offiziell übergeben. Es ist nach Masserberg das zweite von insgesamt sechs geplanten.
Foto: Michael Graf

Das Rennsteighaus am Igelshieber Sportplatz in Neuhaus wurde gestern offiziell übergeben. Es ist nach Masserberg das zweite von insgesamt sechs geplanten. Foto: Michael Graf

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Neuhaus. Mit einem gestern am Igelshieber Sportplatz offiziell an die Stadt Neuhaus am Rennweg übergebenen Rennsteighaus soll Gästen und Bürgern die Möglichkeit geboten werden, sanitäre und barrierefreie Einrichtungen wie Toiletten und Duschen zu nutzen, Sportgeräte unterzustellen sowie ­Reparatur- und Ruhemöglichkeiten zu finden. E-Biker können an einer Ladestation die Akkus ihrer Bikes aufladen. Eine Garage für Fahrräder mit Elektrounterstützung kann ebenfalls dafür genutzt werden. Außerdem stehen räumliche Möglichkeiten zum Ski-Wachsen bereit, heißt es in einer Mitteilung des Regionalverbunds Thüringer Wald dazu.

Die Stadt Neuhaus hatte 2011 in Zusammenarbeit mit der ­Infrastrukturgesellschaft Rennsteig mbH (IGR), einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft des Regionalverbundes, den Entschluss gefasst, die Funktionen eines Rennsteighauses im Rahmen des touristischen Infrastrukturprojektes "Ganzjahreskonzeptes Rennsteig" in das Sportlerheim im Ortsteil Igelshieb zu integrieren. Sie füllte ­damit eigentlich nur die Rolle des "Ersatzmanns" aus, denn den ursprünglich geplanten Standort "Kalte Küche" hatte die Gemeinde Oberland am Rennsteig abgelehnt. Bereut habe Neuhaus diese Entscheidung aber auf keinen Fall, versicherte Bürgermeisterin Marianne Reichelt (Linke). Sie verlieh zur Einweihung - wie auch der Präsident und die Geschäftsfüh­rerin des Regionalverbunds, Andreas Trautvetter und Marietta Schlütter, ihrer Hoffnung auf einen tollen Winter und eine erfolgreiche erste Saison des Rennsteighauses Ausdruck.

Dieses hat, wie mitgeteilt wurde, eine Gesamtfläche von zirka 90 Quadratmetern. Die Außenwandflächen des gesamten Hauses sind mit einer wärme­gedämmten Fassade mit Holzschalung und einer Wellblechbekleidung versehen. Die Blechbeschichtungen in ­Anthrazitgrau und einem natür­lichen Rot-Ton passen sich der ortstypischen Gestaltung an, wird betont.

Im Oktober 2012 war der Vertrag für die Bauleistungen mit der Firma WWF-Bau GmbH aus Probstzella unterzeichnet worden. Für ein Projekt in Neuhaus am Rennweg ist dies ein recht später Zeitpunkt, und so mussten die am 8. Oktober gestarteten Bauarbeiten witterungs­bedingt bereits im November eingestellt werden. Und weil der vergangene Winter besonders lang war, gingen sie erst Ende April 2013 wieder los. Nun aber ist das Rennsteighaus fertig. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf zirka 380 000 Euro, wie ­Marietta Schlütter gestern mitteilte. 90 Prozent sind Fördergelder vom Land Thüringen, zehn Prozent der Eigenanteil des Landkreises Sonneberg. Nun ist die Stadt Neuhaus als Betreiber in der Pflicht. Mit dem Wintersportverein 1907 Neuhaus hat sie dabei einen wich­­tigen Partner.

Das Rennsteighaus am Igelshieber Sportplatz mit Parkmöglichkeiten für Pkw und Haltepunkt der Süd-Thüringen-Bahn in unmittelbarer Nachbarschaft ist die zweite von insgesamt sechs Servicestationen, die der Regionalverbund bis Ende kommenden Jahres an die jeweilige Gemeinde übergeben will, eine davon im Lehestener Ortsteil Brennersgrün. Den Auftakt hatte Mitte November Masserberg gemacht.

Der Regionalverbund Thüringer Wald setzt als größte touristische Vereinigung des Freistaats Thüringen im Landesauftrag das Infrastrukturprojekt "Ganzjahreskonzept Rennsteig" mit einer Gesamtinvestitionssumme von 14,3 Millionen Euro bis 2015 um. Das Gesamtprojekt beinhaltet seinen Angaben nach über 200 Einzelmaßnahmen für ­zirka 60 Kommunen im Thüringer Wald mit dem Ziel, die ­Service- und Aufenthaltsqualität der Gäste und Bürger am Rennsteig, dem ältesten und bekanntesten Kammweg der deutschen Mittelgebirge, entscheidend zu verbessern.

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