Nur noch Rudimente des Bergaer Schlosses übrig

Berga. Vom einst ansehnlichen Schloss Berga sind nur noch Rudimente übrig. Und selbst die lassen nicht mehr die einstige Schönheit des Gemäuers erahnen.

Die Abrissarbeiten am Schloss Berga sind abgeschlossen. Teile der Ruine drohten auf die Bundesstraße 175 zu fallen, deshalb wurde der Teilabriss notwendig. Foto: Katja Grieser

Die Abrissarbeiten am Schloss Berga sind abgeschlossen. Teile der Ruine drohten auf die Bundesstraße 175 zu fallen, deshalb wurde der Teilabriss notwendig. Foto: Katja Grieser

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Seit Jahren dümpelt das denkmalgeschützte Schloss vor sich hin. Träume von sich als untätig erweisenden Schlossherrn sind ausgeträumt. In den letzten Wochen wurden große Teile des Schlosses abgerissen, da die Gefahr bestand, dass sie auf die Bundesstraße 175 fallen.

"Ich bin froh, dass die Gefahr für die Allgemeinheit abgewendet ist", gibt sich Bergas Bürgermeister Stephan Büttner (Freie Wähler) erleichtert. Natürlich schwinge auch Wehmut mit, denn viele Jahre hatte man gehofft, dass es für das Schloss eine bessere Lösung als den langsamen Verfall geben würde. Umsonst.

Eingeschritten ist schließlich das Landratsamt. Nachdem bereits in der Vergangenheit Teile des Mauerwerks herausgebrochen waren und ein Teil des Torhauses abgebrochen wurde, drohte erneut Gefahr. Alle Gebäude der Anlage – bis auf zwei ehemalige Wirtschaftshäuser – seien laut einer Untersuchung einsturzgefährdet gewesen. So bekam der Schlossherr – Geschäftsführer der "Schloss Berga Inc." in Orlando/Florida – die Auflage, einen teilweisen Rückbau vorzunehmen und ein Standsicherheitsgutachten vorzulegen. Da es von dieser Seite keine Reaktion gegeben habe, hat der Landkreis die erforderlichen Abriss- und Sicherungsarbeiten in Auftrag gegeben und behält sich vor, die Kosten zurückzufordern. Die belaufen sich auf rund 35 000 Euro.

Die Ringmauer, die das Areal umschließt, ist erhalten geblieben. Diese Mauer gehe auf eine befestigte Ritterburg aus dem 13. und 14. Jahrhundert zurück. Der dreigeschossige Schlossbau aus dem 16. Jahrhundert im Stil der Renaissance sowie das Torhaus wurden bis zur Oberkante des Erdgeschosses abgerissen.

Mit dem Eingriff, der notwendig war, um unter anderem die Autofahrer auf der unterhalb des Schlosses verlaufenden B 175 nicht zu gefährden, wurden allerdings prägende Teile des Denkmals entfernt. Ziel sei nun eine gestaltete Ruine, die an den historischen Wert der Schlossanlage erinnern soll.

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