Offene Gärten: Schlange stehen vor den Röblitzer Grün-Paradiesen

Röblitz  Etwa 760 Besucher genießen bei Garteneinblicken im Unterwellenborner Ortsteil Röblitz auch Musik und Kunst.

Gartengenuss im historischen Ambiente: Besucher bewundern die grüne Oase am Edelhof Röblitz.

Gartengenuss im historischen Ambiente: Besucher bewundern die grüne Oase am Edelhof Röblitz.

Foto: Jens Voigt

Catharinau und Remda, aber auch Weimar und Jena – die Herkunft der Besucher bestätigte bereits am späten Sonntagmorgen, dass das Konzept der Röblitzer Garteneinblicke erneut aufgegangen ist. Und die Menge der Neugierigen belegte es auch: „Voriges Jahr hatten wir um die Zeit gerade mal fünf Besucher“, erinnerte sich gegen 10 Uhr Edelhof-Hausherr Detlef Schlegel, „jetzt sind schon an die dreißig durch“. Bis zum Abschluss am späten Nachmittag zählte man genau 755 Gäste.

Die an nur einem Ort und zudem in bequem fußläufiger Entfernung erstaunliche Garten-Kontraste erleben konnten. „Alle sind schön, aber jeder ist anders“, so betonte es Jens Arnold immer wieder. Da ist die wilde Verspieltheit und Lust, Gebrauchsgerät gewitzt in Szene zu setzen, die den Arnoldschen Garten zur Überraschungs-Landschaft macht.

Bei Familie Grötzsch in der Dorfstraße 11 wiederum kommt das wuchernde Grün weitgehend mit sich selbst aus, vermitteln Hühner- und Entenstall noch so etwas Viehzeug-hinterm-Haus-Ambiente. Ganz anders bei Schlegels, die Hof und Garten als grüne Manschette ihres Wohn-Denkmals gestalten und pflegen, haben sie doch vor 23 Jahren den Edelhof erworben, dessen Eingangs-Türsturz noch den Erbauer Johann Justus Kämmerer von 1744 erwähnt, der aber mit ziemlicher Sicherheit noch weit älter sein dürfte: Sogar Steinäxte fanden sich beim Ausheben des heutigen Schwimmteichs.

Besucher werden zu Freunden

Und während in den anderen Gärten der Blick schon nach wenigen Metern von Pflanzen, Zierrat oder Kunst eingefangen wird, bekommt er in der parkartigen Anlage der Familie Zobel in der Langenschader Straße 4 Raum zum Schweifen: weite Rasenflächen mit fast komponiert wirkenden großen Bäumen, verstreute Sitzgruppen. Und würde jemand erklären, es gebe den Kaffee und leckeren Kuchen, den Zobels den Besuchern kredenzen, hier jeden Tag im Parkcafé-Betrieb, man würde es glatt glauben.

Aber so ist es nicht und die Frage also statthaft, warum Menschen, die derart deutlich viel Aufwand und Liebe in ihre Gärten stecken, sich in ihren grünen Oasen mit voller Absicht aus der Ruhe bringen lassen, jedenfalls an diesem Tag. „Weil eigentlich nur nette Leute kommen und sich dabei sogar neue Freundschaften entwickeln“, sagt Detlef Schlegel. Norbert Jauch, Vater von Diana Zobel, schätzt die Anerkennung durch andere Gartenfreunde: „Das hilft, so manche Anstrengung zu ertragen.“

Und Gitte Grötzsch macht klar, dass zu jeder guten Idee auch ein Mensch als Antreiber gehört: Diana Arnold-Querengässer habe sie zur Teilnahme überredet. Nun hat auch Grötzsch bereits Stammgäste – und einer schickt sogar zu Weihnachten eine eigens gestaltete Fotocollage gen Röblitz.