Pfiffikusse aus Bodelwitz haben jetzt mehr Platz

Gemeinde nimmt Förderung für Kinder unter zwei Jahren zur Vergrößerung des Kindergartens in Anspruch. Mit Spendengeldern von Firmen und Eltern soll nun Stiefel-Igel gekauft werden.

Kindergartenkinder der Kindertagesstätte "Pfiffikus" in Bodelwitz nehmen voller Freude ihren neuen Raum, der anstelle der früheren Terrasse gebaut wurde, in Beschlag. Foto: Brit Wollschläger

Foto: zgt

Bodelwitz. Der Bodelwitzer Kindergarten wirkt jetzt viel größer. Es wurde etwas an- und einiges sehr geschickt umgebaut. Und so haben die fast 30 Kinder jetzt viel mehr Platz zum Spielen, Toben, Essen und Ausruhen.

Anstelle der früheren Terrasse an der Westseite des Gebäudes entstand ein neuer Gruppenraum mit vielen Fenstern - der hellste Raum im ganzen Haus. Im September hatten die Bauarbeiten - bei laufendem Kindergartenbetrieb - begonnen. Ein großer Wanddurchbruch war nötig, damit der neue Raum gut mit den anderen Räumen verbunden ist.

"Ein großes Dankeschön geht an das Erzieherteam, das auch in der oft lauten Bauphase stets die Nerven behalten und die Kinder bestmöglich betreut hat, und an die Eltern, die manch geänderten Ablauf toleriert haben", sagt Bürgermeisterin Katja Staps zur Einweihung des neuen Raumes, die mit den beteiligten Firmen, Eltern und Großeltern gefeiert wurde.

Für die ein- bis sechsjährigen Pfiffikusse waren die vergangenen Monate ziemlich spannend. Fleißige Handwerker sahen die Kinder jeden Tag und sie rückten für eine Weile in ihrem Kindergarten noch enger zusammen - immer dahin, wo gerade nicht gebaut wurde.

Neu gestaltet wurden auch der Eingangs- und Garderobenbereich und die kleine Teeküche. Der Bereich der Garderoben, wo die Kinder ihre Jacken und Schuhe unterbringen können, wurde etwas vergrößert, eine Innenwand wurde versetzt. Die kleine Teeküche wurde verkleinert. Die Tür öffnet sich jetzt schräg zum Raum, eine störende Ecke ist nicht mehr da.

Insgesamt haben die Kinder im Bodelwitzer Kindergarten nun deutlich mehr Platz und eine praktischere Raumaufteilung. Aus bisher einer großen, altersgemischten Gruppe wurden jetzt zwei Gruppen - die "kleine" und die "große" gebildet. Für die Kleinsten gibt es sogar spezielle Betten, eine sehr kleine "Baby"-Toilette und ein tieferes Waschbecken.

Der Kindergarten ist damit bestens gerüstet für die Aufnahme von Kindern unter zwei Jahren - und dafür wurde auch eine Förderung über das Thüringer Kultusministerium bewilligt. Die Förderung betrug für das Bauvorhaben fast 35 000 Euro und für die Innenausstattung knapp 9000 Euro. Eine Gesamtsumme von etwa 16 000 Euro steuerte die Gemeinde Bodelwitz bei.

"Uns ist der Kindergarten sehr wichtig," betont Bürgermeisterin Katja Staps, die oft spontan auf veränderte Anforderungen während der Bauzeit reagieren musste. Die Kapazität wurde so kalkuliert, dass der Kindergarten - orientiert an den Geburtenzahlen in der Gemeinde - im kommenden Jahr voll ausgelastet ist.

Der Kindergarten in Bodelwitz hat eine wechselhafte Geschichte. Seit 1948 wird das Gebäude als Kindergarten genutzt. Gebaut wurde es 1936 als Jugendheim, 1945 stand es Umsiedlern als Wohnung zur Verfügung. Den ersten großen Umbau gab es 1976. Es wurde eine Zentralheizung ein- und die Terrasse angebaut, die Kapazität erhöhte sich auf 40 Kinder. Bisher wurde der Kindergarten in Trägerschaft der Gemeinde, der Volkssolidarität, der Aktion Integration und seit 2003 wieder der Gemeinde geführt. Vor zehn Jahren wurden Dach und Fassade erneuert.

"Wir haben ein tolles Erzieherteam - drei Frauen, ein Mann - , das viele gute Ideen hat", sagt die Bürgermeisterin, die als Kind selbst diesen Kindergarten besuchte. Der Kindergarten ist bei Bedarf morgens ab 6 Uhr geöffnet und täglich bis 16.30 Uhr.

So werde der Thüringer Bildungsplan mit der Konzeption "Der Natur auf der Spur" kreativ umgesetzt.

Derzeit sammelt der Kindergarten Spenden, um einen Stiefel-Igel oder Stiefelbaum anzuschaffen. Das ist ein Möbelstück, auf dem die Stiefel der Kinder getrocknet werden können, wenn sie von ihren Abenteuern in der Natur oder auf dem Spielplatz zurückkommen.

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