Pößneck: Modellbahnen locken 2700 Fans an

Modellbahnausstellung des MEC Orlabahn e.V. lockt an drei Tagen 2700 Besucher in die Pößnecker Shedhalle.

Nostalgie auf Gleisen im Kleinformat: Die historische Märklin-Anlage der Spur 0 aus der Zeit zwischen 1920 und 1940, ausgestellt von der Familie Böhmel aus Taucha, begeisterte große und kleine Besucher. Die Lok wurde zu festgelegten Zeiten sogar unter Dampf gesetzt.

Nostalgie auf Gleisen im Kleinformat: Die historische Märklin-Anlage der Spur 0 aus der Zeit zwischen 1920 und 1940, ausgestellt von der Familie Böhmel aus Taucha, begeisterte große und kleine Besucher. Die Lok wurde zu festgelegten Zeiten sogar unter Dampf gesetzt.

Foto: zgt

Pößneck. Fritz Kleine, Mitglied im Modellbahnclub (MEC) Orlabahn Pößneck e.V., nennt es bescheiden "unser Hobby". Doch es steckt eine große Portion Herzblut und Ehrgeiz dahinter, eine solche Modellbahnausstellung wie am Wochenende in der Shedhalle zu organisieren. Die Ausstellung lockte nach Angaben des MEC an drei Tagen 2700 Besucher. Nach Einschätzung des Vereinsvorsitzenden Klaus Regu habe der Wintereinbruch am Sonnabend einige Besucher gekostet, vor allem aus höheren Lagen des Kreises. Dennoch sind die Veranstalter mit der Resonanz sehr zufrieden.

Die Last des Niederschlages hatte in der Nacht zum Sonnabend ein Zelt vor der Halle zum Einsturz gebracht. Die Mitglieder des Modell-Auto-Clubs aus Arnstadt hatten deshalb ihren Parcours mit Funktionsmodellen in das Foyer der Halle verlegt. Diese Darbietung fand nicht nur wegen des Durchgangsverkehrs großes Interesse.

"Ich komme jedes Mal zu dieser Ausstellung und freue mich stets auf die Ankündigung, auch wenn ich selbst keine Modellbahn zu Hause habe", sagte der Pößnecker Maik Butterweck. Besucherin Ines Thiele beeindruckte die Liebe zum Detail. "Es sind viele kleine Meilensteine der Eisenbahngeschichte", sagte die Pößneckerin.

Auffallend war, dass nicht nur Fans in der Halle waren, sondern viele Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern zum Schauen kamen. Manche blieben einige Stunden, einige kamen an allen drei Tagen. Neben Schaulustigen aus der Umgebung gab es auch weitgereiste Interessenten aus Rostock und Groß-Gerau (Metropolregion Rhein-Main in Hessen).

Das Konzept, in Pößneck erstmals eine Modellbahnausstellung um vereinzelte Exponate aus dem Schiffs-, Flug- und Automodellbau zu erweitern, ist gut angekommen. "Es ist interessant zu sehen, was andere Modellbauer machen. Jeder hat seine Vorlieben. Vor allem können wir voneinander lernen und uns Anregungen holen", sagte Rolf Zimmermann. Der Modellbauer aus Bad Lobenstein gehört zum Modellbauverein Naila und zeigte ein von ihm gebautes Modell einer Schaustellermaschine, wie sie vor knapp 100 Jahren beim Antrieb von Karussellen zum Einsatz kam.

"Ich finde das einwandfrei", sagte Andreas Noeltche zu der Möglichkeit, die Arbeit der Interessengemeinschaft (IG) Schiffsmodelle zeigen zu können. Der 14-Jährige ist Mitglied der gleichnamigen Arbeitsgemeinschaft in der Regelschule Prof.-Franz-Huth. Unter Anleitung von Schulleiter Roland Genzel gehen Schüler der fünften bis neunten Klasse dieser kreativen Beschäftigung nach und pflegen dieses Hobby oft zu Hause, einige Jungen auch nach Ende der Schule. Nur wenige Meter weiter zeigte die Gruppe um Gerd Wenzel Flugmodelle. Schon seit früher Jugend betreibt der Fleischermeister aus Pößneck dieses Hobby.

Ein Publikumsrenner war die Miniaturnachbildung eines Sägewerkes, die Berthold Meinel aus Klingenthal den staunenden Besuchern demonstrierte. Auf einer funktionsfähigen Anlage im Maßstab 1:10 war zu erleben, wie das Gatter kleine Hölzer durchsägte. Die Anregung holte sich der Werkzeugmacher aus dem Fernsehen und überraschte damit die Verwandtschaft, die ein solches Werk betreibt.

Nicht weniger groß war der Andrang an der Anlage, die Jürgen Block aus Leipzig und Sohn Roland unter tatkräftiger Mitarbeit von Jürgen Blocks Ehefrau Renate in elf Jahren von 2001 bis 2012 geschaffen haben. "Es wurden an unserem Stand viele Geschichten erzählt, weil viele den Ort als DDR-Urlauber kannten", sagte Renate Block zu der Nachbildung der Wittower Fähre. Während es die Fährverbindung zwischen dem Kernland der Insel Rügen und der Halbinsel Wittow noch gibt, ist der Betrieb der angrenzenden Kleinbahn bereits 1968 eingestellt worden und jetzt im Miniformat wieder zu sehen.