Pößnecker auf großer Fahrt

Pößneck  Familie Heintz war mit dem Wohnmobil gut 100 Tage und 14 000 Kilometer einmal quer durch Osteuropa unterwegs

Wolfgang und Rita Heintz aus Pößneck.

Wolfgang und Rita Heintz aus Pößneck.

Foto: Hartmut Bergner

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Auf ihrem Wohnmobil steht „Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.“ Was im Berufsalltag nicht möglich war, gönnen sich Rita und Wolfgang Heintz nun als Rentner Jahr für Jahr. Am 15. Mai stiegen sie erneut in ihren Camper und starteten eine Reise, die siebzehn Wochen dauern sollte.

„Quer durch Osteuropa war der große Plan, die tatsächliche Strecke ergab sich dann erst während der Fahrt so nach und nach“, sagt Wolfgang Heintz. Aus privaten Gründen mussten sie an die polnische Ostseeküste reisen, doch wer die Familie kennt, weiß, dass sie nicht den schnellsten Weg nimmt. „Wir sind mit einmalig schönen Landschafen wie den Masuren und hervorragendem Essen belohnt worden“, so Wolfgang Heintz. „Der Oberlandkanal, auf dem Schiffe nicht durch Schleusen Höhen überwinden, sondern über Land in einem Dock, gehörte zu den Überraschungen.“

Neben Deutschland und Polen wurden die Tschechische Republik und die Slowakei, Ungarn, Serbien und der Kosovo, Albanien und Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Slowenien, schließlich Österreich bereist. Obwohl das Wohnmobil eine stattliche Größe hat, sind die beiden Rentner nur auf Land- und Neben­straßen unterwegs – „um die Länder und seine Menschen wirklich kennenzulernen“, wie er betont. Fernab von jedem Tourismus trafen sie immer wieder auf besonders gastfreundliche Bewohner in kleinen Dörfern. Rita Heintz: „Unsere Vorratskammer wurde auf der Reise nicht leerer sondern immer voller.“ Über 20 Flaschen Wein, Eingewecktes und andere Gastgeschenke sammelten sich an.

Seit Jahren überzeugt Wolfgang Heintz Kommunen und Privatpersonen leidenschaftlich vom Nutzen ausgewiesener Wohnmobilstellplätze. Im Kosovo werde wohl nun ein weiterer entstehen. Denn ein Schweizer Schönheitschirurg habe dort mit dem Salla Europark einen Touristenmagneten geschaffen, aber nicht an die Mobilreisenden gedacht.

Wenn es sich anbot, blieb das Wohnmobil auch mal eine ganze Woche stehen, so wie in Slowenien, wo die Pößnecker zum Oberkrainer Festival eingeladen wurden. Auf die Frage nach dem schönsten Land dieser Tour lautet die Antwort von Rita Heintz: „Montenegro.“ Obwohl in diesem Balkanland ein Steinbruch als offizieller Grenzübergang ausgewiesen und fahrerisches Können ohne Wendemöglichkeit gefragt war, sei die an den Grand Canyon erinnernde Landschaft einmalig.

Die Europareisenden trafen rechtzeitig vor dem Herbst beziehungsweise nach 14 000 Kilometern und nur einer Reifenpanne wieder in Pößneck ein. Die Reise, die sie in gut 100 Tagen durch Europa führte, würden sie jederzeit der Reise „In 80 Tagen um die Welt“ vorziehen. Denn es geht dem Paar, welches vor der Goldenen Hochzeit steht, nicht um Schnelligkeit, sondern um Land und Leute.

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