Ponitz startet durch mit Förderbescheid

Die Gemeinde Ponitz hält jetzt die erste Zusage über Geld in den Händen, um den Wiederaufbau nach der Hochwasserkatastrophe 2013 endlich anzuschieben. Der Kampf darum ist jedoch noch nicht zu Ende.

Der unterspülte Fußgängerweg unter der Bahnbrücke in Ponitz. Bis dato hoffte die Gemeinde, dass die Bahn die Erneuerung dieses Weges in die Hand nimmt. Jetzt will sie sich selbst darum kümmern.
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Ponitz. Mit genau 1 063 394,59 Euro kann die Gemeinde Ponitz jetzt durchstarten. Mit diesem Geld aus dem Aufbauhilfeprogramm zur Wiederherstellung der Infrastruktur in den Gemeinden nach den Hochwassern 2013 können drei Brücken im Gemeindegebiet neu gebaut werden. Die Pleißenbrücke in Merlach, die Brücke über den Schilfgraben in Zschöpel und die Brücke über den Löpitzbach in Grünberg. Alle drei Bauwerke waren nach den Katastrophen im vergangenen Jahr nach gründlicher Prüfung mit einer Vier als Zustandsbenotung versehen worden. "Eigentlich hätten wir sie sperren müssen bei dieser Beurteilung und wir haben nicht selten darüber nachgedacht", so Bürgermeister Marcel Greunke (CDU). Aber die drei Brücken sind so wichtig für die jeweiligen Ortsteile, dass eine Sperrung nicht in Frage gekommen ist. Die Pleißenbrücke in Merlach beispielsweise ist die Verbindung nach Zschöpel. "Ohne die könnte man gar nicht von einem Ortsteil in den anderen kommen", so Greunke. Außerdem ist sie Bestandteil eines beliebten Radweges zwischen Gößnitz und Merlach. Mit 654"617 Euro ist sie auch der teuerste Brückenneubau, der im kommenden Jahr in Angriff genommen werden kann.

Die Brücke über den Schilfgraben in Zschöpel ist die einzige Brücke in diesem Dorf. "Wohl die meisten Einwohner dort müssen sie passieren, sind sie im Ort unterwegs", berichtet der Bürgermeister. Für 185 731 Euro wird sie nun neu gebaut.

Die Brücke über den Löpitzbach in Grünberg wiederum dient vor allem der Landwirtschaft und ihren Fahrzeugen. Auch sie komplettiert in Grünberg einen viel befahrenen Radweg. Jetzt kann sie für 223 046 Euro neu gebaut werden.

Und Bürgermeister Greunke kann seine Freude darüber nicht verbergen, jetzt den Fördermittelbescheid für alle drei Ersatzneubauten in den Händen zu halten. "Es war so ein langer Weg bis hierher. Das Gefühl, es geschafft zu haben, ist ganz toll." Der gesamte Gemeinderat sei glücklich über diese vorweihnachtliche Gabe. Und dafür haben die Ponitzer einiges getan. Sie schoben die Planungen für diese drei Brücken so weit an, dass die Projekte für die Ersatzneubauten weitestgehend standen. Ohne zu wissen übrigens, ob die Förderung dafür tatsächlich gewährt wird und in welcher Höhe. "Jetzt sind wir glücklich, weil wir unsere Zusammenarbeit mit den beiden Planungsbüros endlich guten Gewissens auf eine feste Vertragsbasis stellen können", fügt Greunke hinzu. Für die Planungsleistungen war die Gemeinde zunächst in Vorkasse gegangen. Und sie hatte auch vorsorglich Geld in ihrem Haushalt verankert, wenn die Förderung für die Neubauten nicht zu 100 Prozent aus der Aufbauhilfe hätte bestritten werden können.

Der Fördermittelbescheid ist ein Etappenerfolg. Denn jetzt geht die Verwaltungsarbeit erst so richtig los. Ehe der erste Bagger rollen kann in der Gemeinde, müssen wasserrechtliche Genehmigungen eingeholt und sämtliche Träger öffentlicher Belange angehört werden.

Dabei kämpft die Gemeinde noch an weiteren Fronten, um die Hochwasserschäden aus dem Vorjahr endlich beseitigen zu können. Es brennt gleich an mehreren Stellen. Der Mühlgraben in Ponitz fließt nach dem Hochwasser auf der Hälfte der Strecke rückwärts in die Pleiße zurück. Das macht Probleme zum einen für die Qualität des Pleißewassers und zum anderen für die Anwohner dort.

Und auch der Gehweg am Ponitzer Bahnhof hat eine Generalüberholung dringend nötig. Auch hier stand das Wasser im Dorf und spülte den etwas erhöhten Weg fast komplett aus. inzwischen neigt er sich schon leicht mit seinem Geländer gen Fahrbahn. "Wir dachten eigentlich, dass hier die Bahn die Regie übernimmt und sich um eine Sanierung des Fußweges kümmert", so Greunke. Doch warten die Ponitzer bis dato vergebens auf diese Initiative. "Jetzt werden wir versuchen, selbst Abhilfe zu schaffen, weil der Zustand inzwischen kaum noch tragbar ist", fügt der Bürgermeister hinzu. Und ebenso dringend muss ein weiteres Brückenbauwerk in Grünberg saniert werden. Das wurde auch arg mitgenommen beim Hochwasser und hier sei eine Förderung seitens des Landes bereits in Aussicht gestellt. "Ohne Hilfe vom Land werden wir all das auch nicht schaffen können", betont Greunke.

Jana Borath kommentiert: Höchste Hürde genommen

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