Ponitz: Verein Mali Bakoydio hilft aktuell im Norden Malis

Humanitäre Hilfe für Westafrika : Der Ponitzer Verein Mali Bakoydio hilft aktuell im Norden Malis als eine der ersten Organisationen mit Lebensmitteln und Medikamenten. Der Schwerpunkt liegt auf Bau und Entwicklung des Projektes Kinderzentrum Goundam.

Der Ponitzer Verein "Mali Bakoydio" hilft aktuell im Norden Malis als eine der ersten Organisationen mit  Lebensmitteln
 und Medikamenten. Foto: Archiv/Timur Emek/dapd

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Gößnitz/Ponitz. Das Engagement von "Mali Bakoydio" –Verein zur Förderung der Entwicklung im Norden Malis gilt einem Kinderzentrum, das in der Kleinstadt Goundam aufgebaut wird. In einer der ärmsten Regionen Malis, in der das Einkommen einer Familie bei 1,50 Euro pro Tag liege. "Für uns ist das unvorstellbar", sagt Matthias Friese. Der Geschichtslehrer an der Regelschule Gößnitz und seine Familie engagieren sich seit Jahren im kleinen Verein. Zum einen dafür, dass das Kinderzentrum aufgebaut wird, dass Lehrer und Schulmaterialien für die Mädchen und Jungen dort bezahlt werden können. Zum anderen stemmt "Mali Bakoydio" auch aktuell humanitäre Unterstützung für den Norden Malis. Eine Region, aus der die islamistischen Gruppen erst Anfang dieses Jahres abgezogen sind. "Die Menschen dort", so erzählt Friese, "können sich nun wieder frei auf den Straßen bewegen. Allerdings ist die Infrastruktur total zerstört." Was der Ponitzer Verein jetzt zum Anlass nimmt, als erste Organisation direkt sofortige humanitäre Unterstützung zu leisten.

"Unsere lokale Partnerorganisation Amade Pelcode hatte besonders das Bedürfnis nach medizinischer Versorgung geäußert", berichtet Matthias Friese. Weshalb der Verein bereits Ende Januar Medikamente im Wert von rund 300 Euro nach Goundam schicken konnte, die dort vom örtlichen Gesundheitszentrum verteilt werden.

Außerdem wurde an die 50 Kinder des "Kinderzentrums Goundam", um das sich die Hilfsorganisation kümmert, jeweils 24,5 Kilogramm Reis verteilt. "Dies war bereits die dritte Nahrungsmittelspende, die wir seit der Krise leisteten", sagt Friese nicht ohne Stolz. Im Zuge der Medikamentenlieferung gelang es den Freunden Malis außerdem, einen vergünstigten Tarif zur allgemeinen medizinischen Versorgung der 50 Kinder auszuhandeln. "Somit kann eine weitere Komponente unserer Vorhaben innerhalb des Projektes ’Kinderzentrum Goundam’ gewährleistet werden. Jetzt hoffen wir, dass der Schulbetrieb bald wieder aufgenommen werden kann."

"Mali Bakoydio" wurde erst 2010 gegründet und gehört damit zu den jüngeren Vereinen in der Gößnitzer Region. Dennoch gelang den 16 Vereinsmitgliedern und vielen Sympathisanten des Projektes schon einiges. Dazu gehört das Sammeln von Spenden für das Kinderzentrum Goundam, aber auch die Kontaktpflege und der Erfahrungsaustausch hierzulande, um Vereinsziele und -arbeit bekannt zu machen. Dabei hilft das schon recht dicht geknüpfte Netz zu anderen Vereinen hier und Hilfsorganisationen vor Ort.

Mit den Zschöpeler Heimatfreunden, den Mitgliedern des Renaissanceschlosses Ponitz beispielsweise pflegen die Freunde Malis ebenso enge Kontakte, wie zum Hilfsverein "Lilli" e. V., der in Gößnitz ansässig ist und ebenfalls für Projekte in Afrika deutschlandweit unterwegs ist.

Klar ist Matthias Friese und seinen Vereinsmitgliedern indes, dass die Region in Westafrika, am Mittellauf des Nigers, die Krise noch lange nicht überwunden hat. "Und die Hauptleidtragende ist dabei die nordmalische Bevölkerung", so der Zschöpeler. Weshalb "Mali Bakoydio" nach wie vor um Spenden wirbt. "Mit einer Spende an unseren Verein kann jeder die nordmalische Bevölkerung direkt unterstützen. Alle Spenden werden zu 100 Prozent an die Menschen vor Ort weitergeleitet", versichert Friese.

Kontakt und Infos zur Vereinsarbeit gibt es unter www.bakoydio.de

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