Reitstall Metzner in Schleiz als schwalbenfreundlich ausgezeichnet

Schleiz  Peter Zörner vom Arbeitskreis Teichgebiet Dreba-Plothen des Naturschutzbundes (Nabu) Thüringen übergibt an Roy Metzner eine Urkunde samt Plakette. Im Flyer des Nabu findet man viele Fakten zu den Schwalben und auch Anleitungen zum Bau von Nisthilfen.

Peter Zörner (r.) vom Nabu-Arbeitskreis Teichgebiet Dreba-Plothen übergibt im Rahmen der Aktion „Schwalben willkommen“ eine Urkunde samt Plakette an den Reitstall Metzner in Schleiz – hier vertreten durch Roy Metzner (Mitte), Nadine ­Geilert, Sohn Louis und Mitarbeiterin Luise Oertel (l.) Foto: Uwe Lange

Peter Zörner (r.) vom Nabu-Arbeitskreis Teichgebiet Dreba-Plothen übergibt im Rahmen der Aktion „Schwalben willkommen“ eine Urkunde samt Plakette an den Reitstall Metzner in Schleiz – hier vertreten durch Roy Metzner (Mitte), Nadine ­Geilert, Sohn Louis und Mitarbeiterin Luise Oertel (l.) Foto: Uwe Lange

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Vor wenigen Tagen stattete Peter Zörner im Auftrag des Naturschutzbundes (Nabu) Thüringen dem Reitstall von Roy Metzner nahe dem Schleizer Bahnhof einen Besuch ab. Diese Visite hatte ihren besonderen Grund, denn in den Ställen dort gibt es insgesamt zehn Nester von Rauchschwalben. Die Duldung dieser Tiere würdigte der Nabu im Rahmen seines Projektes „Schwalben willkommen“, das von der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen unterstützt wird, mit einer Urkunde und einer Plakette, die das Areal auch nach außen hin als schwalbenfreundlich ausweisen soll.

„Schwalben finden, wie alle anderen Vögel auch, immer weniger Lebensraum. Ein Grund dafür ist, dass wir Menschen die Fassaden unserer Häuser schön verputzen – alles neu machen. Dabei fallen oftmals Schwalbennester runter. An dem neuen Putz halten die Nester nicht mehr. Die Rauchschwalbe, die im Inneren brütet, findet keine Ställe mehr. Früher hatte jeder Bauernhof einen Stall und da gab es in jedem Stall auch genügend Rauchschwalben, weil da auch Insekten waren. Heute gibt es das alles nicht mehr...“, erklärte Peter Zörner im Vorfeld der Würdigung der Firma Metzner unserer Zeitung.

Deswegen sei der Schwalbenbestand im Vergleich etwa zu den 1970er Jahren um über 50 Prozent zurückgegangen. Nun braucht man zum Nestbauen ja bekanntlich auch Baumaterial. Selbst daran – also an Lehm – herrscht nach Aussage des Naturschützers offensichtlich großer Mangel. Der sei auch auf das Asphaltieren beziehungsweise Betonieren von Feldwegen/landwirtschaftlichen Wegen zurückzuführen.

„Das alles ist unserer neuen Lebensweise zu verdanken. Der Menschen ist immer die Ursache für alles, was in der Natur zurückgeht. Und deswegen haben wir eine Aktion gestartet, die sich ‚Schwalben willkommen‘ nennt. Wir gehen durch die Ortschaften, sehen, wo sind noch Schwalben, fliegen noch Schwalben ein und aus – wie hier. Um den Leuten zunächst einmal Dankeschön zu sagen, dass sie die Schwalben noch dulden und um zu bitten, das auch in der Zukunft noch so zu lassen“, betonte der Schleizer, der damit ebenso die Hoffnung verband, dass eine solche Aktion im Idealfall auch ein wenig auf die Nachbarn eines durch den Nabu Gewürdigten ausstrahlt.

OTZ erfuhr weiter, dass durch den Nabu-Arbeitskreis Teich­gebiet Dreba-Plothen im vergangenen Jahr um die 25 Inhaber solcher Gebäude überwiegend in der Orlasenke mit der Urkunde samt Plakette ausgezeichnet wurden. 2016 sei der Nabu mit diesem Ansinnen im Oberland unterwegs. Aktiv werden konnte man hier wie oben erwähnt in Schleiz, aber auch in Langgrün, Zollgrün und in Rothenacker — denn „Schwalben willkommen“ sagt man auch in der dortigen Güterverwaltung „Nicolaus Schmidt“ AG.

Mehr über Schwalben, warum sie schützenswert sind und eine Anleitung für den Bau von Nisthilfen & Co. kann man in einem Flyer nachlesen, den Interessierte über den Naturschutzbund Thüringen beziehen können. „Noch kennt sie jeder, die Flugkünstler, die das Ende des Winters verkünden. Jahrhunderte lang gehörten sie ganz selbstverständlich in jedes Dorf, auf jeden Bauernhof und auch in jede Stadt. Ihre Flugkunststücke dienen der Nahrungssuche; denn Schwalben erbeuten im Flug ihre Nahrung: fliegende ­Insekten und Spinnen, die sich im Luftstrom treiben lassen“, heißt es dort unter anderem.

„Wir haben mit den Schwalben kein Problem“, betonte Roy Metzner und Lebensgefährtin Nadine Geilert unterstrich, dass die Tiere seit ungefähr 2008 hier zu Gast sind. Es ist also ein ­Geben und Nehmen, denn „durch die Schwalben haben wir bei den Pferden in den Ställen auch wieder keine Fliegen. Das ist wiederum gut für uns.“

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