Rektor der Gemeinschaftsschule Triptis zieht es ans Rote Meer

Triptis  Uwe Zeng verlässt am 31. Juli die Region, um in Ägypten eine Deutsche Schule zu leiten

Uwe Zeng (l.) verlässt in drei Wochen die Gemeinschaftsschule in Triptis. Seine bisherigen Aufgaben als Schulleiter werden sein Stellvertreter Ralf Oschatz und Sylke Giesel übernehmen.

Uwe Zeng (l.) verlässt in drei Wochen die Gemeinschaftsschule in Triptis. Seine bisherigen Aufgaben als Schulleiter werden sein Stellvertreter Ralf Oschatz und Sylke Giesel übernehmen.

Foto: Sandra Hoffmann

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Wenn Uwe Zeng zukünftig aus dem Fenster seiner Schule schaut, dann sieht er keine Baustelle, sondern das Rote Meer. Seine Schüler werden aus aller Welt kommen und sein Arbeitsbeginn wird aus deutscher Sicht an einem Sonntag sein, denn in Ägypten liegt das Wochenende einen Tag früher als hierzulande. Uwe Zeng, Leiter der Gemeinschaftsschule in Triptis, steht ab August der Deutschen Schule Hurghada – Red Sea vor. Für ihn geht damit ein Traum in Erfüllung.

„Es hat mich immer schon gereizt, an einer Schule im Ausland zu arbeiten. Aber vor vielen Jahren waren meine Kinder noch klein“, beschreibt Uwe Zeng seine Beweggründe für den neuen Schritt. Vor sechs Jahren war er zum Leiter der Regelschule „Am Morgenberg“ in Triptis ernannt worden, die mit der benachbarten Grundschule zum 1. August 2015 in die Staatliche Gemeinschaftsschule Triptis umgewandelt wurde. Im Bewerbungsverfahren um die Rektorenstelle dieser Schule setzte sich Uwe Zeng durch.

Nun hat er sich erneut beworben und zwar beim Auswärtigen Amt, das Lehrer entsprechend bestimmter erfüllter Voraussetzungen an Schulen im Ausland entsendet. Welche Schule genau es für ihn werden würde, wusste Uwe Zeng nicht, als er im März zum Vorstellungsgespräch im Auswärtigen Amt in Berlin weilte. Mit anwesend waren Vertreter der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen und des Kultusministeriums.

Sein Ziel und das einer weiteren Bewerberin war im Ergebnis Ägypten. Für die Deutsche Schule Hurghada – Red Sea wurde zum 1. August dieses Jahres ein Schulleiter gesucht. „Ich habe mehrmals mit der Schule telefoniert und war vier Tage eingeladen. Ich habe mir die Schule angeschaut und mich allen mit meinen Intensionen vorgestellt“, berichtet Uwe Zeng. Über die Besetzung der Schulleiterstelle entscheidet der ehrenamtliche Vorstand der Schule und dieser votierte für Uwe Zeng. Davon erfuhr er im Mai und daraufhin galt es, jede Menge Wege zu erledigen: Pass beantragen, Impfstatus prüfen, Tropentauglichkeitsuntersuchung absolvieren. In der letzten Juni-Woche weilte Uwe Zeng für ein Sicherheitstraining und das Auffrischen rechtlicher Grundlagen im Auswärtigen Amt in Bonn.

Kollegen sagen schweren Herzens adieu

Trotz all der zusätzlichen Herausforderungen war es ihm ein Anliegen, sich am letzten Schultag von seinen Kollegen in Triptis zu verabschieden. Und es war für beide Seiten kein leichtes Adieu, besonders schwer aber für jene, die zurückbleiben, wie die vielen persönlichen und dankbaren Worte zeigten. Und es gab Geschenke für den scheidenden Schulleiter, angefangen von einem Deutsch-Arabisch Wörterbuch über eine Unterwasserkamera bis zu einem Album mit Fotos und Wünschen aller Triptiser Kollegen.

„Uwe Zeng ist ein professionell arbeitender Schulleiter. Wir lassen ihn ungern gehen. Er hat in Triptis eine tolle Arbeit geleistet, die Schulentwicklung vorangebracht und die Kollegen vereint“, würdigt Anke Schmidt vom Schulamt Ostthüringen die Leistungen des 53-Jährigen, der seit 30 Jahren als Lehrer tätig ist. Und auch wenn es bedauerlich sei, dass er die Schule Triptis verlasse, so gebe es doch Verständnis, dass er sein Wissen noch anderenorts einbringen möchte.

In der Gemeinschaftsschule Triptis ist Uwe Zeng bis zum 31. Juli tätig. Hier wird er vor allem noch den Umzug der Primarstufe aus der Marktschule in das hoffentlich bald fertig sanierte Gebäude „Am Morgenberg“ organisieren. Mitte August wird er in Ägypten einreisen und am 19. August seine Arbeit an seiner neuen Schule aufnehmen. Die Vorbereitungswoche beginne sieben Tag später und das Schuljahr startet am 1. September. Gut 400 Mädchen und Jungen sowie 80 Beschäftigte, darunter 40 Pädagogen, lernen und arbeiten an der Schule, die unter ihrem Dach auch einen Kindergarten und eine Vorschule beherbergt. Die Schwerpunktsprache der Bildungseinrichtung ist Deutsch.

An der Deutschen Schule Hurghada – Red Sea wird Uwe Zeng voraussichtlich sechs Jahre wirken, wobei nach drei Jahren geprüft werde, ob Schule und Schulleiter miteinander harmonieren. Laufe es richtig gut, könne sich der Aufenthalt auf acht Jahre verlängern. Für ihren Schulleiter hält die Schule sogar ein kleines Haus vor.

Die ab August vakante Leiterstelle der Gemeinschaftsschule in Triptis wird ausgeschrieben. „Ich erwarte, dass die Stellenausschreibung in einer der nächsten Amtsblätter des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport erfolgen wird“, informiert Berthold Rader, Leiter des Schulamtes Ostthüringen. Nach erfolgter Bewerberauswahl durch das Ministerium werde die Stelle in Triptis neu besetzt. Bis dahin wird der stellvertretende Schulleiter Ralf Oschatz die Leitung der Schule übernehmen, unterstützt von Lehrerin Sylke Giesel.

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