Rosen und der Wunsch nach Frieden an neuer Gedenkstätte in Selka

Selka  Am Volkstrauertag weiht die Kirchgemeinde Selka mit Brandrübel und Weißbach zwei neue Gedenktafeln ein. Über ein Jahr haben die Einwohner für dieses Projekt recherchiert, diskutiert und Geld gesammelt.

Mit einer roten Rose gedachte die Kirchgemeinde Selka gestern der Opfer des Terroranschlages von Paris, deren Familien, Verwandten und Freunden. Foto: Jana Borath

Mit einer roten Rose gedachte die Kirchgemeinde Selka gestern der Opfer des Terroranschlages von Paris, deren Familien, Verwandten und Freunden. Foto: Jana Borath

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Anlässlich des Volkstrauertages weihten die Selkaer, Brandrübeler und Weißbacher zwei Gedenktafeln an der Kirche in Selka ein, mit denen sie künftig aller Opfer der Weltkriege, der Verfolgungen und der Vertreibungen im 20. Jahrhundert gedenken.

Wichtig sei gewesen, so betonte Pfarrer Dietmar Wiegand, mit diesen beiden Tafeln ebenso an die Opfer der nationalsozialistischen und stalinistischen Gewaltherrschaften sowie all jener zu gedenken, die vor, während und nach den Kriegen Opfer wurden aus politischen oder ethnischen, aus rassischen oder religiösen Gründen. Der Wunsch nach dieser Gedenkstätte war in Selka im vergangenen Jahr entstanden. Die Initiative dafür ergriff Frank Naumann, der zum einen die Namen der aus Selka stammenden gefallenen Soldaten zusammentrug und zum anderen im Ort von Tür zu Tür ging, um Spenden für das Vorhaben zu sammeln. Und er stieß auf offene Ohren im Dorf. Denn er trug auf diese Weise 1700 Euro zusammen. Nach vielen Gesprächen und Entwürfen stand im Laufe des Jahres 2015 dann auch fest, wie die beiden Tafeln beschriftet werden sollen. Sowohl der Altkirchener Steinmetz Andy Franke als auch die Stadt Schmölln unterstützten dann das Vorhaben der Selkaer, damit die ihre Idee für diese Gedenkstätte an der Kirche im Ort umsetzen konnten. Die Botschaft, die die Selkaer nun mit diesem Ort des Gedenkens senden, ist aktueller den je. Es ist der Wunsch nach Frieden: „Lassen wir uns nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass. Lernen wir, miteinander zu leben, nicht gegeneinander. Ehren wir die Freiheit. Arbeiten wir für den Frieden. Halten wir uns an das Recht.“ So lautet die Aufschrift einer der beiden Tafeln. Und mit diesem Wunsch gedachten die Selkaer gestern ebenso jener Menschen und ihrer Familien, die am Freitag Opfer der Terrorserie in Paris geworden sind. Für sie alle legte Pfarrer Wiegand eine rote Rose nieder an den neuen Gedanktafeln. Mit roten und weißen Rosen gedachten die Selkaer dann all jener Männer und Frauen sowie deren Familien, die in beiden Weltkriegen fielen sowie im zu Ende gehenden Jahr verstorben sind.

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