Saalepartie der Katholischen Studentenverbindung Salana Jenensis

Die 27. Saalepartie der Katholischen Studentenverbindung Salana Jenensis startete gestern in Richtung Rudelsburg. Hoher Wasserstand und Strömung verlangen von den Hobby-Kapitänen auf ihren schwankenden Flößen viel Geschick.

Die traditionelle Saalepartie startete am Freitagvormittag gegen 11 Uhr, etwa 100 Meter stromabwärts der Camsdorfer Brücke. Die salanischen "Aquanauten" sind in Zinkbadewannen oder abenteuerlichen, jedoch auf jeden Fall selbst gebauten Flößen unterwegs, beladen mit Bier und Grillgut .Foto: Lutz Prager

Die traditionelle Saalepartie startete am Freitagvormittag gegen 11 Uhr, etwa 100 Meter stromabwärts der Camsdorfer Brücke. Die salanischen "Aquanauten" sind in Zinkbadewannen oder abenteuerlichen, jedoch auf jeden Fall selbst gebauten Flößen unterwegs, beladen mit Bier und Grillgut .Foto: Lutz Prager

Foto: zgt

Jena. Die Salanen sind eben doch die Härtesten! 9 Grad Celsius Außentemperatur und eine Saale, die sich in diesem Jahr in einen reißenden Fluss verwandelt hat, hielten die mehr als 50 Teilnehmer am Freitagvormittag an der Camsdorfer Brücke nicht davon ab, sich zum 27. Mal auf Saalefahrt zu begeben. Während die Hobby-Seefahrer mit ihren selbst zurecht gezimmerten Flößen und Zinkbadewannen all die Jahre mit extremem Niedrigwasser zu kämpfen hatten, zeigten die Pegel Rothenstein und Camburg diesmal einen um 1,25 Meter höheren Wasserstand an.

"Das gab es zuletzt vor 26 Jahren und ist nicht ohne", erinnerte sich Helmut Gabel. Der Gründer der Katholischen Studentenverbindung Salana Jenensis eröffnete die Gaudi-Flussfahrt, die traditionell mit einem Vaterunser und dem Rudelsburg-Lied eingeleitet wird, mit ungewöhnlich ernsten Hinweisen. Alle mögen dicht zusammenbleiben und vor allem: Bitte höchste Konzentration bei dieser Strömung! Ganz besonders am Porstendorfer Wehr. "Unter ähnlichen Umständen vor 26 Jahren hätte es bei Camburg mal fast einen tödlichen Unfall gegeben", sagte Gabel und appellierte an die ­Alten Herren wie an die Studenten: "Sauft nicht soviel! Behaltet einen klaren Kopf!"

Dennoch verließen die Flöße Jena natürlich nicht ohne ausreichende Mengen an Bier, Rostbratwürsten und Rostbräteln, denn am Abend feierten die Salanen in Döbritschen bei Camburg die erste Etappe.

An diesem Sonnabend geht es weiter flussabwärts nach Bad Kösen. Ziel ist die Rudelsburg, wo sich die vor der politischen Wende im Herbst 1989 in der DDR im Geheimen gegründeten Studentenverbindungen zum jährlich am Wochenende nach Pfingsten stattfindenden Rudelsburger ­Allianzkommers treffen. Die Veranstaltung hat als Studen­ten­ulk bereits überregionale Bekanntheit erlangt. Gäste aus befreundeten Verbindungen in Dresden, Mittweida, Bingen gesellen sich inzwischen dazu.

Die erste Saalefahrt der Salana fand am 20. Juni 1987 statt. "Die Idee", so Helmut Gabel, "entstand nach dem Fund alter Abbildungen aus dem 19. und frühem 20. Jahrhundert, die Studenten in Kähnen zeigten." Die ersten Flöße wurden mit Materialien vom Sperrmüll in Jena gebaut. Bis heute ist es eine reine Spaß- und Erholungsfahrt, ohne jeglichen sportlichen Ehrgeiz.

Gegründet wurde die Salana Jenensis am 25. November 1983 von Studenten der Katholischen Studentengemeinde Jena unter strenger Geheimhaltung im Keller des Frommann‘schen Hauses. "Da solche Zusammenschlüsse in der DDR als staatsfeindliche Vereinigung angesehen wurden, wäre bei einem Bekanntwerden für die Mitglieder im günstigsten Fall die Exmatrikulation von der Universität die Folge gewesen, in der Regel jedoch Gefängnishaft", sagt Gründer Helmut Gabel. Der Name Salana Jenensis lehne sich an eine lateinische Bezeichnung der Uni Jena an. Heute besteht die Salana aus über 100 Mitgliedern, davon 15 Studenten und Doktoranden. Sie ist auch für Studierende anderer Konfessionen offen. Die christliche Verbindung verbietet in ihrer Satzung Duelle mit der Waffe.

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