Sarah Wiener zeichnet Bio-Hof aus: Fernsehköchin zu Gast in Schkölen

Willschütz  Familie Voigt in Schkölen-Willschütz (Saale-Holzland-Kreis) hatte gestern prominenten Besuch: Sarah Wiener kürte den landwirtschaftlichen Betrieb im Namen ihrer Stiftung zum „Bio-Hof des Jahres 2015“.

Der Bio-Hof Voigt aus Schkölen-Willschütz erhält den Titel „Bio-Hof des Jahres 2015“ von Fernsehköchin Sarah Wiener (Bildmitte). Die gesamte Familie freute sich gestern Nachmittag über die Preisverleihung. Foto: Steffen Beikirch

Der Bio-Hof Voigt aus Schkölen-Willschütz erhält den Titel „Bio-Hof des Jahres 2015“ von Fernsehköchin Sarah Wiener (Bildmitte). Die gesamte Familie freute sich gestern Nachmittag über die Preisverleihung. Foto: Steffen Beikirch

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Vor dem Vergnügen kam die Arbeit. Den ganzen Vormittag hatte Volkmar Voigt Jenaer Grundschüler in die Geheimnisse der ökologischen Landwirtschaft eingeführt. Die Kinder durften auf dem Trecker mit hinaus aufs Feld, Kartoffeln und Möhren ernten und dann auf dem Hof Ofengemüse zubereiten. Ein Rundgang über die Anlage gehörte freilich dazu – Tiere beobachten, anfassen und füttern. Das war neben der Traktorfahrt wiedermal das Größte.

Am Nachmittag dann waren die Tische in der Bergehalle reich gedeckt, die Familie brachte vor dem Mähdrescher klassische Musik zu Gehör. Der Anlass: Sarah Wiener, österreichische Unternehmerin, Autorin und Fernsehköchin, überbrachte die Auszeichnung als „Bio-Hof des Jahres 2015“.

Ihre Stiftung engagiert sich seit 2007 „für gesunde Kinder und was Vernünftiges zu essen“. Sie bildet in erster Linie Erzieher und Lehrer weiter, damit sie in der Lage sind, Kochkurse für Kinder durchzuführen. Ohne die Verbindung, einen Bauernhof besuchen zu können, wäre das Ganze aber nicht komplett, sagt Wiener. Deshalb gibt es die Hoffahrten noch dazu.

Wer Kochkurse mache, müsse sich auch für die Entstehung der Zutaten interessieren. Die Kinder sollen den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung anschaulich und eindrücklich erfahren, Achtung und Respekt vor dem Boden, seinen Früchten und den Tieren lernen.

Seit fünf Jahren haben die ­Voigts nun schon regelmäßig Schüler aus Jena zu Gast. Die Saaletal-Grundschule, die Friedrich- Schiller-Grundschule und die Kulturschule Jena fahren ein- bis zweimal jährlich nach Willschütz, um das Programm der Stiftung mit Leben zu erfüllen. Für Annett Voigt, selbst Mutter von fünf Kindern, ist es das Wichtigste, dass das Projekt tatsächlich eine Veränderung bei den Jungen und Mädchen bewirkt, sie dann zu Hause mit ihren Eltern neue Dinge ausprobieren wollen.

Für sein Engagement wurde der Hof aus den deutschlandweit 30 Kooperationsbetrieben der Stiftung zum diesjährigen Sieger gekürt. Entschieden haben das die Stiftungsmitarbeiter, die dazu auch alle Rückmeldebögen von bisherigen Hoffahrten einzelner Schulklassen auswerteten. Kein einziges Mal habe darauf ein kritisches Wort gestanden, hieß es gestern.

Bundesweit nehmen 600 Schulen, Kindergärten und Jugendfreizeiteinrichtungen an dem Programm teil. Die Stiftung gibt dafür pro Jahr 100 000 Euro aus, die Hälfte davon zahlt das Bundeslandwirtschaftsministerium. Die Politik müsse trotzdem den Ökolandbau noch viel stärker unterstützen, betonte Wiener gestern. Die Nachfrage nach Bioprodukten sei groß, aber Kleinbauern stünden oft mit dem Rücken zur Wand, obwohl sie zeigen, wie es anders gehen könne als mit Agro-Industrie. Hier sei Familie Voigt ein Paradebeispiel für jene Biobauern, die nicht nur versuchen, die Böden fruchtbarer zu halten, sondern nebenbei auch noch etwas für die Zukunft zu tun und mit Kindern wertvolle pädagogische Arbeit zu leisten.

Die Preisverleihung nutzte gestern auch der Bioland Landesverband Ost e.V., um seine Glückwünsche zu überbringen. Und Wilm Dühring, für Agrarmarketing zuständiger Referatsleiter im Thüringer Landwirtschaftsministerium, zeigte sich sehr interessiert daran, die Zusammenarbeit mit der Sarah-Wiener-Stiftung zu vertiefen.

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