Schöne Ferien im Reiter- und Ferienhof „Storchennest“ in Oberpöllnitz

Oberpöllnitz  „Kinder in die Ferien“ heißt es dieser Tage zum 18. Mal für einkommensschwache Familien dank des Lions Clubs Pößneck, des Landratsamtes Saale-Orla und weiterer Förderer.

Insgesamt 30 Mädchen machen derzeit Urlaub auf dem Reiter- und Ferienhof „Storchennest“ in Oberpöllnitz, darunter 16 bedürftige Mädchen aus dem Saale-Orla-Kreis. Ihren Aufenthalt hier finanzieren engagierte Einrichtungen und Unternehmen des Landkreises. Foto: Sandra Hoffmann

Insgesamt 30 Mädchen machen derzeit Urlaub auf dem Reiter- und Ferienhof „Storchennest“ in Oberpöllnitz, darunter 16 bedürftige Mädchen aus dem Saale-Orla-Kreis. Ihren Aufenthalt hier finanzieren engagierte Einrichtungen und Unternehmen des Landkreises. Foto: Sandra Hoffmann

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„Viele nette Kinder/in unserem Ferienlager./Die singen ein Lied/und das geht so“, stimmten mehrere Ferienkinder am Mittwochabend auf dem Reiter- und Ferienhof „Storchennest“ in Oberpöllnitz an. „Das haben sie nach ihrer Kutschfahrt gesungen“, erklärte Reiter- und Ferienhof-Inhaber Matthias Schumann, der die Kinder zu der kleinen Darbietung ermutigt hatte. Denn am Mittwochabend weilten nicht nur die Ferienkinder und Urlauber im „Storchennest“, sondern auch Gäste des Lions Clubs Pößneck und des Landratsamtes Saale-Orla. Sie kamen zum traditionellen Grillabend innerhalb der Aktion „Kinder in die Ferien“ und für die Ferienkinder hatten sie noch einige kleine ­ Ostergeschenke dabei.

Der Lions Club Pößneck, das Landratsamt Saale-Orla und weitere Unterstützer ermöglichen in diesen Tagen bereits zum 18. Mal Kindern aus einkommensschwachen Familien des Landkreises eine Woche Urlaub. Die Aktion „Kinder in die Ferien“ wird stets in den ­Osterferien realisiert und an diesem Termin soll auch zukünftig festgehalten werden.

„Die Ferienwoche ist bei den Kindern beliebt, sie kommt gut an“, beobachtet Matthias Schumann. „Es gibt viel Nachfrage. Die Mitarbeiter im Landratsamt müssen inzwischen auswählen“, weiß auch Sebastian Breitenstein, Präsident des Lions Clubs Pößneck. Die Ferienwoche für bedürftige Kinder des Saale-Orla-Kreises ist eine der ersten Aktionen gewesen, die der Lions Club vor fast 20 Jahren startete und inzwischen ist sie das langjährigste und dauerhafteste Projekt des regional und sozial engagierten Clubs.

„Ziel der Ferienwoche ist, für die Kinder ein Erlebnis zu schaffen, damit sie aus ihrem Alltag mal rauskommen“, erklärt Sebastian Breitenstein. Genau das wird derzeit für insgesamt 16 Kinder, genauer gesagt sind es dieses Mal ausschließlich Mädchen, aus dem gesamten Landkreis wahr. Ausgewählt hat sie das Jugendamt im Landratsamt Saale-Orla. Dabei finanziert der Lions Club Pößneck den ­Ferienaufenthalt für zwölf Mädchen. Die Kosten für zwei weitere Mädchen zahlt das Landratsamt und je einem Mädchen sponsern die Wohnungsgenossenschaft Pößneck eG sowie Steuerberater Ralf Steinbrecher, Leiter der Niederlassung Pößneck der Grebing/Wagner/Boller & Partner mbB, den Urlaub.

Viele Ferienkinder reiten hier das erste Mal

Die 7- bis 15-jährigen Mädchen aus Orten zwischen Bad Lobenstein bis Triptis verbringen ihre Ferientage im „Storchennest“ mit 14 weiteren Mädchen aus Berlin, Leipzig und weiteren Regionen, die hier von ihren Eltern finanzierte Reiterferien verleben, sowie den Kindern der zehn Familien, die hier ebenfalls gerade Urlaub auf dem Lande machen. So können die Kinder ganz verschiedene Kontakte und Freundschaften knüpfen.

Der Tagesablauf ist für die Ferienkinder des Landkreises und der Reiterferien klar strukturiert und mit kleinen Aufgaben der Tierpflege versehen. So füttern sie jeden Tag die Pferde, Ziegen und Hühner, das Lama und den Esel, misten deren Ställe aus, putzen die Pferde und das Sattelzeug und sammeln die gelegten Eier der Hühner auf. Zweimal am Tag sitzen die Kinder auf dem Rücken der Pferde, um auf dem Reitplatz die richtige Reittechnik zu erlernen oder ins Gelände auszureiten. Dazu sind die Mädchen vorab, entsprechend ihres Könnens, in drei verschiedene Reitgruppen eingeteilt worden, erklärt Jennifer Körtge, gemeinsam mit Julia Metzke Reitlehrerin auf dem Reiter- und Ferienhof. Viele der Ferienkinder aus dem Landkreis haben dabei das erste Mal die Gelegenheit zum Reiten. An Voraussetzungen bedürfe es nicht viel, ­erklärt Matthias Schumann. ­Festes Schuhwerk und Leggings reichten für den Anfang völlig aus. Reithelme stellt der Ferienhof zur Verfügung, es sind aber auch Fahrradhelme, welche die meisten Kinder besitzen, erlaubt. „Wenn schlechtes Wetter ist, gibt es Theoriestunden zur Reitausbildung“, hat Matthias Schumann auch an eine Alternative gedacht.

Zur Ferienwoche gehören außerdem schon traditionell eine Kutschfahrt, ein Grillfest, ein Lagerfeuer mit Knüppelkuchenbacken und ein Keramikmalkurs, den die Ferienhof-Mitarbeiterinnen Sylvia Dietzel und Claudia Henschel gestalten. Für die Betreuung der Mädchen rund um die Uhr sorgen ferner Ricarda Kluge und Jenny Schröder, die seit Sommer ein Freiwilliges Ökologisches Jahr auf dem Reiter- und Ferienhof absolvieren. Mit von der Partie ist nicht zuletzt Hausmusikant Eddi.

Seit Sonnabend und noch bis Sonnabend sind die Ferienkinder in Oberpöllnitz zu Gast. Dann werden sie von ihren ­Eltern wieder abgeholt, die sie auch gebracht hatten. Damit haben die Ferienkinder aus dem Saale-Orla-Kreis auch die Osterfeiertage in Oberpöllnitz verbracht und auf dem Hof und im Stall die Ostereier gesucht, die der Osterhase dank des Lions Clubs Pößneck und des Reiter- und Ferienhofes „Storchennest“ verstecken konnte.

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