Schule hat in Schwarza lange Tradition

OTZ macht Schule: Erste gesicherte Nachricht über eine Bildungseinrichtung stammt aus dem Jahre 1591. Seit 1990 ist in die Weiße Schule im Herzen des Rudolstädter Ortsteils neues Leben eingezogen.

Studieren ständig neue Schrittfolgen ein: Die Rudolstädter Line Dancer beherrschen derzeit weit über 500 Tänze. Zweimal in der Woche wird im Vereinshaus "Weiße Schule" in Schwarza trainiert. Foto: Roberto Burian

Studieren ständig neue Schrittfolgen ein: Die Rudolstädter Line Dancer beherrschen derzeit weit über 500 Tänze. Zweimal in der Woche wird im Vereinshaus "Weiße Schule" in Schwarza trainiert. Foto: Roberto Burian

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Schwarza. Zwei Schritte vor, dann Wiegeschritt, rechtes Bein ist vorne, wieder Schritt zurück. So ganz ohne ist das alles nicht, denn das Tempo ist flott und der Schritte sind es viele. Ein Schritt ist ein Step, eine Drehung ein Turn around, ein Kreuzschritt heißt Grapevine. Neue Schritte zu neuer Musik zu lernen, schreckt die Rudolstädter Line Dancer überhaupt nicht. Sie beherrschen derzeit weit über 500"Tänze. Das Mitmachen kostet nichts. Andreas Wunder, der Chef, gibt das Tempo vor und führt durch die verschiedenen Tanzschritte. Zwölf Tänzer zählt die Truppe derzeit. Sie trainieren zweimal in der Woche in der "Weißen Schule".

Schwarza ist heute ein lebendiger Ortsteil von Rudolstadt, der seinen eigenen Charakter bewahrt hat. Schule hat hier eine lange Tradition. Mehr als 400 Jahre gibt es in dem Ort eine Schule für "Jedermann".

Die erste gesicherte Nachricht über eine Schule in Schwarza stammt aus dem Jahre 1591. Damals war hier ein Martin Beyer Lehrer. Der Unterhalt und die Schulaufsicht war bis 1918 eine Pflicht jeder evangelischen Kirchengemeinde. Aus diesem Grund stehen die beiden "alten Schulen" (die Rote und die Weiße) auch auf dem ehemaligen Kirchenland unmittelbar neben der Sankt Laurentiuskirche. 1914 wurden in beiden Bildungseinrichtungen 403 Schüler unterrichtet; es ist die höchste Schülerzahl vor der Eingemeindung im Jahr 1950.

Als nach dem Krieg die gestiegene Schülerzahl die Kapazität der am 17. November 1867 eingeweihten "Weißen Schule" und der 1902/03 gebauten "Roten Schule" sprengte, wurde 1950/54 eine neue Schule unter tatkräftiger Mithilfe der Schwarzaer Bürger gebaut, die 1965 den Namen "Johann Wolfgang Doebereiner" erhielt. Von 1954 bis 1988 wurde dann die Rote Schule als deren Schulhort genutzt. Bis Anfang der 80er-Jahre wurden in der Weißen Schule noch anfangs vier, später nur noch zwei Klassen unterrichtet.

Seit 1990 ist dann in das Gebäude im Herzen des Rudolstädter Ortsteils neues Leben eingezogen: Ein Haus der Vereine ist es geworden. Als einer der ersten bezog 1992 der heutige Verein "Schwarzaer Spinnstube Rudolstadt" hier ein eigenes Domizil. Sechs Jahre später wurde dann unter Mithilfe der Bevölkerung des Ortes eine Heimat­stube eingerichtet, welche vom Verein betreut wird.

Die Mitglieder vom Brieftaubenverein, Kaninchen- und Geflügelzüchterverein, des Carnevals-Club Saalfeld-Rudolstadt und des Gewerbevereins "pro Schwarza" treffen sich neben den Line Dancern hier regelmäßig. Die katholische und die evangelische Kirche sowie der Sportverein 1883 sind berufene Mitglieder.

"Ich bin in der Roten Schule eingeschult worden, hatte in der Weißen Schule unter dem Dach, Anfang der 70er-Jahre, Handarbeit bei Lehrer Volkmar Knechtel, und im unteren Raum, wo jetzt die Karnevalisten ihr Domizil haben, Werkunterricht bei Roland Palme", erinnert sich Elke Träuptmann. Die Vorsitzende des Gemeinde- und Kirchenrates, welche auch Ortssprecherin und Vorsitzende der Freien Wähler ist, engagiert sich mit Pfarrer Michael Thurm bei der Organisation der Veranstaltungen. Die dreitägige Kirmes zählt - neben dem Lebendigen Adventskalender, den Kleintiermärkten sowie zahlreichen Ausstellungen - zu den Höhepunkten des Jahres. Nicht nur hier bringen sich auch die in der Weißen Schule ansässigen Vereine mit ein. Allen voran die eingangs erwähnten Freunde des Parallel-Tanzes.

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