Seimes feiern Goldene Hochzeit in Vierzehnheiligen zu Gunsten der Orgel

Der Pantomime Harald Seime und Ehefrau Anneliese feiern Mittwoch in Vierzehnheiligen ihre goldene Hochzeit und bitten um Spenden für die Finke Orgel.

Ein Orgelspieler lässt das Instrument erklingen. Foto: Nico Kiesel

Ein Orgelspieler lässt das Instrument erklingen. Foto: Nico Kiesel

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Vierzehnheiligen. Am 13. März 2013 war es in der Kirche des Ortes kalt, bitterkalt, gefühlte zehn Grad minus. Dennoch erklang die Orgel in brausendem Klang. Ingo Reimann, für die Gemeinde einmal im monatlichen Gottesdienst als Kirchenorganist tätig, ließ das Instrument erklingen, spielte drei Minuten lang einen Bachchoral, dann froren ihm fast die Finger an den Tasten fest.

Daneben stand Harald Seime, ja, der bekannte Pantomime, und er hoffte, wie der Musiker, die durch ein geöffnetes Fenster hereinströmende Kälte und Frischluft möge einem Pilz den Garaus machen. "Vergeb'ne Liebesmüh', aber es war den Versuch wert", sagten die beiden nunmehr übereinstimmend Anfang Mai: "Diesen Schimmelpilz können nur Experten beseitigen, Frischluft bringt nichts."

Die berühmte Finke-Orgel in Vierzehnheiligen wurde zwischen 2001 und 2007 mit hohem Aufwand restauriert, aber unlängst musste die Saalfelder Orgelbaufirma Rösel & Hercher feststellen, auch dieses von ihr betreute Instrument ist vom Schimmel befallen. Das ist beileibe kein lokales Phänomen, thüringen- und deutschlandweit ist mittlerweile fast jede 40. Orgel vom Schimmel heimgesucht, Tendenz steigend, Ursachen unbekannt.

Anneliese und Harald Seime leben seit rund zehn Jahren in einem liebevoll restaurierten Fachwerkhaus in Vierzehnheiligen und fühlen sich dem Sakralbau und seiner historischen Orgel besonders verpflichtet, zumal Seime selbst mehrfach in der Kirche auftrat und Konzerte organisierte. "Es ist ja keine ­Allerweltsorgel", sagt Anneliese Seime, "die Orgel stammt aus der Werkstatt von Johann Georg Finke und wurde 1708 geweiht."

Finke (geb. um 1680) muss ein begnadeter Meister gewesen sein. Er lebte nachweislich in ­Jena, Neustadt und zum Schluss in Saalfeld, wo er 1749 starb. Ansonsten ist nur wenig bekannt über ihn und seine Werkstatt, was auch verschiedene Schreibweisen seines Namens erklärt. In der Literatur tauchen Fincke oder Fink auf. Die Orgel in Vierzehnheiligen trägt jedenfalls den Schriftzug Georg Finke.

Aber nun gibt es den Schimmel, selbst Fachleute sind ratlos. Niemand weiß, wie sich die Sporen ansiedeln konnten. Ist der weiße Belag, der sich auf dem Holz, dem Leder und auf den zinnernen Pfeifen sichtbar niederschlug, gefährlich für den Organisten und sogar allgemein für Kirchenbesucher? Kann dieser Schimmel Allergien auslösen?

Fakt sei, sagen die Seimes und Reimann, das Zeug müsse weg. Schließlich solle die Restaurierung des wertvollen Instruments nicht vergeblich gewesen sein.

Doch das kostet - natürlich - Geld. Die Saalfelder Orgelbaufirma hat rund 10 000 Euro veranschlagt. Die kleine Kirchgemeinde kann jedoch den Betrag nicht aufbringen, es braucht Spenden.

Aber Pantomime Harald Seime hat es ja schon einmal vorgemacht. Zu seinem 70. Geburtstag, den er 2008 in der Jenaer Mensa mit über 700 Fans feierte, kamen zum Schluss 13 000 Euro zusammen, fast ein Viertel der für die Orgelrestaurierung benötigten Summe. Und es gab wieder einen Anfang. Am 29. April lud er zugunsten der Königin zum Konzert in die Kirche, "Pantomime trifft Jazz", und am Mittwoch, 29. Mai, feiert er dort für Freunde und Fans der Kunst seine Goldene Hochzeit (ab 15"Uhr, mit Pantomime). Eingeladen seien alle Seime-Freunde, verrät er. Der Reinerlös kommt der Orgelrettung zugute.

Wer zur Feier verhindert ist: Spenden sind immer willkommen: Kirchgemeinde Altengönna, Volksbank Saaletal e. G., Konto: 15042303, BLZ: 83094454, Spendenzweck: Finke-Orgel.