Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“: Milda und Golmsdorf rechnen sich Chancen aus

Milda/Golmsdorf  Auf dem Land zählt Gemeinschaft viel – so auch in Milda und Golmsdorf, wo auf die jungen Leute gesetzt wird.

Die Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ informiert sich in Milda, erste Etappe war der Kneipp-Kindergarten

Die Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ informiert sich in Milda, erste Etappe war der Kneipp-Kindergarten

Foto: Katja Dörn

Zwei Wochen Ortsbegehungen haben die Jurymitglieder des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ bereits gestemmt.

„Wir haben viele schöne Dörfer gesehen“, sagt der Verantwortliche, Friedmar Müller, schwärmend. Da sei es schwer, Sieger zu finden. Die Letzten nun wollen aber auch zu den Ersten gehören: Milda und Golmsdorf bildeten am Montag den Abschluss der Bewertungstour. Insgesamt 60 Thüringer Dörfer kämpfen um ein kleines Preisgeld von maximal 1000 Euro und vor allem um die Anerkennung, auch künftig fit zu sein mit einer aktiven Dorfgemeinschaft.

Zwei Stunden hatten jeweils die Verantwortlichen Zeit für die Begehung. Mildas Bürgermeister Albert Weiler (CDU) wählte als Anlaufpunkt daher ein neues Zugpferd des Ortes: das jüngst sanierte alte Pfarrhaus, welches nun von den Kleinen des Kneipp-Kindergartens genutzt wird.

„Wir legen Wert darauf, dass wir im Ort gemeinsam arbeiten“, sagte Weiler. Für den Jugendclub ist ein Raum in der staatlichen Grundschule geschaffen worden. Auch eine Bibliothek soll dort entstehen. Überhaupt wählte Weiler das Thema Bildung als Schwerpunkt seiner Dorfführung. „Wir haben in Milda einen Schulkomplex, der einzigartig ist“, sagte er zur siebenköpfigen Jury. Neben der staatlichen Grundschule „Kleine Europäer“ ist in Rufweite auch die Freie Ganztagsschule angesiedelt. „Sie arbeiten Hand in Hand“, sagte er. Auch an die Älteren werde gedacht. So ist im Pfarrhaus ein Mehrgenerationentreffpunkt entstanden.

Golmsdorf setzt auf junge Familien und Vereine

Und in Golmsdorf? Ein Kindergarten, der mit 55 Knirpsen aus drei Dörfern aus allen Nähten platzt, eine Grundschule, in die sogar Jenaer Eltern ihre Kinder einschulen, und ein Jugendklub, der von den jungen Leuten selbst instand gehalten und verschönert wird, sind drei Pfunde, mit denen Golmsdorf im Wettstreit mit den anderen Dörfern punkten will.

Weil Kinder die Zukunft eines Dorfes seien, habe man in Golmsdorf viel getan, um junge Familien im Dorf zu halten oder hierher zu locken: mit einem kleinen Wohnbaugebiet, mit einem neuen Spielplatz und Investitionen im Kindergarten, mit einem Anbau für die Jugendfeuerwehr am Gerätehaus und überhaupt mit einem aktiven Dorfleben, das wesentlich von den neun Vereinen, die hier ansässig sind, gestaltet werde, berichtete Bürgermeister Peter Ganß der Wettbewerbsjury beim Rundgang.

Dabei konnten die Gäste einen Eindruck gewinnen, wie nachhaltig in Golmsdorf Fördermittel eingesetzt werden, die etwa über das Programm der Dorferneuerung ins Gleistal geholt wurden: sanierte Straßen in allen drei Ortsteilen, stromsparende LED-Beleuchtung, ein neuer Festplatz und viele sanierte Privathäuser mit farbenfrohen Fassaden. „Auch hier sind häufig Fördermittel aus der Dorferneuerung eingeflossen, zudem viel Eigeninitiative“, sagte er.

Die bringen auch die Mitglieder des Bornfegevereins und des Hobbywinzer- und Heimatvereins auf, so zieht ihr Bornfege-Fest alljährlich Gäste aus Nah und Fern an. Und der Kirchbauverein habe mit visionären Ideen und ungeheurem Engagement in wenigen Jahren rund 200 000 Euro zusammengetragen, mit denen das Gotteshaus vor weiterem Verfall gerettet wurde. Dass es den Golmsdorfern darum geht, nicht nur die Kirche zu erhalten, sondern ihr mit einem Kolumbarium eine neue Nutzung zu geben, beeindruckte die Jury.

Am Nachmittag setzte sich die Jury mit den letzten Eindrücken zusammen. Frühestens im Spätsommer sei mit der Vergabe der Preise an die jeweiligen Regionalsieger zu rechnen.

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