Zwei kleine Italiener für Jenaprießnitz

Wenige Züchter kamen zum Treffen der Rassegeflügelzüchter des Kreisverbandes Jena. Kükenbörse war kommt gefragt. Gastgebender Verein Stadtroda und Umgebung erhält Lob für Nachwuchsarbeit

Kükenbörse des Rassegeflügelzuchtvereins Stadtroda und Umgebung beim Züchtertreffen des Kreisverbandes Jena. Foto: Carola Frindert

Kükenbörse des Rassegeflügelzuchtvereins Stadtroda und Umgebung beim Züchtertreffen des Kreisverbandes Jena. Foto: Carola Frindert

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Quirla. Ganz vorsichtig hält Theresa die beiden Hühnerküken in den Händen, während ihre Mutter den Kauf perfekt macht. "Wir haben zu Hause schon drei kleine Hühnchen. Theresa liebt sie und sie isst auch gern Eier", sagt Christina Haferrück. Während ihr Mann daheim noch am Hühnerstall baut, war sie am Sonnabendnachmittag mit ihrer Tochter aus Jenaprießnitz nach Quirla zur Kükenbörse gekommen. Die Familie hat sich für Italiener entschieden, eine Rasse, die gut Eier legt.

Die Zweifel der beiden, dass es wohl in diesem Jahr nichts mehr werden würde mit dem eigenen Frühstücksei, zerstreuen sich im Gespräch mit Besuchern des Züchtertreffens, das der Rassegeflügelzuchtverein Stadtroda und Umgebung für den Kreisverband Jena ausgerichtet hatte. "Wenn sie die Kleinen durchbringen, dann legen die im Herbst", sagt eine Frau, die aus Erfahrung weiß, wie empfindlich so ein Hühnerkind ist.

Dass man selbst mit langer Erfahrung nie vor Überraschungen sicher ist, das spiegelte der Erfahrungsaustausch wider, den die Mitglieder aus den Vereinen des Rassegeflügelzuchtverbandes Jena führten. Man sei heute mit vielen neuen Einflüssen konfrontiert, dem Einsatz von Medikamenten zum Beispiel oder unzulässigen kosmetischen Eingriffen, erläuterte Hans-Werner Härtel, dass bei Leistungsschauen unnatürliche Merkmale streng bestraft werden. Seit 1972 ist der Zuchtfreund aus Reust bei Ronneburg als Preisrichter tätig. Am Sonnabend gehörte er zu den Referenten des Züchtertreffens.

Das war nicht so gut besucht, wie es sich der Verbandsvorsitzende Hans Büttner aus Golmsdorf gewünscht hätte. Überwiegend waren Vertreter der Vorstände gekommen und die plagt alle die Sorge, dass es zu wenig Nachwuchs gibt. "In keinem Verein wird so viel für die Jugend gemacht, wie hier in Stadtroda, lobt Verbandschef Büttner die rührigen Gastgeber um den Vereinsvorsitzenden Matthias Brüstel.

Die freuten sich folglich besonders über solche Besucher wie die junge Familie Güntzschel aus Isserstedt. Der kleine Georg war von einem großen, stolz krähenden Hahn beeindruckt. Es handelte sich um einen Vertreter der Lachshühner. "Eine ganz alte Rasse", erklärte sein Besitzer Jörg Ebbinghaus. Die Küken hatten schon kurz nach Eröffnung der Kleintierschau Abnehmer gefunden. Und auch die Zwergseidenhühner von Martin Pestel wechselten schnell den Besitzer. Eine Interessentin war eigens aus Weimar gekommen, um in Quirla ihren Bestand der schwer zu bekommenden Tiere aufzufrischen.

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