Zwei Träger treten ein für das Come In in Neustadt

Neustadt  Die Begegnungsstätte in Neustadt wird vorerst bis Jahresende gemeinsam vom Awo-Kreisverband und dem Diakonieverein Orlatal betrieben

Saskia Feustel, Ansprechpartnerin in der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie im Saale-Orla-Kreis, Come-In-Leiterin Franziska Wunderlich, Angela Wenning-Dörre und Sandra Lieder (von links) beraten über ein neues Gestaltungselement für die Begegnungsstätte Come In in Neustadt. Foto: Sandra Hoffmann

Saskia Feustel, Ansprechpartnerin in der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie im Saale-Orla-Kreis, Come-In-Leiterin Franziska Wunderlich, Angela Wenning-Dörre und Sandra Lieder (von links) beraten über ein neues Gestaltungselement für die Begegnungsstätte Come In in Neustadt. Foto: Sandra Hoffmann

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Für die Begegnungsstätte Come In in der Rodaer Straße in ­Neustadt haben der Awo-Kreisverband Saale-Orla-Kreis e.V. und der Diakonieverein Orlatal e.V. die gemeinsame Trägerschaft übernommen. Seit 1. Oktober und bis vorerst 31. Dezember dieses Jahres betreiben beide Vereine zusammen die Begegnungsstätte für Flüchtlinge sowie hilfe­suchende Einheimische, die vor genau einem Jahr durch Ehrenamtliche initiiert worden war. Ziel ist es, dass jetzt dreimonatige Projekt um weitere zwölf Monate zu verlängern.

Programm „Demokratie leben!“ wird genutzt

„Wir sind den Ehrenamtlichen, die das Projekt ins Leben gerufen hatten, sehr dankbar“, sagt Jürgen Hauck (CDU), Erster Beigeordneter des Landrates des Saale-Orla-Kreises und im Landratsamt Chef der Stabsstelle Integration. „Wir hoffen jetzt, über die neue Projektform zu einer gewissen Professionalisierung zu kommen und die Mitarbeiter mit einer angemessenen Vergütung zu belohnen“, beschreibt er das Bestreben.

Das Landratsamt war es auch, das die Zusammenarbeit der beiden Trägervereine für die Begegnungsstätte Come In angeregt hatte. Und für die finanzielle Förderung gelang es, Gelder über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ zu erhalten – zunächst für drei Monate. „Ein Folgeantrag soll gestellt werden“, sagt Angela Wenning-Dörre, Geschäftsführerin des Diakonievereins Orlatal. In den jetzt bewilligten drei Monaten soll sich das neue Angebot entwickeln und sich zeigen, wie es von den Menschen angenommen wird. Partner sind somit, neben den beiden Trägervereinen, der Saale-Orla-Kreis, der Bund über das Programm „Demokratie leben!“ und das Land Thüringen.

In der Begegnungsstätte Neustadt wird der Awo-Kreisverband weiterhin für die Kleiderkammer verantwortlich zeichnen. „Wir wurden vor einem Jahr vom Landratsamt angesprochen, ob die Möglichkeit besteht, in Neustadt eine Kleiderkammer zu betreiben“, erinnert sich Sandra Lieder, Assistentin der Awo-Geschäftsführung. Der diesbezügliche Spendenaufruf wurde zu einem Erfolg. „Die Spender haben qualitativ hochwertige Bekleidung abgegeben – und das tun sie bis heute“, bedankt sich Sandra Lieder für diese Bereitschaft. Zahlreiche Kleidungsstücke namhafter Textilunternehmen seien immer wieder unter den Spenden zu finden, beobachtet sie. Für die Betreuung der Kleiderkammer sind von Anfang an Kerstin Hübner und Nicole Altunc als Ein-Euro-Kräfte beschäftigt. Sie nehmen die Spenden an und geben sie aus.

Der Diakonieverein Orlatal betreibt hingegen seit wenigen Wochen das „Come In – Haus für Alle“. Leiterin ist Franziska Wunderlich, die sich bereits innerhalb des Ehrenamtsteams für die Einrichtung engagiert hatte. „Ich kümmere mich um Veranstaltung, die hier stattfinden, organisiere und koordiniere sie“, erklärt sie. Angestellt ist sie mit einen Honorarvertrag, der über das Programm „Demokratie leben!“ finanziert wird, beim Diakonieverein Orlatal.

„Das Come In ist ein Haus für alle, nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für einheimische Bedürftige und alle, die sich hier treffen oder mit Veranstaltungen einbringen möchten“, weist Franziska Wunderlich hin. Eine Veranstaltung, die besonders für Bürger aus Neustadt und Umgebung gedacht ist, ist das Erzählcafé am 17. November ab 18.30 Uhr. Zwei Flüchtlinge, die bereits sehr gut Deutsch sprechen, werden hier von ihrer Heimat berichten und Fotos zeigen und so vielleicht mögliche Berührungsängste Einheimischer gegenüber Flüchtlingen minimieren können. Eine Voranmeldung zur Veranstaltung ist erwünscht, entweder persönlich oder unter Telefon (036481) 56 38 53.

Des Weiteren wird das Jugendamt des Saale-Orla-Kreises hier ab 15. November jeden Dienstag von 8 bis 17.30 Uhr eine Außensprechzeit anbieten. Alle zwei Wochen findet außerdem donnerstags eine Berufsanerkennungsberatung für Flüchtlinge im Come In statt. Geplant sind darüber hinaus Vorträge zu verschiedenen Gesundheitsthemen.

„Wir sind zwei unterschiedliche Träger, die aber sehen: es gibt etwas zu tun. Wir probieren es zusammen und glauben, es kann funktionieren“, nennt Angela Wenning-Dörre den Grund für das gemeinsame Engagement der beiden Trägervereine. Der dankenswerterweise kostengünstige Mietvertrag der WohnRing AG Neustadt ist um ein Jahr verlängert, informiert Jürgen Hauck, und auch die Stadt Neustadt unterstütze das Angebot weiterhin. Dazu haben viele Ehrenamtliche die Begegnungsstätte einst nicht nur in kürzester Zeit geschaffen, sondern bringen sich hier bis heute aktiv ein.

Nach diesem Vorbild sollen noch zwei weitere Begegnungsstätten im Landkreis entstehen und zwar in Pößneck und in Bad Lobenstein und damit jenen beiden Städten, in denen viele Flüchtlinge leben, kündigt Jürgen Hauck an.

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