Landkreis tritt Bündnis gegen „Südlink“ bei

Landkreis  Kampf gegen Starkstromkabel gemeinsam mit Nachbarkreisen. Landesregierung schlägt Verlauf der Trasse in Hessen als Alternative vor.

Südlink-Protestplakate hängten SPD-Vertreter im September an drei Stellen im Kreis auf, hier an der Archiv-

Südlink-Protestplakate hängten SPD-Vertreter im September an drei Stellen im Kreis auf, hier an der Archiv-

Foto: Alexander Volkmann

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Gemeinsam mit dem Wartburgkreis, der Stadt Eisenach und dem Kreis Schmalkalden-Meiningen will der Unstrut-Hainich-Kreis gegen den Verlauf der Starkstromtrasse Südlink auf seinem Gebiet kämpfen. Im Kreistag am 29. Januar steht ein Antrag der SPD auf der Tagesordnung, dem „Salzunger Bündnis“ offiziell beizutreten.

Zudem soll der Kreis sich per Zweckvereinbarung mit einem Viertel an den Kosten beteiligen, die für die Einbeziehung eines Rechtsanwalts entstehen. Der Beistand sei vor allem nötig, wenn mit dem Planfeststellungsverfahren der endgültige Verlauf der Trasse festgelegt werde, sagte Jörg Klupak. Das Eichsfeld, das von der Stromtrasse ebenfalls betroffen sein könnte, wolle dem Bündnis allerdings nicht beitreten.

Derzeit läuft die Bundesfachplanung für das geplante unterirdische Starkstromkabel. Der Weg durch Thüringen wird von den Netzbetreibern Tennet und TransnetBW bevorzugt. Die Trasse verliefe von Leinfelde-Worbis her östlich eng an Mühlhausen vorbei, dann fast gerade südlich bis unterhalb von Bad Langensalza. Von dort biegt die Trasse Richtung Kindel ab.

Das Land Thüringen hat dazu einen Gegenvorschlag gemacht, mit mehreren Korridoren, di e alle in Hessen verlaufen. Nach einer Prüfung hatten Tennet und TransnetBW dies abgelehnt, weil die Route mehr Konfliktpunkte habe als der Verlauf in Thüringen. Das kritisierten die Ministerinnen Birgit Keller (Linke) und Anja Siegesmund (Grüne) kürzlich beim Treffen des Salzunger Bündnisses: „Das vorgelegte Gutachten überzeugt nicht“, so ihr Fazit. Denn die verschiedenen Alternativrouten in Hessen seien nicht gründlich genug geprüft worden.

Birgit Keller appellierte, sich weiterhin vereint gegen die Pläne zu stemmen. Reinhard Krebs (CDU), Landrat des Wartburgkreises, hofft, „einen Verlauf der Erdkabeltrasse durch Thüringen verhindern zu können.“

Die Entscheidung, ob die Bundesnetzagentur den Thüringer Vorschlag doch noch in das Verfahren aufnimmt, fällt laut Landesregierung noch im Januar.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren