200 Höckerschwäne im Teichgebiet Dreba-Plothen gezählt

Dreba  Im Teichgebiet von Dreba-Plothen überwintern derzeit die Höckerschwäne. Bei der ersten Vogelzählung in diesem Jahr wurden jetzt 200 Tiere erfasst. Auch ein farbenprächtiger ­Eisvogel wurde gesichtet.

Singschwäne, zu erkennen an ihren gelben Schnäbeln, und Höckerschwäne sind auch in diesem Winter im Teichgebiet von Dreba-Plothen zu finden. Größere Gruppen halten sich gern auf Rapsfeldern und in der Nähe eisfreier Gewässer auf. Foto: Patrick Pleul

Singschwäne, zu erkennen an ihren gelben Schnäbeln, und Höckerschwäne sind auch in diesem Winter im Teichgebiet von Dreba-Plothen zu finden. Größere Gruppen halten sich gern auf Rapsfeldern und in der Nähe eisfreier Gewässer auf. Foto: Patrick Pleul

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Das Teichgebiet von Dreba-Plothen ist Heimat oder Rastplatz vieler Vogelarten. Um mehr über die Lebensgewohnheiten der Tiere zu erfahren, werden sie im Winterhalbjahr gezählt, weiß Jürgen Auerswald von der Arbeitsgruppe Teich­gebiet Dreba-Plothen im Naturschutzbund (Nabu). Gerade im Winter ist eine gute Gelegenheit zu erfahren, welche Vögel sich im Teichgebiet aufhalten, da sie sich in der Nähe eisfreier Gewässer konzentrieren.

Vergangenen Sonntag war der erste gemeinsame Termin des Jahres für diejenigen, die sich besonders für die Erfassung der Wasservögel interessieren. Dabei, sagt Auerswald, hat die Wasservogelzählung in Deutschland eine lange Tradition. Schon seit den 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts werden in den Monaten September bis April die Wasservögel einmal monatlich gezählt. Inzwischen findet diese Erfassung in über 1500 Gebieten in Deutschland statt.

Im Teichgebiet Dreba-Plothen wird die Zählung seit Oktober 1966 organisiert. „Deshalb liegt hier eine der längsten Datenreihen vor“, weiß der ­Vogelkundler. Die Artenvielfalt werde natürlich maßgebend von den jeweiligen Witterungsverhältnissen bestimmt. Besonders wenn die Gewässer zufrieren und der Schnee kommt, verlassen die Schwimmvögel ihren ­angestammten Landschaftsraum weitgehend. Sie ziehen dann zu eisfreien Fließgewässern oder Talsperren wie der bei Zeulenroda, wo dann die Rastbestände spürbar zunehmen.

Auch seltene Arten bei Zählung gesichtet

Die auffälligste Vogelart am Zähltag waren die über 200 erfassten Höckerschwäne, zieht Auerswald Bilanz. Diese halten sich meist in größeren Gruppen überwiegend auf Rapsflächen bei Plothen, Dittersdorf oder Pahnstangen–Pörmitz auf. „Beim genauen Hinschauen waren wiederholt einige Grau­gänse zwischen den Schwänen zu entdecken“, berichtet Auerswald. Als Besonderheit führt er zudem 13 nordische Singschwäne an, die sich durch ihren gelben Schnabel mit schwarzer Schnabelspitze von den heimischen Höckerschwänen unterscheiden. „Auffällig wie der Name schon andeutet, ist ihr melancholischer Gesang“, erklärt Auerswald. Er vermutet, dass der Wetterwechsel Anlass für die Tiere war, weiter in den ­Süden zu ziehen und dabei im Teichgebiet einen Zwischenstopp einzulegen.

Auch Silberreiher und wenige Graureiher halten sich dort auf und gehen auf den Feldern auf Nahrungssuche, indem sie Mäuse fangen. Ein Landwirt hat auf den angrenzenden Grünlandflächen westlich von Plothen mehrere Sitzkrücken aufgestellt, damit Greifvögel wie Mäusebussard oder Turmfalke die Nagetiere besser erreichen. Seit einigen Tagen hält sich dort ein weiterer Wintergast auf, weiß Auerswald. Es handle sich um den grau gezeichneten Raubwürger, der ebenfalls ein Mäusejäger ist.

Auf den eisfreien Teichen wurden außerdem Stockenten sowie einige Krickenten, Gänsesäger, Reiherenten und Nilgänse angetroffen. Selbst ein fliegender Eisvogel mit seinem farbenprächtigen Federkleid erfreute die ehrenamtlichen Zähler. Dieser hielt sich an den noch offenen Wasserstellen nahe des Hausteichdammes auf.

Naturschützer suchen ehrenamtliche Zähler

Man muss aber nicht unbedingt ins Teichgebiet fahren, um Wasservögel zu beobachten. In ­Zeiten, wo die Gewässer weitgehend zugefroren sind, suchen die Tiere die wenigen offenen Wasserstellen auf und lassen sich in einer Zahl beobachten, wie sie sonst selten zu erleben sind, weiß der erfahrene Vogelkundler. Da verringern sich nicht nur die üblichen Mindestabstände verschiedener Vogelarten untereinander, sondern auch gegenüber dem Menschen.

Besonders die Stockenten kommen schnell angeschwommen, um etwas Fressbares zu erhaschen , wenn man nur kurz auf der Brücke eines Fließgewässers wie der Kotschau, Orla oder ­Wisenta oder an einem Stadtteich wie in Pößneck stehen bleibt. Aber auch Teich­rallen, Bleßrallen, oder Reiherenten sind gelegentlich zu beobachten.

Der Naturschutzbund veröffentlicht seine Zähldaten regelmäßig und macht sie damit allen Interessierten zugänglich. So sind sie im Jahresbericht enthalten, den der Nabu regelmäßig als Broschüre herausbringt. Zudem ist nach den Worten Auerswalds der Naturschutzbund daran ­interessiert, weitere Ehrenamt­liche zu finden, die regelmäßig an den Zählungen teilnehmen möchten.

Weitere Informationen sind zu finden unter www.nabu-dreba.de

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