Bauarbeiten am Zwötzener Wehr in Gera starten: Fußweg auf Debschwitzer Seite gesperrt

Gera  Das Zwötzener Wehr wird saniert. Dazu wird ab April auch der Fußweg auf der Debschwitzer Seite der Weißen Elster gesperrt. Spaziergänger müssen sich also für den Sommer ein neues Revier suchen.

Das Zwötzener Wehr wird saniert. Die Bauarbeiten beginnen im April. Dann werden auch Rad- und Fußweg gesperrt. Foto: Julia Schäfer

Das Zwötzener Wehr wird saniert. Die Bauarbeiten beginnen im April. Dann werden auch Rad- und Fußweg gesperrt. Foto: Julia Schäfer

Foto: zgt

Wer am Zwötzener Wehr vorbeifährt, der sieht bereits jetzt die Vorbereitungen für die großen Bauarbeiten, die dort ab April anstehen. Das Hochwasser 2013 hatte die Wehranlage schwer beschädigt. Damit noch Mittel aus dem Fonds für Wiederaufbau nach dem Hochwasser gezahlt werden, müssen die Arbeiten Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Deshalb sei der Zeitplan straff, erklärte Stefan Handrick vom Ingenieurbüro für Wasserbau in Radeberg, das die Planung betreut.

Als erstes werde Mutterboden abgetragen, der bis zum Ende der Bauarbeiten gelagert wird. Anschließend wird die Umleitung der Weißen Elster vorbereitet und eine Behelfsbrücke aufgebaut. Mit Big Packs wird dann das Wasser umgeleitet, damit am Wehr halbwegs trocken gearbeitet werden könne, erläutert Handrick. Bauherr ist die WKA Gera GmbH & Co. KG, die an diesem Standort eine Wasserkraftanlage betreibt. Das Kraftwerk verfügt über eine Leistung von maximal 400 Kilowatt und erzeugt durchschnittlich 1,2 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das Kraftwerk bleibe erhalten, die Fischtreppe werde allerdings erneuert. „Es werden ein Fischaufstieg und ein Fischschutzrechen mit Fischabstieg gebaut“, so der Planer.

Das Wehr selbst werde kleiner als das aktuelle sein, sagte Handrick. Möglich mache das ein wassergefülltes Schlauchwehr, das den Wasserstand der Elster reguliert. „Der Wasserpegel wird so sein wie vor dem Hochwasser“, sagte der Planer. Das Abflussvermögen des neuen Wehrs sei größer als das des alten. Kleinere Hochwasserereignisse seien hinter dem Wehr nicht zu spüren.

Einschränkungen für Spaziergänger

Die ursprünglichen Pläne für die Sanierung des Wehrs stammen von vor 2013. Durch das Hochwasser wurden sie nicht angegangen und stehen erst jetzt wieder als Ergänzung zur Schadensbeseitigung an. Das Wehr ist im Eigentum des Freistaats, die Arbeiten werden im Rahmen der Hochwasserhilfe mitfinanziert. Für die Beseitigung der Hochwasserschäden beziffert der Planer rund zwei Millionen Euro, dazu komme noch das, was vonseiten des Kraftwerkbetreibers geplant ist.

Für Spaziergänger brächten die Bauarbeiten allerdings Einschränkungen mit sich. Sie müssten die Baustelle großräumig umgehen oder umfahren. Handrick bittet um Verständnis, dass die Baustelle nicht betreten werden darf, zum einen, um die Baufirmen nicht zu stören, zum anderen aber auch, weil sich Spaziergänger auf der Baustelle verletzten könnten. „Ich hoffe hier sehr auf das Entgegenkommen und die Akzeptanz in der Bevölkerung, die mit den Bauarbeiten verbundenen Einschränkungen hinzunehmen. Nach der Sanierung werden wir hier eine Wasserkraftanlage haben, die erneuerbare Energie in einem ökologisch-ökonomischen Gleichgewicht produziert“, sagte Hanns Arnold, der Geschäftsführer der Bauherrin.

Im Vorfeld des Baubeginns habe es Turbulenzen mit ortsansässigen Anglern und Bewohnern gegeben. „Uns ist hier in jeder Hinsicht an einer qualifizierten Umsetzung der Sanierung gelegen“, sagte Hadrich. Falko Wagner, der das Institut für Gewässerökologie und Fischereibiologie Jena leitet, sei in das Projekt eingebunden.

Das Zwötzener Wehr ist ein Bauwerk mit Tradition. Seit 1876 ist es in Betrieb. Bereits seit 1620 habe sich an dieser Stelle ein Wehr befunden, zitiert Ortsteilbürgermeister Matthias Lagojda aus der Ortschronik. Dort steht auch, dass das Wehr den Namen Zwötzener Wehr trägt, obwohl es zum Teil auch auf Debschwitzer Gemarkung liegt. Zweck des Wehrs sei früher die Speisung des Mühlgrabens gewesen, über den viele Industriebetriebe ihr Brauchwasser erhielten. Der Mühlgraben liegt derzeit trocken.Wenn das neue Wehr gebaut ist, könnte dort wieder Wasser fließen. Ob das allerdings geplant sei, wisse er noch nicht.

[Update] In einer früheren Version des Beitrages wurde auch von der Sperrung des Elsterradweges berichtet. Das trifft nicht zu. Er bleibt zugänglich.