Die Rettung vor dem Mähtod

Gera  Der Tierschutzverein Gera informiert über sein neues Projekt „Rehkitzrettung“ mittels Wärmebilddrohne.

Der Tierschutzverein Gera informiert über sein neues Projekt „Rehkitzrettung“ mittels Wärmebilddrohne.

Der Tierschutzverein Gera informiert über sein neues Projekt „Rehkitzrettung“ mittels Wärmebilddrohne.

Foto: dpa

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Ein neues Projekt zur Tierrettung startet Ende April im Geraer Norden. Unter Federführung des Tierschutzvereins Gera und Umgebung soll beim Projekt „Rehkitzrettung“ mittels Wärmebilddrohne der Wildnachwuchs vorm sogenannten Mähtod bewahrt werden.

Da bei frisch geborenen Rehkitzen etwa vier Wochen lang der Fluchtinstinkt fehle, gehöre es zur natürlichen Strategie, die Jungtiere in dieser Zeit zum Schutz vor Fressfeinden in hohem Gras zu verstecken, heißt es in der Projektbeschreibung des Tierschutzvereins. Vor den Mähmaschinen in der Erntezeit im April und Mai schütze dies jedoch nicht. Im Gegenteil. Der Plan der Tierschützer ist, die Rehkitze mit Hilfe der Wärmebildkamera der Drohne vor dem Start der Erntemaschinen aufzuspüren und zu sichern, um sie anschließend ihren Müttern zurückzugeben. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt des Geraer Vereins, der Tierschützer mit Landwirten, Jägern und Technikfans zusammenführt, heißt es. Die Vorbereitungen laufen bereits seit 2017.

Dabei sei der Anfang zunächst recht holprig gewesen, inzwischen hätten sich aber Menschen ganz unterschiedlichen Alters und Herkunft gefunden. Vor allem die jungen und technikbegeisterten Tierschützer seien von der Mission angetan, heißt es. Groß sei die Resonanz unter den Jägern gewesen, die jedes Jahr mit herkömmlichen Mittel versuchen, die Tiere von den betroffenen Grasflächen fernzuhalten oder die Geißen dazu zu bewegen, ihre Kitze vor der Mahd aus den Wiesen zu führen.

Vorstellung in Aga und zum Hofwiesenparkfest

Mit der Drohne sollen nun die Tier lokalisiert werden. Anschließend werden sie von Helfern mit Handschuhen und viel Gras in Umzugskartons gelegt und am Wiesenrand in Sicherheit gebracht. Nachdem die Mähmaschinen abgezogen sind, werden die Kitze wieder freigelassen und von ihren Mütter abgeholt. Wichtig sei dabei, dass die Landwirte rechtzeitig vor Beginn der Mäharbeiten Bescheid geben. Wertvolle Tipps für das Projekt erhielten die Geraer Tierschützer aus der Schweiz und aus Rheingau bei Wiesbaden.

Um das Projekt vorzustellen und Spenden dafür zu akquirieren, hat der Tierschutzverein zum einen eine eigene Internetseite mit Projektbeschreibung, Kontakt und Spendenkonto erstellt. Zum anderen will man bei verschiedenen Anlässen das Projekt „Rehkitzrettung Gera“ vorstellen. Laut Internetseite ist die erste Vorführung der ­Drohne heute, ab 10 Uhr, am Biogewächshaus Kleinaga ­geplant. Außerdem ist der Verein mit einem Stand am 1. Mai beim Hofwiesenparkfest vertreten.

Mehr Infos zum Projekt: www.rehkitzrettung-gera.de oder beim Tierschutzverein Gera und Umgebung, dienstags, 14 bis 16 Uhr, und donnerstags , 10 bis 12 Uhr, ­­ Telefon ­(0365) 7 10 66 50.

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