Die Schwalbe bleibt in Pößneck

Pößneck  Nach der Fassadensanierung hat die Kreissparkasse Saale-Orla an ihrem Gebäude in der Innenstadt von Pößneck künstliche Schwalbennester angebracht, die sofort durch die Vögel belegt waren.

Nadine Schwesig, Ornithologin im Arbeitskreis Teichgebiet Dreba-Plothen des Naturschutzbundes, hat Maik Florian, Geschäftsstellenleiter Pößneck der Kreissparkasse Saale-Orla, die Urkunde und die Plakette „Schwalben willkommen“ überreicht. Nach der Fassadensanierung des Sparkassengebäudes wurden an der Decke eines Balkons zur Krautgasse hin künstliche Schwalbennester angebracht. Foto: Sandra Hoffmann

Nadine Schwesig, Ornithologin im Arbeitskreis Teichgebiet Dreba-Plothen des Naturschutzbundes, hat Maik Florian, Geschäftsstellenleiter Pößneck der Kreissparkasse Saale-Orla, die Urkunde und die Plakette „Schwalben willkommen“ überreicht. Nach der Fassadensanierung des Sparkassengebäudes wurden an der Decke eines Balkons zur Krautgasse hin künstliche Schwalbennester angebracht. Foto: Sandra Hoffmann

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Die Kreissparkasse Saale-Orla heißt mit ihrer Filiale in der Innenstadt von Pößneck nicht nur ihre Kundschaft, sondern auch Schwalben willkommen. An ihrem Objekt in der Breiten Straße erhält sie natürliche Vogelnester und verloren gegangene hat sie durch künstliche ersetzt. Diese Gastfreundschaft gegenüber den Sperlingsvögeln ist jetzt mit der Urkunde und der Plakette „Schwalben willkommen“ gewürdigt worden, denn mit ihrem Engagement trägt die Kreissparkasse mit dazu bei, dass die Schwalbenpopulation in der Innenstadt fortbesteht.

„Mit der Verleihung der Plakette möchten wir Danke sagen, dass die Tiere geduldet und geschützt werden“, erläutert Peter Zörner, Erster Vorsitzender des Arbeitskreises Teichgebiet Dreba-Plothen des Naturschutzbundes (Nabu). Zugleich hoffen die Naturschützer, dass die Plakette als sichtbares Zeichen des Engagements für Schwalben auf andere Bürger ausstrahlt und diese ebenfalls Schwalben willkommen heißen.

Weiterer Schritt zur „Stadt der Artenvielfalt“

An dem denkmalgeschützten Objekt der Kreissparkasse Saale-Orla in der Breiten Straße hatten sich Schwalben schon vor längerer Zeit Nester gebaut. Mit der Außensanierung des Gebäudes waren auf der Fassadenseite der Krautgasse natürliche Schwalbennester entfernt worden. Nach Gesprächen der Naturschützer mit dem Kreditinstitut sind künstliche Nester in Form von drei Doppelpaaren angebracht worden. „In jedem Doppelpaar war in diesem Jahr schon ein Nest besetzt“, berichtet Peter Zörner. Sowohl im Mai als auch im Juni brüteten Schwalben hier, sodass es insgesamt sechs Bruten gab.

„Die Population der Mehlschwalben in der Pößnecker Innenstadt zu erhalten – darum kämpft der Naturschutzbund“, erklärt Peter Zörner und bedankte sich bei Maik Florian, Geschäftsstellenleiter Pößneck der Kreissparkasse Saale-Orla, für die Unterstützung. Es sei möglich, die künstlichen Nester in der Farbe der Fassade zu streichen, weist Peter Zörner hin.

Die Übergabe der Plakette innerhalb der Aktion „Schwalben willkommen“, die von der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen unterstützt wird, ist für die Mitglieder des Naturschutzbundes ein weiterer Beitrag im von ihnen vor zwei Jahren initiierten Projekt „Pößneck – Stadt der Artenvielfalt“. Damals hatten sie das emsige Treiben von Mehlschwalben (Delichon urbicum) im Zentrum von Pößneck festgestellt und ihnen war sofort klar, dass diese Population geschützt und erhalten werden müsse, ist doch auch diese Vogelart stark im Rückgang begriffen.

Doch Pößneck habe in Sachen Naturschutz mehr zu bieten als „nur“ Mehlschwalben, weist Peter Zörner hin. „Sommerquartiere für Fledermäuse und Nisthilfen für Mauersegler, Meisenarten, Hausrotschwanz, Wasseramsel und Gebirgsstelze wurden angebracht. Der Rathausturm beherbergt inzwischen einen Nistkasten für den Turmfalken, der Kotschau-Alt-arm nahe des Feuerwehrgerätehauses wurde wieder vernässt und hat sich zum Lebensraum der Teichralle (Gallinula chloropus) entwickelt“, zählt der Naturschützer auf. All das sei mit Unterstützung der Stadtverwaltung Pößneck geschehen, die auch für eine Informationstafel zum „Lebensraum Kotschau“ sorgte.

Naturbeobachtungen beim Nabu willkommen

Doch es gebe auch ungelöste Fragen in Sachen Natur- und Umweltschutz. So sei unklar, wo die Dohlen Quartier bezogen haben, wo der Gartenrotschwanz noch eine Heimstatt habe und wo der Ruf des Kuckucks und der des Waldkauzes noch gehört werde. Die Mitglieder des Naturschutzbundes freuen sich über Mitteilungen zu Naturbeobachtungen aller Art. Diese können per e-Mail an die Adresse info@nabu-dreba.de gesandt werden. Naturinteressierte können sich natürlich auch gern dem Bestreben anschließen, Pößneck als „Stadt der Artenvielfalt“ zu entwickeln. Kontakt dafür ist auch über die Internetseite www.NABU Dreba-Plothen.de möglich.

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