Dreifaches Wiedersehen einer Bekassine im Teichgebiet Dreba-Plothen

Dreba  Im Europäischen Vogelschutzgebiet „Plothener Teiche“ bildet sich eine Tradition für einen Rastplatz des Schnepfenvogels heraus

Eine Bekassine. Sie war der Vogel des Jahres 2013.

Eine Bekassine. Sie war der Vogel des Jahres 2013.

Foto: Naturschutzbund

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Die Bekassine (Gallinago gallinago) rastet wieder vermehrt im Teichgebiet Dreba-Plothen. Jetzt ist es erstmals gelungen, einen dieser Schnepfenvögel das dritte Jahr in Folge wiederzufangen. „Ununterbrochen kommt er durch das Teichgebiet, das gab es so in den vergangenen 23 Jahren nicht. Und er mausert sogar hier“, freut sich Ornithologe Jürgen Auerswald.

„Durch die Wiederherstellung von Lebensräumen ist es möglich, dass sich verlorene Arten wieder einstellen“, erklärt der Experte. Einzelne Mitglieder des Naturschutzbundes haben es sich deshalb seit Jahren zur Aufgabe gemacht, beeinträchtigte Feuchtbiotope wieder zu entwickeln. Parallel dazu werden die auftretenden Vogelarten in diesen Flächen wissenschaftlich erfasst und markiert, um Ergebnisse fundiert zu belegen.

Eine der Arten, die im Focus der Forschung stehen, ist die gefährdete Bekassine, eine Art der Roten Liste Deutschlands. „Dieser Schnepfenvogel war einst Brutvogel in unserem Teich­gebiet, lang ist‘s her“, weiß Jürgen Auerswald. Doch durch die Verbesserung eines ausgewählten Rastplatzes im Europäischen Vogelschutzgebiet „Plothener Teiche“ stellt sich der auch als „Himmelsziege“ bekannte Feuchtgebietsbewohner nach den bisherigen Untersuchungen während der Zugzeit wieder ein. „Deshalb wurde wiederholt auf die Möglichkeit zur Bildung einer gewissen Rastplatztradition in unserem Naturschutzgebiet hingewiesen“, so der Ornithologe. Nach einer Auswertung der bisherigen 22 wieder kontrollierten Bekassinen nach einem und bis maximal sechs Jahren nach der Beringung sei dieser Beleg eindeutig.

„Vor wenigen Tagen kam es nun erstmals zum Wiederfang einer Bekassine, die seit 2016 jedes Jahr auf dem Durchzug in unserem Teichgebiet rastet und hier Nahrung ‚tankt‘ für ihren Weiterflug in das Winterquartier nach Frankreich oder Spanien“, sagt Jürgen Auerswald stolz. Oft werde es zu solch positiven Nachweisen aber nicht kommen, da, obwohl geschützt, Bekassinen nach wie vor besonders in Frankreich geschossen würden, um auf dem dortigen Speiseteller zu landen.

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