Ein Wanderweg und die Leidenschaft für Sterne

Hans-Peter Schneider machte sich mit einem mobilen Planetarium selbstständig. Als frischgebackener Landschaftsführer verbindet er seine Leidenschaft für die Sterne mit dem Planetenwanderweg.

Hans-Peter Schneider wanderte kürzlich mit Interessierten bei kühlen zwei Grad den ersten Thüringer Planetenwanderweg. Startpunkt war die Sternwarte in Auma. Foto: Maike Scholz

Hans-Peter Schneider wanderte kürzlich mit Interessierten bei kühlen zwei Grad den ersten Thüringer Planetenwanderweg. Startpunkt war die Sternwarte in Auma. Foto: Maike Scholz

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Auma-Weidatal/Zeulenroda-Triebes. "Wir haben im Kosmos eine Geschichte geschrieben, nämlich die unserer Lebensexistenz. Jedes Lebewesen stellt eine Kostbarkeit dar", meint Hans-Peter Schneider. Eine Kostbarkeit sei auch der erste Thüringer Planetenwanderweg. Der beruht auf der Idee der Regelschule Auma in 1992. Weil die wahren Größe der Sonne, der Abstand zur Erde und die Entfernungen zu anderen Planeten das menschliche Vorstellungsvermögen übersteige, sei nach einem geeigneten Modell gesucht wurden, um die Faszination für den Sternenhimmel besser darstellen zu können.

1996 war es soweit und der Wanderweg mit seiner 13,6 Kilometer Länge wurde eröffnet. "Ich hatte mich mit eingebracht und ein Wanderbegleitheft geschrieben. Ursprünglich sollte der Weg von der Aumaer Sternwarte zum Planetarium in Zeulenroda führen. Doch das Planetarium wurde dann nicht gebaut", erklärt Schneider. Grund dafür seien fehlende finanzielle Fördermittel gewesen.

Feuer für Astronomie an Uni entfacht

Der Zeulenrodaer hatte von 1978 bis 1982 sein Diplom in der Astronomie abgelegt. "Ich hatte fantastische Lehrer, die das Feuer in mir entfachten", denkt er an die Zeit zurück und an den Auslöser für seine Leidenschaft zur Astronomie. Er habe dann als Lehrer für Physik und Astronomie gearbeitet. 1996 bekam er die Chance, an einem dreiwöchigen Training für einen simulierten Raumflug in den USA teilzunehmen. "Lebe deinen Traum, das klang nach dieser Zeit in mir nach", erzählt er und begründet so auch, dass er seinem "Bauchgefühl" gefolgt sei und 1996 in die Selbstständigkeit ging. "Ich habe mir damals ein mobiles Planetarium gekauft", schmunzelt er und so habe sich seine Reise fortgesetzt.

Mit vielen Wanderausstellungen und Bildungsmessen war und ist er erfolgreich unterwegs. Dazu gehöre auch jene mit dem Titel "Mensch & Kosmos". "Die Wanderausstellung sucht jetzt, nach über zehn Jahren, eine Heimatstadt", sagt Schneider und fügt an: "Es ist auch meine Intention, näher an der Region zu sein und dieser etwas zurückgeben zu können."

Deswegen habe er sich zum Beispiel auch für die Ausbildung zum Natur- und Landschaftsführer entschieden, die er kürzlich erfolgreich abgeschlossen hat. Seine praktische Prüfung legte er mit einer Tour entlang des Planetenwanderweges ab: "Man erfährt als Wanderer die Dimensionen des Universums und kann die Maßstäbe erwandern. So erst bekommt man die Einsicht, wie groß das Universum und wie kostbar das Leben ist."

"Hubble 2015 - 25 Jahre allmächtiges Auge im Orbit" heißt ein weiteres Projekt, bei dem Schneider in Zusammenarbeit mit ESA und NASA dabei ist. "Die Europapremiere wird Ende Februar bei der Thüringen-Ausstellung in Erfurt sein", gibt er einen Ausblick.

Bis dahin gebe es für Schneider viel zu tun. "Am Sonntag wird die Show ,Der Stern von Bethlehem in der Turnhalle der Rötlein-Schule gezeigt", erzählt er. Los gehe es um 14.30 Uhr.