Familientag der Jägerschaft Gera wieder in Großsaara

Großsaara  Dass der gut besuchte 13. Familientag der Jägerschaft Gera wieder in Großsaara stattfand, war nicht selbstverständlich

Robert Rosteck (links) ist einer der Jungjäger, die ihren Jägerbrief erhielten. Maximilian Knips arbeitet noch daran.

Foto: Marcel Hilbert

Es stand tatsächlich zur Diskussion, ob die Jägerschaft Gera wieder zu einem Familientag und wieder nach Großsaara einlädt, sagt Thomas Widling. Denn die Gemeinde, in der das Fest rund um die Jagd inzwischen traditionell gefeiert wird, ist auch die Gemeinde, in der sich wenige Wochen nach dem Familientag im vorigen Jahr jener schlimme Jagdunfall ereignete, bei dem ein sechsjähriges Mädchen in einer Gartenanlage von einem Projektil aus einer Jagdwaffe getroffen wurde.

„Es ist schrecklich und tut uns Leid, was passierte“, sagt Vereinsvorsitzender Widling. „Natürlich haben wir überlegt ob wir den Tag hier veranstalten, haben aber, auch aus der Gemeinde, Zuspruch erhalten.“ Man akzeptiere den Wunsch der Familie, die keinen weiteren Kontakt wolle. Ansonsten sei der Vorfall noch immer Gegenstand eines laufenden Verfahrens.

Gerade auch für Kinder und Familien – von Mitgliedern, aber auch aus der nicht jagenden Bevölkerung – ist der Familientag der Jägerschaft gedacht, in diesem Jahr erst recht, da es auf den Kindertag fiel. „Deshalb haben wir zum Beispiel auch Kinder des SOS-Kinderdorfs und des Kinderheims Gera-Ernsee eingeladen“, sagt Thomas Widling.

Die jungen Gäste konnten toben und basteln, sich mit Spielzeuggewehr und -armbrust am Schießstand probieren oder spielerisch Flora und Fauna aus Wald und Flur am Stand des Landesjagdverbandes oder des Jugendwaldheims Ernsee kennenlernen. Für Klein und Groß gab es weidmännische Blasmusik aus Jagd- und Parforcehörnern und Vorführungen tierischer Jagdbegleiter, vom Falken bis zu Jagdhunden in allen Formen und Farben. „Keine Technik kann den Hund bei der Jagd ersetzen“, erfuhren die Zuschauer bei der Parade der Vierbeiner. 265 Mitglieder auf zwei Beinen hat die Jägerschaft Gera aktuell, sagt Widling, als Interessenvertretung ohne Zwangsmitgliedschaft auch über Gera und den Kreis Greiz hinaus.

In den Reihen der ausgebildeten Jäger konnten zum Familientag sechs Jungjäger mit Jägerbrief und „Ritterschlag“ begrüßt werden: Robert Rosteck, Tristan Seiler, Amelie Wohlleben, Felix Schlöbe, Stefan Fuchs und Ludo Sevcik. „Drei weitere waren am Wochenende bei einem Wettbewerb im jagdlichen Schießen unterwegs“, erzählt der Jägerschafts-Vorsitzende.

In dieser Woche, sagt er, werde es politisch. Am 6. Juni soll es in Erfurt die Anhörung des lange diskutierten Jagdgesetzes geben. „Da fahren auch einige von uns mit hin, als Vertreter der ’grünen Zunft‘“, sagt Widling. Trotz kritischer Sicht auf Details wie die Verbote von Bleischrot oder Totschlagfallen hofft Widling, dass das über drei Jahre auch mit den Jägern ausgehandelte Kompromisspapier noch in dieser Legislatur des Landtages beschlossen wird. „Um nicht wieder von vorn anfangen zu müssen.“