Flutschutzplanungen für Gera- Milbitz und Thieschitz keine einfache Aufgabe

Milbitz/Thieschitz  Nadelöhr-Brücken und wassernahe Bebauung machen die Flutschutzplanungen für Milbitz und Thieschitz zur Aufgabe

Der Erlbach in Thieschitz muss in die Hochwasserschutzplanungen einbezogen werden. Die Erlbachwegbrücke

Der Erlbach in Thieschitz muss in die Hochwasserschutzplanungen einbezogen werden. Die Erlbachwegbrücke

Foto: Peter Michaelis

Fachleute der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) und der Thüringer Landgesellschaft (ThLG) brüten seit Monaten über den Hochwasserschutzplanungen an der Weißen Elster. Gerade in Milbitz und Thieschitz sind dafür Eingriffe in vorhandene Eigentumsverhältnisse unvermeidlich. „Wir müssen Flächen in Anspruch nehmen, um Hochwasserschutz zu gewährleisten“, sagt Projektleiter Frank Schirmer. Ihm ist bewusst, dass manche Anwohner stark betroffen sind und große Flächen abgeben oder ihr Grundstück sogar komplett räumen müssen. Für sie setzt sich Ortsteilbürgermeister ­Norbert Geißler ein und verhandelt derzeit mit der Stadt über Ausweichflächen, damit Bürger wenigstens in ihrem Dorf bleiben können. Mit folgenden noch abzuwägenden Bauvarianten müssen sich die Einwohner aber nun auseinandersetzen:

Milbitz – Einmündung des Erlbaches

Die Deiche auf der rechten Erlbachseite müssen rückgebaut werden, nur einige wenige Gebäude werden weiter durch sie geschützt. Grund sind in Gera errichtete Hochwasserschutzwände, die ein Ausufern der Elster in den Hofwiesenpark verhindern und das Wasser flussabwärts schicken. Rechts des Erlbachs wurden bereits Bäume abgeholzt, damit die Abgrabung der Deiche noch 2018 starten kann. Auf der linken Erlbachseite bleiben die Deiche erhalten, sodass das Wasser von dort wieder in die Elster geleitet wird. Im späteren Verlauf soll auch der linke Deich verschwinden. Das geht nur, wenn verschiedene Gebäude abgerissen werden.

Milbitz – Radwegeführung bis zur Autobahn

Der Radweg auf der rechten Elsterseite bleibt erhalten. Da die Stadt Gera eine beidseitige Radwegeverbindung fordert, muss diese links bis zur Autobahnbrücke neu gebaut werden. Der Radweg soll von dort am Köstritzer Weg entlang hinter der Autobahn wieder Richtung Elster verlaufen.

Milbitz – Eisenbahnbrücke bis Franzosenbrücke

Durch Gerinneaufweitung und Uferabgrabung will man der Elster hier mehr Raum geben. Dazu kommt die Abtragung des Deiches und dessen Rückversetzung in Dorfnähe, dort dann 2,60 Meter hoch. Der vorhandene Wirtschaftsweg bleibt erhalten. Die Gartengrundstücke an der Eisenbahnbrücke werden aber durch einen neuen Weg von hinten erschlossen. Der Radweg führt weiter wie bisher am Elsterufer entlang. Der neue Deich schließt später an die Franzosenbrücke an.

Milbitz – in Höhe Franzosenbrücke

Die erste Variante führt den Franzosenweg erhöht und mit wasserdurchlässigen Bauelementen versehen unter der Brücke hindurch. In der zweiten Variante wird der Weg mit Steinen befestigt, die überflutet werden können. Dadurch entsteht aber eine nicht unerhebliche Steigung. Nördlich der Franzosenbrücke soll der Deich abgetragen und an die Reitanlagen und Gartenanlagen versetzt werden. Die Deichhöhen variieren von 1,60 Meter bis 2,20 Meter.

Thieschitz – in Höhe Köstritzer Weg

Der aus Richtung Milbitz kommende neue Deich dockt hier an den Köstritzer Weg an. Links des Erlbachs entsteht eine Hochwasserschutzwand. Der Weg selbst muss zusätzlich erhöht und mit Durchlässen versehen werden, um nicht überflutet zu werden. Auch der Abriss der Brücken Hartmannsdorfer Weg und Köstritzer Weg und die Errichtung einer neuen Brücke sind als Alternative denkbar. Rechts des Erlbachs soll außerdem Geländeabtrag erfolgen.

Thieschitz – Hartmannsdorfer Weg bis Erlbachweg

Eine Variante sieht neue Flutschutzdeiche links und rechts des Erlbachs vor. Das hätte zur Folge, dass die Abstände zu den Wohnhäusern nur gering wären. Laut der zweiten Variante könnten Hochwasserschutzwände gebaut werden. Doch je näher diese an die Elster rücken, desto höher müssten sie werden.

Thieschitz – Erlbachwegbrücke

An den Kleingärten und Richtung Thieschitzer Straße sollen Deiche entstehen. Die Erlbachwegbrücke selbst ist ein Nadelöhr, das den Experten Kopfzerbrechen bereitet. Ein Szenario sieht die Verbreiterung oder den erhöhten Neubau der Brücke vor. Dafür müsste der Erlbach nach links verlegt werden. Auch für den Fall, dass Hochwasserschutzwände gebaut werden, müsste die Brücke verbreitert werden. Alternativ käme nur der Abriss zweier Wohnhäuser rechts des Erlbachs in Frage, um Raum zu schaffen. Bei allen Varianten wird eine Aufweitung der Zuläufe schon vor der Brücke unvermeidlich.

Dazu der Kommentar Das Wasser musss hier durch