Fröbelwald erwacht aus Winterschlaf

Lichtenhain  Die Blockhütte auf der Wiese im Winterwald ist ein neuer Höhepunkt auf dem stückweise wachsenden Areal.

Astrid Apel, Marketing-Fachfrau bei der Oberweißbacher Bergbahn, und Christian Hassenstein, Revierförster und Waldpädagoge aus Passion, vor der fast fertigen Blockhütte im Fröbelwald bei Lichtenhain. Foto: Henry Trefz

Foto: zgt

Natürlich kennt der Wald nicht wirklich einen Winterschlaf, und selbst wenn, hält sich er sich nicht an die Touristik-Saison. Trotzdem steht auf der Webseite der Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn (OBS), in dessen Touristik-Portfolio der Fröbelwald einen wichtigen Platz einnimmt: „Der Fröbelwald kann vom Mai bis Oktober besucht werden“.

Astrid Apel, sie verantwortet das OBS-Marketing, kann diesen Widerspruch schnell aufklären: „Der Wald ist natürlich immer offen. Da gibt es keinen Zaun drumherum. Aber unsere besonderen Angebote, die gibt es nur in der Saison.“

Denn natürlich ist der Fröbelwald nur ganz am Anfang ein ganz gewöhnliches Stück Kommunalwald gleich an der Bergbahn gewesen. Alt-OBS-Chef Peter Möller hatte einst, als die ersten Ideen gesucht wurden, wie man den bewegungsfreudigen Kindern nach der Stillsitz-Bergbahn ein Bewegungsangebot machen könnte, den Traum, dass einst jedes Schulkind in Thüringen einmal in dieser Zeit die Bergbahn und den Fröbelwald besuchen würde.

Bis dahin dauert es noch ein bisschen, schließlich ist erst ein halbes Jahrzehnt vergangen, seit er eröffnet wurde. Noch längst sind nicht alle Stationen auf der einst als Fröbelwelt (bald wurde Fröbelwald daraus) konzipierten, spielerischen Lerneroberung des Waldes umgesetzt.

Toben und Wissenswertes für Jung und Alt

Doch wenn die Grundschulkinder, nachdem sie sich am Eingang leidlich ausgetobt haben, den Sprung zweihundert Jahre zurück machen und das harte Leben eines Köhlers erklärt bekommen, oder an der nächsten Station einen Steinbruch erleben können oder schätzen, wie lange es dauert, bis aus einem Baumstamm eine Bohle für das Gleis der Bergbahn geworden ist, dann beginnen nicht nur die Augen der Kinder zu leuchten, sondern auch die der sachkundigen Führer. Zu ihnen gehört Revierförster Christian Hassenstein, dem anzumerken ist, wie sehr ihn diese Aufgabe erfüllt. Zusammen mit Andrea Loch und Henning Werther führen sie nach Voranmeldung die Gruppen in der Einzelstärke von maximal etwa 20 Kindern von Station zu Station, tauchen in die Welt des Waldes und ihrer Facetten ein und spüren inzwischen genau, wann es an der Zeit ist, dem Wissen wieder etwas Praktisches folgen zu lassen. Vorbei an der Vogelerkennungsstation mit dem besten Ausblick, den das Oberland zu bieten hat, geht es zum Pfad der Waldpflanzen, wo gerade ein Fußfühlpfad das Thema vervollständigt und dann weiter auf eine große weite Waldlichtung.

Auf ihr steht – noch gar nicht ganz mit der Inneneinrichtung fertig – eine große Blockhütte.

Eingeweihte erkennen sie vielleicht wieder: Sie schmückte die Landesgartenschau in Schmalkalden, und um sie entspann sich, obwohl sie nur mit einer Plane als Dach ausgestattet war, ein rechtes Tauziehen. Der Forst gewann und schaffte sie nach Lichtenhain, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald spendierte das wetterfeste Dach, damit der Fröbelwald auch bei schlechtem Wetter ein grünes Klassenzimmer ist.

Und spätestens beim Bergbahnfest vom 25. bis 28. Mai, in das auch das Fröbelwaldfest am Freitag eingebettet ist, werden beim Stationsbetrieb mit Höhepunkten alle sehen können, dass der Fröbelwald wieder ein Stück gewachsen ist. Noch vier Stationen, dann ist der ursprüngliche Plan umgesetzt. Christian Hassenstein wirkt aber nicht so, als wollte er dann aufhören.

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