Nabu Dreba-Plothen bereitet Storchen-Saison 2019 vor

Volkmannsdorf/Knau  Engagierte errichten Nisthilfe, um Brutpaar anzulocken. Storchenkorb in Berliner Behindertenwerkstatt gefertigt.

Die Nisthilfe wird nahe der Finkenmühle im Plothenbachtal aufgestellt.

Die Nisthilfe wird nahe der Finkenmühle im Plothenbachtal aufgestellt.

Foto: Nabu

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Störche haben es in Ostthüringen nicht gerade leicht“, heißt es in einer Mitteilung des Nabu-Arbeitskreises Teichgebiet Dreba- Plothen. Ihnen fehle es an geeigneten Nahrungsgebieten und Brutmöglichkeiten. Im Saale-Orla-Kreis brüteten 2018 in Porstendorf und Oettersdorf jeweils auf einem Schornstein Weißstörche erfolgreich.

Um die Situation zu verbessern errichteten Nabu-Mitglieder und Freunde, die als Sponsoren auftraten, für die kommende Saison eine Nisthilfe, um ein Storchenpaar anzulocken. Die zeitintensiven Vorbereitungen umfassten die Standortbestimmung, den Kauf des Lärchenstammes im Forstrevier Knau, die erforderlichen Erdarbeiten und das Setzen der Beton­segmente als Halterung für den künftigen Holzmast nahe der Finkenmühle/Plothenbachtal. Der Schutzgebietsbetreuer ließ dafür einen entsprechenden Storchenkorb in einer Berliner Behinderten-Werkstatt anfertigen. Der Korb wurde mit Weidenästen und Rasensoden ausgepolstert, mit weißer Naturfarbe bespritzt und schließlich mit dem Mast aufgestellt. Den „Glücksbringern“ soll so der Einzug erleichtert werden. Die weiße Farbe zeigt dem Storch, dass das Nest schon einmal besetzt war und suggeriert dem Vogel, dass es ein sicherer Standort für die Jungenaufzucht ist. „Im Umfeld sollen nun weitere Maßnahmen wie die Förderung artentenreicher Blühwiesen und Initiierung von Feuchtstellen zur Verbesserung der Nahrungssituation folgen“, schreibt ­Jürgen Auerswald. Die Lebensraumentwicklung, die auch ­anderen Wiesenvögeln wie der Feldlerche – Vogel des Jahres 2019, dem Kiebitz, dem Wiesenschmätzer oder der Schafstelze zugute kommen soll, werde noch einige Jahre des Engagements der Ehrenamtlichen in Anspruch nehmen. Erfolge ­seien nur in enger Zusammenarbeit mit den dortigen Agrar­betrieben zu erreichen.

Gescheitert sei laut Auerswald hingegen das Vorhaben zur Errichtung einer weiteren – staatlich geförderten – Nisthilfe am Veto der Oberen Wasserbehörde, die den Standort auf einer Vorrangfläche für den ­Naturschutz im Europäischen Vogelschutzgebiet „Plothener Teiche“ ablehnte. Alle Beteiligten seien nun gespannt, wann sich ein Storchenpaar auf der errichteten Nisthilfe niederlässt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.