Nabu mit Pistenbully im Teichgebiet Dreba-Plothen im Einsatz

Der Nabu Arbeitskreis Dreba-Plothen aktiviert ein schon vor fünf Jahren zur Teichbewirtschaftung vom Landkreis angeschafftes, aber nicht dafür genutztes Gerät. Am Sonntag wurde ein ehemaliges Absetzbecken im Gebiet der Kohlung entlandet.

Nach fünf Jahren am Wochenende erstmalig im Einsatz: Der kreiseigene Pistenbully hilft bei der Optimierung und Wiederherstellung von Lebensräumen für Wasservögel im Europäischen Vogelschutzgebiet Dreba-Plothen.  Foto: Joachim Kullak

Nach fünf Jahren am Wochenende erstmalig im Einsatz: Der kreiseigene Pistenbully hilft bei der Optimierung und Wiederherstellung von Lebensräumen für Wasservögel im Europäischen Vogelschutzgebiet Dreba-Plothen. Foto: Joachim Kullak

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Dreba. Zufrieden schauen die Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) Arbeitskreis Teichgebiet Dreba-Plothen am Sonntag auf ihr Werk. Mit einem vor Jahren dafür angeschafften, aber nicht genutzten Pistenbully des Landkreises wurde nach langer Vorbereitung, bedingt durch lang anhaltendes Winterwetter, ein ehemaliges Absetzbecken im Gebiet der Kohlung zwischen Volkmannsdorf und Bucha einer Teilentlandung unterzogen.

Das es überhaupt zu dieser Aktion kam, ist hauptsächlich Jürgen Auerswald, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises, zu verdanken, der den herumstehenden Pistenbully endlich seinem Verwendungszweck zuführen wollte. "Durch die vielen noch im Boden aus vergangenen Zeiten gespeicherten Nährstoffe kam es in den letzten Jahren zum übermäßigen Aufwuchs von Rohrglanzgras und Breitblättrigen Rohrkolben", erklärt Auerswald die Situation in der Kohlung. "Ein Zurückdrängen der Pflanzen durch Überstauen war durch permanenten Wassermangel dieser Stauanlage im Gebiet der Himmelsteiche nicht möglich." Deshalb bat er Landrat Thomas Fügmann (CDU) um Hilfe. "Sicher war dieser erstaunt, war ihm doch in seiner relativ kurzen Amtszeit von der Existenz eines kreiseigenen Pistenbully noch nichts zu Ohren gekommen", meint Jürgen Auerswald. Das Fahrzeug sei für die Teichbodenbearbeitung konstruiert. So habe man die Sache auf den Weg gebracht, eine Ausnahmegenehmigung nach der Prüfung des Vorhabens im ausgewiesenen Naturschutzgebiet "Teichgebiet Dreba-Plothen" und dem Fauna-Flora-Habitat (FFH) sei durch die Naturschutzbehörde unbürokratisch erteilt worden. "Da es sich um Flächen des Freistaates Thüringen handelt, die der Nabu angepachtet hat, musste das Vorhaben alle Instanzen durchlaufen und selbst das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz stimmte den Entwicklungsmaßnahmen in kürzester Zeit zu", umreißt Auerswald den erheblichen bürokratischen Aufwand. Inzwischen sind die Arbeiten abgeschlossen, der Nabu als Auftraggeber mit dem Ergebnis äußerst zufrieden. Aus Sicht des Initiators wurde damit ein weiteres Entwicklungsziel des Naturschutzes erfüllt, Rast- und Ruhehabitate für wandernde Wasservogelarten, besonders für Limikolen wie Bruchwasserläufer, Waldwasserläufer, Rotschenkel, Kampfläufer oder Sanderling bereit zu stellen. "Damit es nicht zu Schäden von Brutlaich der Amphibien kommt, wurde das Gewässer vor Wochen abgelassen. Bestehende Restwasserflächen mit möglichen Laichballen wurden kontrolliert und entsprechende Bereiche von der Maßnahme ausgenommen", erklärt der Fachmann. Wertvolle Entwicklungsbestände des seltenen Schmalblättrigen Rohrkolbens oder der Großen Teichbinse seien geschont worden. "In bestehenden Großröhrrichten haben nun Teichrohrsänger, Wasserrallen oder die in Thüringen äußerst seltene Tüpfelralle, die hier zu den Brutvögeln gehört, wieder Brutmöglichkeiten, da die neu geschaffenen Flachwasserbereiche die Lebensraumansprüche für diese sensiblen Rote-Liste- Arten erfüllen. Profitieren werden ebenso Kammmolch, Laubfrosch sowie Groß- und Kleinlibellen. Jürgen Auerswald sieht in der Maßnahme einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung besonders geschützter Lebensraumtypen und des Arteninventars. Gleichzeitig füge sich der Beitrag in das von der Ministerpräsidentin Lieberknecht (CDU) geforderte Gesamtkonzept für das Teichgebiet ein, so die Meinung des Nabu.

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