Naturparkverwaltung Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale schärft Profil

Mitarbeiter sind dabei, Flächen für eine naturschutzgerechte landwirtschaftliche Nutzung am Grünen Band vorzubereiten. Ein anderer Schwerpunkt liegt in Zusammenarbeit mit anderen in der Organisation von Freiwilligencamps.

Peter Möller, Mitarbeiter der Naturparkverwaltung Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale in Leutenberg, präsentiert eine der neu gestalteten Informationstafeln, die ihren Platz am "neuen" Schieferpfad zwischen Probstzella, Lehesten, Ludwigsstadt und ­Gräfenthal finden werden.
Foto: Wolfgang Schombierski

Peter Möller, Mitarbeiter der Naturparkverwaltung Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale in Leutenberg, präsentiert eine der neu gestalteten Informationstafeln, die ihren Platz am "neuen" Schieferpfad zwischen Probstzella, Lehesten, Ludwigsstadt und ­Gräfenthal finden werden. Foto: Wolfgang Schombierski

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Leutenberg. Die Naturpark­verwaltung Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale ist konsequent dabei, ihr Profil zu schärfen. So ist nicht verwunderlich, dass das Team an der Wurz­bacher Straße in Leutenberg an einer Reihe von Aktionen und Projekten arbeitet.

Wie die Leiterin des Hauses, Christine Kober, jetzt erklärte, sind Mitarbeiter der Naturparkverwaltung damit beschäftigt, mit der Agrargenossenschaft Frankenwald in Lehesten Flächen der Naturschutzstiftung Thüringen für eine naturschutzgerechte landwirtschaftliche Nutzung vorzubereiten. Im Blick sind dabei Areale von Brennersgrün bis Grumbach, die am Grünen Band an der ehemaligen innerdeutschen Grenze liegen. Bei dem relevanten ­Gelände handelt es sich um zugewachsene Wiesen, die im Verlauf der vergangenen zwölf Monate im Auftrag der Naturschutzstiftung teilweise beräumt wurden. Formuliertes Ziel ist, große zusammenhängende Grünlandschaften herzustellen, die mit geringer Intensität dauerhaft bewirtschaftet werden und die Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten sind. "Die Maßnahme muss bis Ende August abgeschlossen sein, weil es die Fördermittelbestimmungen so fordern", sagte Christine ­Kober. Sie hob die enge und gute Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsamt Rudolstadt und den Unteren Naturschützbehörden der Landkreise Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla hervor, die flexibel die Abläufe für das Projekt unterstützt hätten.

Ein anderer Schwerpunkt der Arbeit, mit der sich die Naturparkverwaltung befasst, liegt ebenfalls am Grünen Band. In Kooperation mit der Stiftung Naturschutz Thüringen und dem Landschaftspflegeverband "Ostthüringer Schiefergebirge/Obere Saale" werden Freiwilligencamps organisiert. Anspruch ist, ehemalige Wiesenflächen wieder herzustellen mit dem Ziel, wertvollen Lebensraum der Natur zurückzugeben.

"Jederzeit sind freiwillige ­Helfer willkommen. Einzel­personen, Vereine und Firmen haben schon mehrfach zugepackt", sagte Christine Kober. Gern würden etwa Betriebe die Möglichkeit nutzen, um ihr ­gesellschaftliches Engagement zu zeigen und gleichzeitig ihren Teamgeist zu stärken.

Verstärkt warb die Naturparkverwaltung in den vergangenen Jahren für die Geologie. "Als Resultat haben wir erfreulich viele Partner gefunden, die die geologischen Besonderheiten des ­Naturparks herausstellen und touristisch nutzen", ließ Christine Kober wissen. Sie nannte in diesem Zusammenhang die Ausgestaltung der Bergbauroute. Dabei handelt es sich um einen Radweg, der Kommunen miteinander verbindet. Das Projekt, an dem Saalfeld, Unterwellenborn und Kamsdorf beteiligt sind, läuft gegenwärtig und sieht vor, dass an Aussichtspunkten Informationen zur Geologie, Landschaft und Geschichte gegeben werden. Die komplette Ausführung liegt bei den Kommunen, während die Naturparkverwaltung und der Naturparkverein die Koordinierung und einen Teil der Finanzierung für das Vorhaben übernehmen.

Im Blickpunkt stehen genauso der Bohlen als national bedeutender Geotop, den die Stadt Saalfeld pflegt, und die Neugestaltung des Schieferpfades, der Probstzella, Lehesten, Ludwigsstadt und Gräfenthal als Wanderweg verbindet. An Letzterem werden derzeit die bestehenden Informationstafeln von der Naturparkverwaltung und dem Verein Naturparkzentrum überarbeitet und ergänzt. Die Eröffnung des "neuen" Schiefer­pfades ist dann am 5. September zur jährlichen Geoparktagung in Probstzella vorgesehen.

Christine Kober freute sich darüber, dass sich Geologen an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena nach längerer Pause wieder gemeldet haben. Deren Angebot, künftig in regelmäßigen ­Abständen mit Studentengruppen wichtige Geotope des Naturparks zu pflegen, ist in Leutenberg gern angenommen worden. Der erste Arbeitseinsatz erfolgte bereits Ende Juli an der berühmten Steinernen Rose in Saalburg. Die nächste Aktion ist im Oktober voraussichtlich im Loquitztal geplant.

Christine Kober wies erneut darauf hin, dass das Wald- und Wiesenfest auf dem Gelände der Naturparkverwaltung am Samstag, 9. August, ab 14 Uhr stattfindet. Die Gäste erwartet ein buntes und unterhaltsames Programm mit dem Markt der Köstlichkeiten, mit Pilzberatung, forstlichen Wettkämpfen und Bastelaktionen.