Neue Infotafel zum Schau- und Lehrbienenstand: Saalfelder Schlossparkbienen liefern Spitzenertrag

Saalfeld  Die Aquila- und die Polo-Schüler kennen sich als Paten der Schlossparkbienen schon aus in der Imkerei. Die Tafel, die über ihr Forschungsprojekt mit dem Saalfelder Imkerverein ­informiert, sprach als erstes einen Syrer an.

Ralf Kunz, der Vorsitzende des Imkervereins Saalfeld 1903 e. V., enthüllt die Infotafel über das Leben der Bienen und ihren Nutzen für die Menschen. Foto: Sabine Bujack-Biedermann

Ralf Kunz, der Vorsitzende des Imkervereins Saalfeld 1903 e. V., enthüllt die Infotafel über das Leben der Bienen und ihren Nutzen für die Menschen. Foto: Sabine Bujack-Biedermann

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Es war ein gutes Bienenjahr: Ralf Kunz, der Vorsitzende des Imkervereins Saalfeld 1903 e. V., musste den alljährlich im Spätherbst übergebenen Ertrag aus den beiden Schau- und Lehrbienenständen im Schlosspark am Dienstag mit der Schubkarre heranfahren.

Landrat Marko Wolfram (SPD) und Bürgermeister Matthias Graul (parteilos) als Schirmherren dieses Projekts bekamen jeweils sechs Kilogramm Honig aus der Gesamtausbeute in Höhe von 67 Kilogramm. „Für eine dieser Portion müssen die Bienen zwei bis fünf Millionen Blüten bestäuben“, sagte Kunz über den sprichwörtlichen Bienenfleiß.

Doch die Zweitklässler der Staatlichen Grundschule „Caspar Aquila“ und die Drittklässler der Marco-Polo-Grundschule, die den Löwenanteil des Ertrags mit ihren Schulkameraden beim Honig-Frühstück verzehren können, waren nicht so leicht ins Staunen zu versetzen. Dank der konsequenten Nachwuchsarbeit des Saalfelder Imkervereins mit Schauschleudern, Erklärungen an den Bienenvölkern und Unterricht in den Schulen wissen sie schon gut Bescheid über das laut Kunz nach Rind und Schwein drittwichtigste Nutztier des Menschen.

Als der Imkerchef dann aber die Decke von der neuen Infotafel am Schlossparkeingang zog, die jetzt in wabenartigen Bausteinen über den Schau- und Lehrbienenstand am Schlossparksee berichtet, da wurden sie doch neugierig. Dass Bienen stechen, habe sie schon vorher gewusst, erzählt die achtjährige Leni, doch nun kann sie auch das Bestäuben der Blumen erklären. Klassenkameradin Lena berichtet von „ganz viel Spaß“ beim Imkerprojekt: „Und das obwohl ich gar keinen Honig ­esse!“ Und Erik (8) weiß, dass die Bienen jetzt, nachdem sie ihren Honig abgaben, Zuckerwasser bekamen, um durch den Winter zu kommen.

In dieses Fachsimpeln fällt Mohammad Haydour (42) ein. Der Flüchtling aus Syrien, der eigentlich ins Landratsamt wollte, erzählt lebhaft von seinen Bienenvölkern in der Nähe von Homs. „Ich habe meine Bienenköniginnen meist aus Deutschland gekauft“, berichtet er, „die deutschen Königinnen sind die besten.“ Und dann wird seine Stimme leiser: „Alles zerstört.“

Nun will er im Saalfelder Imkerverein mitmachen. Der Vorstand hört das gern, ist er doch bestrebt, Wissen über die Bienen weiter zu geben. „Geht es den Bienen gut, geht es der Umwelt gut“, sagt Kunz und verweist auf den Nutzen regionaler Produktkreisläufe, um den Kohlen­dioxidausstoß zu minimieren.

Weil die Zusammenarbeit mit den beiden Grundschulen auf so fruchtbaren Boden fällt, wollen die Saalfelder Imker dieses Forschungsprojekt auch auf Regelschulen und Gymnasien ausdehnen. Ralf Kunz kündigt deshalb für das kommende Jahr die Gründung einer „Arbeits­gemeinschaft Jungimker“ an.

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