Saalfelder Imker erwarten für diese Saison süße Rekorde

Saalfeld  Schauschleudern und Wachwechsel am Lehrbienenstand am Schloss.

Joachim Bauer (links) löst Siegfried Karl (rechts) als Betreuer des Lehrbienenstands im Schlosspark ab.

Joachim Bauer (links) löst Siegfried Karl (rechts) als Betreuer des Lehrbienenstands im Schlosspark ab.

Foto: Jens Voigt

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Nein, Sorge um mangelndes Interesse von Kindern an der Bienenhaltung mache sich Joachim Bauer nicht. „Wenn sie direkt auf eine Wabe voller Bienen schauen oder sogar Honig schleudern dürfen, sind sie wie gepinselt“, meint der Saalfelder Imker, der häufig Schulklassen und Kindergartengruppen zu Gast an seinen Bienenstöcken hat.

Und so erscheint es gar nicht mehr so seltsam, dass Bauer mit seinen immerhin schon 63 Jahren wieder eine Lehrerstelle übernimmt. Nicht an einer Schule, wie sie Bauer als früherer Lehrausbilder auch noch gut kennt, sondern als Verantwortlicher für den Lehrbienenstand des Imkervereins Saalfeld 1903 im Schlosspark. Ihm sei schon bewusst, sagt Bauer, dass er sich damit noch mehr Arbeit auflade. Und eben noch die Betreuung von zufälligen Besuchern wie auch jene von Kindern. Genau deswegen, sagt Bauer, habe er das Amt gern von Siegfried Karl übernommen, der den Stand seit 2012 betreute: „Es ist wichtig, den jungen Leuten die Freude am Imkern mitzugeben und damit auch ein sensibleres Verhältnis zur Natur.“

Viel Zeit zum Schwatz mit dem Reporter bleibt den Imkern beim traditionellen Schauschleudern im Schlosspark nicht. Bereits vor dem offiziellen Beginn werden sie von Knirpsen aus Kindergärten wie auch von Schülern der Aquila- und der Marco-Polo-Schule umringt, mit denen seit Jahren Partnerschaften bestehen. Am Ende schätzt Vereinschef Ralf Kunz deutlich über 100 sehr aktive junge Besucher, die am Bienenwissen-Glücksrad drehen, an der Honigschleuder kurbeln oder am Lehrbienenstand aus nächster Nähe zuschauen, wie Bauer und Karl die bienenbesetzten Waben entnehmen, um auch diesen quasi pädagogischen Honig zu schleudern. Der übrigens wegen des bienenfreundlich kurzen Winters und des Sommer-Frühlings so reichlich ausfällt, dass selbst die Fachleute staunen. „So viel wie noch nie“ hat Bauer von seinen Bienen bekommen; bereits Ende April habe er die ersten Waben geschleudert. An die 60 Kilogramm pro Volk seien in dieser Saison denkbar.

Mit 75 Jahren darf für Karl auch mal ein Scherz erlaubt sein. Während Bienen-Arbeiterinnen lediglich einen Sommer erleben und es die ab August geschlüpften auch nur bis in den nächsten Mai schaffen, lebt die Königin bis zu fünf Jahre – kommt aber viel seltener aus dem Bau. „Wie ein Landrat“, grient Karl, derweil der leibhaftige Marko Wolfram sein Paten-Bienenvolk inspiziert.

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