Tanne statt Wanne in Paulinzella

Paulinzella  Waldbaden, Kräuterkunde und Pflanzaktion beim Workshop in Paulinzella.

Hier entsteht mit Hilfe von Claudia Wallnisch (links) ein Ulmenbalsam zum Einreiben.

Foto: Roberto Burian

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Im Wald zu sein, tut Körper und Seele gut. Das spüren wir intuitiv. Aber es ist auch wissenschaftlich bewiesen. Japanische Ärzte haben dafür sogar einen Ausdruck: Shinrin Yoku – Waldbad. Aber was genau ist so heilsam daran? Wer richtig in den Wald eintaucht, tut etwas für seine Gesundheit. „Waldaufenthalte tragen zur körperlichen Erholung und Regeneration, zur Stärkung der Immunabwehr und zur Verbesserung der Schlafqualität bei“, bestätigte Uta Krispin, Kursleiterin für Waldbaden und Achtsamkeitstraining. Die Försterin im Revier Erfurt ließ die Besucher am Samstag im Forstamtshaus Paulinzella bei einem Workshop zum Thema Umweltbildung wissen, was es mit dem Thema auf sich hat. „Um im Wald anzukommen, dafür sollen alle Sinne aktiviert werden. Der eine möchte die Bäume umarmen, dem anderen reicht eine Berührung, der nächste will riechen und den Blick schärfen. Die breite Masse, die von dem heutigen Stress so ein bisschen entzaubert ist, nimmt das Thema gern mit einer Anleitung wahr“, sagt sie. Waldbaden bedeute, in die angenehme Atmosphäre des Waldes einzutauchen: wo es würzig riecht, das Licht milde schimmert, die Luft klar ist, sich die Wipfel im Wind wiegen und der Boden unter den Füßen federt.

Sie ist eine Überlebenskünstlerin und gern am Wasser zu Hause: Die Flatter-Ulme ist der Baum des Jahres 2019. Bei Tobias Söllner, Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, stand deshalb in seinem Vortrag das Thema „Ulmen, drei Schwestern im Wald“ im Fokus.

Der Ulme als Heilpflanze widmete sich Kräuterexpertin Claudia Wallnisch. Unter ihrer Anleitung fertigten die Teilnehmer einen Ulmenbalsam zum Einreiben an, der bei Gelenk- und Muskelschmerzen eingesetzt werden kann. Darüber hinaus wurde von ihr ein naturnahes Mittagessen angeboten, das Bärlauch, Gartenkresse, Sauerampfer, Liebstöckel oder Pimpinelle enthielt. „Ich finde diesen Workshop sehr interessant und kann mir vieles für die Gesundheit privat mit nach Hause nehmen. Seien es die Anregungen für das gesunde Kochen oder die gemeinsam angefertigte Salbe, die mir hoffentlich bei meinen Rückenproblemen gute Dienste leisten wird. Das sind nur zwei Argumente dafür, beim nächsten Mal wieder mit dabei zu sein“, findet Carola Ruhland.

Dass es auch im kommenden Jahr einen Workshop geben soll, bestätigt Matthias Schwimmer vom Netzwerk Umweltbildung Paulinzella. Das sei diesmal die Erstauflage gewesen, mit der Option, daraus eine Zeitreise mit aktuellen Gesundheitsthemen am Tag des Baumes zu machen, hieß es. Eine gemeinsame Pflanzaktion von drei Flatterulmen am Rottenbach beendete den abwechslungsreichen Tag.

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