Thüringens schönste Traubeneiche steht in Schöngleina

"Kugeleiche" von Schöngleina von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zum Thüringer Baum 2014 gekürt.

Ines Schlenzig, Peter Rode und der Landesvorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Thüringen e.V., Matthias Wierlacher (von links), vor der Schlöngleinaer "Kugeleiche", die zum schönsten Baum Thüringens 2014 gekürt wurde.Foto: Frank Kalla

Ines Schlenzig, Peter Rode und der Landesvorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Thüringen e.V., Matthias Wierlacher (von links), vor der Schlöngleinaer "Kugeleiche", die zum schönsten Baum Thüringens 2014 gekürt wurde.Foto: Frank Kalla

Foto: zgt

Schöngleina. Thüringens schönste Traubeneiche steht in der Schöngleinaer Flur. Gestern beglückwünschten Vertreter der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), des Forstamtes sowie der Gemeinde die Einsender Ines Schlenzig und Peter Rode. Beide hatten sich am Aufruf "Baum des Jahres 2014" beteiligt und Fotos von der Schöngleinaer "Kugeleiche" an die Schutzgemeinschaft geschickt.

"Ursprünglich wollte ich Schlenzigs Eiche auf unserem Grundstück vorschlagen, aber dabei habe ich auch auf die Kugeleiche verwiesen", erzählte Ines Schlenzig. Peter Rode von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Saale-Holzland reichte schließlich die Unterlagen für den relativ jungen Baum bei der SDW ein.

Zwar weiß in heutiger Zeit kein Mensch mehr, was die Beweggründe für Max Goldbergk aus Schöngleina waren, als er den Baum nach 1900 in die Flur pflanzte: mit einem heutigen Stammumfang von knapp vier Metern und einer fast 30 Meter ausladenden Krone hat sich das einstige Pflänzchen aber zu einem respektablen Baum entwickelt.

Bereits 1962 stellte der damalige Rat des Kreises die Eiche als Naturdenkmal unter Schutz, und diesen Schutz genießt der Baum bis heute. Allerdings mussten einige Äste im unteren Bereich der Landwirtschaft weichen. "Das ist sehr schade, aber die heutige landwirtschaftliche Großtechnik ließ keine andere Wahl zu, zumal sich hier die einzige Zuwegung für die Fahrzeuge befindet", bedauerte Rode. Dennoch habe der Baum beachtliche Maße und komme recht gut mit der landwirtschaftlichen Nutzung der ihn umgebenden Flächen klar. "Immerhin ist es die viertstärkste Traubeneiche, die wir im Landkreis stehen haben", sagte der Naturschützer. Die Kugeleiche, die ihren Namen dem bekannten Hermsdorfer Lehrer Georg Bocklisch zu verdanken habe, sei ein "sehr schönes Exemplar". Dass die Eiche mehr in die Breite statt in die Höhe wächst, führt Rode auf den fehlenden Spitzentrieb zurück. "Irgendetwas muss da mal in der Vergangenheit passiert sein."

Ungewöhnlich auch, dass rings um die Traubeneiche nur kleine Stieleichen als Nachwuchs gedeihen. "Keine Ahnung, was hier nachts los ist", kommentierte Rode mit einem Lächeln auf den Lippen den ungewöhnlichen Befund.

Bürgermeister Holger Mix glaubt indes, dass Goldbergk wegen der Straße die Eiche gepflanzt hat. "Damals war der Feldweg die direkte Verbindung zwischen Schöngleina und Stadtroda", erklärte er. In der Kinderzeit habe man sich hier öfter getroffen, um beispielsweise gemeinsam im Lotschener Teich baden zu gehen.

Treffpunkt könnte die Eiche für künftige Generationen sein: Mit einem Alter von bis zu 1000 Jahren ist die Traubeneiche die Laubbaumart mit der höchsten Lebenserwartung.Kommentar

Frank Kalla kommentiert: Mehr als eine Würdigung

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