Vögel machen Station im Teichgebiet Plothen

Noch bis etwa Mitte Oktober können Spaziergänger und Vogelfreunde Bekassinen im Feuchtgebiet Dreba-Plothen beobachten. Naturschutzbund sucht Helfer für Vogelschutz.

Eine Bekassine. Sie ist der Vogel des Jahres 2013. Foto: Naturschutzbund

Eine Bekassine. Sie ist der Vogel des Jahres 2013. Foto: Naturschutzbund

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Dreba. Noch bis etwa Mitte Oktober können Spaziergänger und Vogelfreunde Bekassinen im Feuchtgebiet Dreba-Plothen beobachten. Die sehr langschnäbelige, mittelgroße Art aus der Familie der Schnepfenvögel ist auf dem Herbstzug in ihre Winterquartiere im Westen Frankreichs und den Norden Spaniens. Damit sind sie typische Binnenlandzieher, die, aus östlichen Gebieten bis zum Ural vorkommend, das hiesige Gebiet durchfliegen.

Was sie dringend brauchen sind Feuchtwiesen, um sich mit Nahrung für den Weiterflug zu versorgen. Doch diese Lebensräume werden immer seltener. In den vergangenen Jahren hat die Bestandsentwicklung, auch bei anderen Arten der Feldflur wie Kiebitz, Feldlerche, Bluthänfling oder Grauammer, erschreckende Ausmaße angenommen. Die Intensität landwirtschaftlicher Nutzungen, Umbruch von Grünland und der zunehmende Anbau von Energiepflanzen verschärfen die Situation für viele Offenlandvögel. Heute, wo immer wieder der Erhalt der Artenvielfalt gefordert wird, kann konstatiert werden: Kiebitz und Bekassine - im Übrigen der Vogel des Jahres 2013 - sind in den letzten Jahren im Saale-Orla-Kreis als Brutvogel ausgestorben.

Weltweit ist die Bekassine nicht im Bestand bedroht, in Europa gab es jedoch seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts starke Bestandseinbußen.

Die Vogelfreunde des Arbeitskreises "Teichgebiet Dreba-Plothen" im Naturschutzbund versuchen seit Langem, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Durch den Abschluss eines Pachtvertrages landeseigener Flächen ist es endlich gelungen, den bestandsgefährdeten Arten Bekassinen und weiteren Schnepfenvögeln, wie Grünschenkel, Bruchwasserläufer, Waldwasserläufer oder Alpenstrandläufern, durch Ablassen eines bestimmten Gewässers im Europäischen Vogelschutzgebiet rechtzeitig Schlamm- und Schlickflächen als Rast- und Nahrungsplatz bereitzustellen. Deshalb wurde eine total zugewachsene Teichfläche teilweise entlandet.

Wie die erhobenen Bestandserfassungen zeigen, war die Maßnahme erfolgreich. Zusätzlich werden mit einer speziellen Methode rastende Watvögel zum Zwecke der Beringung im Auftrag der Vogelwarte Hiddensee gefangen, um weitere offene Fragen des Vogelzuges zu klären.

Vor wenigen Tagen konnte nun eine Bekassine gefangen werden, die bereits einen Ring trug. Sie wurde vor zwei Jahren während des Durchzugs in dem geschaffenen Lebensraum gefangen und beringt. Ein Beweis mehr, dass die Vögel solche Nahrungs-" und Ruheplätze nach Jahren wiederholt aufsuchen, aus denen sich Rastplatztraditionen "entwickeln" können.

Der Zeitaufwand für derartige ehrenamtliche Maßnahmen ist immens. Trotzdem lohnt sich der Einsatz für die Natur, ist es doch ein Engagement für uns alle.

Jugendliche oder sonstige Interessenten, die selbst mal einen solchen Vogel aus nächster Nähe sehen oder gar beringen möchten und damit den Naturschutzbund (Nabu) bei dieser Aufgabe unterstützen wollen, können sich beim Nabu in Dreba, Ortsstraße 62, oder per Mail an nabu-dreba.de melden.

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